10. Februar 2026 – Alena Triebold
Thorsten Margis ist einer der besten Bob-Athleten und Anschieber im Team von Weltcupsieger Johannes Lochner. Seine sportliche Karriere hat Margis als Leichtathlet im niedersächsischen Edemissen im Kreis Peine begonnen. Wir haben vor den Rennen kommende Woche mit dem 36-Jährigen gesprochen.
Bei den Olympischen Winterspielen in Italien haben wir aus deutscher Sicht besonders große Medaillenchancen im Eiskanal - vor allem auch im Bob – dank Thorsten Margis. Er ist einer der besten Bob-Athleten und Anschieber im Team von Weltcupsieger Johannes Lochner, sorgt also für die Power am Start.
Er hat alles gewonnen, was man im Bobsport gewinnen kann, darf sich 10-facher Weltmeister, Europameister, Gesamtweltcup- und Olympia-Sieger nennen. Vier olympische Goldmedaillen hat sich der Wirtschaftsingenieur schon geholt. Damit ist Thorsten Margis der momentan beste Anschieber der Welt und einer der erfolgreichsten deutschen Wintersportler insgesamt. Nach den Spielen will er seine Karriere beenden - im besten Fall mit einer fünften olympischen Goldmedaille. "Nach der Saison muss das ja das Ziel sein. Der schlechteste Platz war Platz zwei, also, da muss das Ziel auf jeden Fall sein, dass wir da um Gold fahren", sagt Margis im Antenne Niedersachsen-Interview.
Vom Zehnkämpfer zum Bob-Anschieber
Die Grundlage für seine erfolgreiche Karriere hat Margis hier bei uns in Niedersachsen gelegt: Als Zehnkämpfer bei der LG Peiner Land (damals noch LG Edemissen/Peine), war die Leichtathletik-Anlage in Edemissen Margis' zweite Heimat. Das Abitur hat er in Ilsede gemacht. "War natürlich eine wahnsinnig prägende Zeit damals bis zum Abitur. Das war der Einstieg in den Leistungssport und da bin ich unheimlich dankbar, dass das damals so eine tolle Zeit war in Niedersachsen", sagt Margis, der sich sicher ist, dass der ein oder andere aus dem Verein, auch heute noch mitfiebert.
Olympische Rennen kommende Woche
Das Bob-Team Lochner ist gerade noch im Trainingslager am Königssee. "Wir haben uns im Vorfeld der Spiele schon einen Plan gemacht, dass wir von Cortina nach den zwei Trainingstagen, die wir auf der Bahn haben, dann wieder abreisen, um uns nochmal ins Athletiktraining zu stürzen", sagt Margis. Die Stimmung im Team könnte nicht besser sein. "Es zieht sich eigentlich schon durch die ganze Saison, dass wir den Sport nochmal so richtig genießen und auch körperlich sind wir alle wieder fit", betont Margis, der rund um Weihnachten noch mit einem Bandscheibenvorfall zu kämpfen hatte. Am Mittwoch geht es für das Team dann wieder zurück nach Cortina und ins olympische Dorf. Kommende Woche wird es dann Ernst für Margis, seine Anschieber-Kollegen und Pilot Lochner. Am 16. und 17.02. stehen die Rennen im Zweierbob an, am 21. und 22.02. ist Magis im Viererbob gefragt.
Vielbeachteter Wechsel
Dass Margis jetzt im Team von Pilot Johannes Lochner fährt, hätte vor ein paar Jahren wohl kaum einer gedacht. Jahrelang gehörte er fest zum Anschieberteam von Francesco Friedrich, der die Sportart dominiert hat, Margis und Friedrich haben fast alles gemeinsam gewonnen und Johannes Lochner bei den letzten Spielen in Peking Gold weggeschnappt. Im Winter 2024 dann der Wechsel zum ärgsten Konkurrenten. Und der dreht jetzt richtig auf, das Bobteam Lochner gewinnt die Gesamtweltcup-Wertungen, die abolute Dominanz von Friedrich bröckelt.