27. Oktober 2026 – Alena Triebold

Atommüllendlager gesucht

Bundesgesellschaft in Peine grenzt mögliche Gebiete für Atommüllendlager weiter ein

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung in Peine hat die Gebiete in Deutschland, die für ein Atommüllendlager in Frage kommen, weiter eingegrenzt. Seit heute (27.10.) gibt es dazu eine neue Karte.

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Im laufenden Suchverfahren für ein deutsches Atommüllendlager sind fünf Bundesländer aus geologischer Sicht ausgeschieden. Das letzte Wort hat aber der Bundestag. (Illustration), Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Vor einem Jahr stufte die BGE noch 25 Prozent der deutschen Landesfläche als potenziell geeignet für ein Atommüllendlager ein. Nun hat sie diese Fläche weiter eingegrenzt, auf 5 Prozent. Damit ist das gesamte Bundesgebiet bewertet, denn auf der bisherigen Karte gab es noch viele graue Flecken ohne Einschätzung. Eine Übersicht der Gebiete liefert der BGE Endlagersuche Navigator.

Türkisfarbene Flächen sind nach den bisherigen Prüfungen als Atommüllendlager geeignet. Davon gibt es auch einige in Niedersachsen, etwa in der Region zwischen Hannover und Braunschweig, der Heide oder im Osnabrücker Land. Bereiche in orange und gelb sind weniger geeignet und scheiden voraussichtlich aus. Auch die grünen Bereiche werden wohl nicht mehr genauer angeschaut. Mit der Änderung der Karte ist jetzt ganz Deutschland bewertet. Bisher gab es noch viele graue Flecken, die nicht bewertet waren.

Zwei Karten zeigen Arbeitsstände der Sicherheitsuntersuchungen in Deutschland für 2025 und 2026.
Die Karte zeigt den aktuellen Arbeitsstand der BGE. Die farbliche Darstellung macht sichtbar, welche Gebiete nach dem aktuellen Arbeitsstand von der BGE weiter betrachtet werden (türkis) und welche nicht (hellgrün, gelb und orange). Die türkis eingefärbten Gebiete werden 2027 durch Bewertungsschritte weiter eingegrenzt, das heißt, sie sind keine Standortregionen. (Quelle: BGE)

Fünf Bundesländer sind raus

Die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen und das Saarland sind nicht mehr Teil der laufenden Suche. Das letzte Wort für die Auswahl des Standortes hat aber der Bundestag. Das Saarland war den Angaben zufolge bereits 2020 herausgefallen, Rheinland-Pfalz schied 2025 aus, in diesem Jahr neu aussortiert wurden Sachsen, Berlin und Hessen.

2020 hatte die bundeseigene Gesellschaft zunächst in einem Bericht 90 solcher Gebiete ausgewiesen, bei denen eine weitere Prüfung lohnen könnte, dies waren knapp 54 Prozent der Fläche Deutschlands. Diese Gebiete werden im weiteren Verfahren weiter eingegrenzt, aktuell sind nur noch deutlich weniger als 5 Prozent der Fläche Deutschlands im Auswahlverfahren. Die Ergebnisse werden auf der Internetseite der BGE als interaktive Karte veröffentlicht.

Zunächst werden nur geologische Faktoren berücksichtigt

Bei der Suche wird die geologische Sicherheit der Teilgebiete in einem wissenschaftsbasierten Verfahren schrittweise analysiert. Bei jedem Prüfschritt werden die Sicherheitsanforderungen erhöht, weshalb in der Folge immer mehr Gebiete ausscheiden. Gebiete, die eine Hürde nicht überspringen, werden nicht weiterbearbeitet. Erst im späteren Verfahren wird berücksichtigt, wie nah eine geeignete Region etwa an Ballungszentren gelegen ist.

Das wichtigste Werkzeug für die Einengung sind laut BGE sogenannte repräsentative vorläufige Sicherheitsuntersuchungen. Hier wird auf Basis existierender geologischer Daten und Geodaten geprüft, inwieweit der sichere Einschluss der hoch radioaktiven Abfälle unter den jeweiligen geologischen Gegebenheiten erwartet werden kann. Generell gelten Granit, Salz und Ton als potenziell geeignete Gesteinsarten für das angestrebte unterirdische Endlager.

Welche Anforderungen werden an den Standort gestellt?

Gebiete, deren Untergrund beschädigt oder gefährdet ist, kommen nach Angaben des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) nicht als Endlagerstandort infrage. Damit werden Bergbaugebiete und Gegenden, in denen Vulkane aktiv waren oder die Gefahr von Erdbeben besteht, ausgeschlossen. Auch Wasser ist ein Problem. Radioaktive Stoffe dürfen nicht durch Wasserpfade an die Erdoberfläche gelangen. Schließlich geben die Abfälle auch im Endlager noch Wärme ab. Das Gestein soll sie gut ableiten können. Das Endlager soll am Ende durch eine mindestens 300 Meter mächtige Gesteinsschicht von der Erdoberfläche abgetrennt sein.

Wie es weitergeht

Ende 2027 will die BGE dem Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) Standortregionen für die oberirdische Erkundung vorschlagen. Das BASE bewertet diese Vorschläge für das Bundesumweltministerium. Die finale Entscheidung über diese zu erkundenden Standortregionen trifft der Gesetzgeber.

Bis spätestens 2050 soll ein Lager für rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Atommüll gefunden werden, der in mehr als 60 Jahren Atomkraft angefallen ist. Der Standort soll Sicherheit für eine Million Jahre bieten. Derzeit lagert deutscher Atommüll in 16 oberirdischen Zwischenlagern in verschiedenen Bundesländern, auch bei uns in Niedersachsen. Die letzten deutschen Atomkraftwerke gingen im April 2023 außer Betrieb.

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