05. Juni 2026 – Kai von Häfen

Neueröffnung am Wochenende

Das neue Stadtmuseum Oldenburg: Das erwartet die Besucher

Vier Jahre lang war die Baustelle an einer der meistbefahrenen Straßen Oldenburgs kaum zu übersehen – jetzt ist das neue Stadtmuseum fertig. Am Wochenende öffnet das Haus erstmals für alle, mit freiem Eintritt, neuer Dauerausstellung und kostenlosen Ausblicken über die Stadt.

Das neue Stadtmuseum Oldenburg in Frontansicht
2019 wurde der Entwurf vorgestellt, nun steht es den Besuchern offen: Das neue Stadtmuseum Oldenburg

Ein Neuanfang nach jahrelanger Arbeit

Nach dem Festakt am Freitagabend öffnet das neue Stadtmuseum Oldenburg an diesem Wochenende offiziell seine Pforten. Für viele in Oldenburg dürfte das ein besonderer Moment sein: Die jahrelange Baustelle mitten in der City war auch für Auswärtige kaum zu übersehen.

Das neue Haus soll deutlich mehr sein als ein klassisches Museum. Neben einer komplett neuen Dauerausstellung gibt es offene Bereiche, ein öffentliches Forum und Räume für Veranstaltungen, Diskussionen und Workshops. Teile des Neubaus lassen sich sogar ohne Ticket nutzen – darunter die Dachterrasse mit Blick über die Innenstadt.

Freier Eintritt und viel Programm am Wochenende

Zur Eröffnung am 6. und 7. Juni ist der Eintritt frei. Am Samstag startet das Fest um 10 Uhr auf dem Vorplatz. Danach können Besucher die neue Dauerausstellung in den oberen Etagen erkunden. Im dritten Obergeschoss läuft außerdem die Sonderausstellung „In der Stadt statt im Museum“, die den Entstehungsprozess des neuen Hauses zeigt.

Dazu kommen Mitmachangebote, Spielaktionen und gastronomische Stände im Foyer, auf dem Vorplatz und auf der Dachterrasse. Ab 18 Uhr gibt es Musik mit DJ Ismet Tolan im Foyer. Am Sonntag steht dann ein Community-Frühstück im Hüppesaal im Mittelpunkt, danach bleibt das Haus weiter für Ausstellungen und Aktionen geöffnet.

Oldenburg soll in seiner ganzen Vielfalt sichtbar werden

Inhaltlich will das Stadtmuseum die Geschichte Oldenburgs breiter erzählen als bisher. Rund 350 Objekte auf zwei Ebenen spannen den Bogen von bekannten historischen Exponaten bis zu Stücken aus dem Alltag der Menschen in der Stadt. Thematisiert werden auch soziale Bewegungen, Migration und Perspektiven, die bislang weniger sichtbar waren.

Museumsleiter Steffen Wiegmann bringt den Anspruch so auf den Punkt: „Es gibt natürlich eine ganz breite Kultur hier und auch Subkultur. Das ist alles Oldenburg. Eine Stadt, die mit den über 175.000 Menschen ganz verschiedene Lebenswirklichkeiten bedeutet. Und das wollen wir hier aufgreifen.“

Gruppenfoto des Projektteams rund um den Neubau des Stadtmuseums in Oldenburg
Das Neubau-Projektteam auf der Dachterrasse des neuen Stadtmuseums [v.l. Maja Marstaller (Architektin, Gruppe GME Achim), Vanessa Schreiber (Projektleiterin Stadtmuseum, Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft und Hochbau, Stadt Oldenburg), Dennes Janßen (jes architekten), Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und Dr. Steffen Wiegmann (Leiter Stadtmuseum Oldenburg)], Foto: Sascha Stüber

Bauprojekt mit langer Vorgeschichte

Der Weg bis zur Eröffnung war lang. Bereits 2016 begann das Projekt mit Bürgerbeteiligung, 2019 wurde der Entwurf vorgestellt, 2022 startete der Neubau. Heute bietet das Museum rund 1.200 Quadratmeter Ausstellungsfläche sowie weitere 750 Quadratmeter für Bildung, Begegnung und Veranstaltungen.

Auch die Kosten sind gestiegen: Von ursprünglich rund 17 Millionen Euro liegt die aktuelle Prognose bei 26,7 Millionen Euro. Gründe sind nach Angaben der Stadt unter anderem stark gestiegene Baupreise, die Folgen von Corona und des Ukraine-Kriegs sowie ein erweitertes Energiekonzept. Für Oldenburg entsteht damit nun ein neuer Ort, an dem Stadtgeschichte nicht nur gezeigt, sondern auch diskutiert werden soll.


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