30. September 2026 – Hannes Westermann
Eine 250 Meter lange Highline in 60 Metern Höhe: Am Freitag (2. Oktober) startet auf dem Gänseliesel-Platz in Göttingen die Aktion "Hoch hinaus fürs Leben". Im Mittelpunkt steht eine spektakuläre Slackline-Aktion zwischen den Kirchtürmen als aufmerksamkeitsstarkes Zeichen für das Hospiz an der Lutter.
Wer am Freitagmittag (02.10.) über den Gänseliesel-Platz läuft, dürfte schnell nach oben schauen: Zwischen den Kirchtürmen von St. Johannis und St. Jacobi ist eine Highline befestigt – 250 Meter lang, in rund 60 Metern Höhe über der Göttinger Innenstadt. Sie ist das Hauptaugenmerk der Aktion "Hoch hinaus fürs Leben", die ab 12 Uhr startet. Rund um die Highline gibt es auf dem Gänseliesel-Platz ein Begleitprogramm mit Spielspaß, Vorstellungen, Musik und Vorträgen zu Highline und Hospizarbeit.
Die Slackliner selbst sammeln dabei nicht aktiv Spenden. Ihre Rolle ist eine andere: Sie wollen Aufmerksamkeit für die Hospizarbeit und für die Spendenaktion zugunsten des Hospizes an der Lutter schaffen.
Zwei Spendenziele für das Hospiz an der Lutter
Mit der Aktion werden zwei Anliegen unterstützt. Zum einen geht es um den geplanten Neubau des Hospizes. Bislang mietet die Einrichtung ihre Räume, langfristig soll ein eigenes Gebäude mit eigenem Konzept entstehen.
Zum anderen können Spenderinnen und Spender den Bereich "Der letzte Wunsch" unterstützen. Dabei geht es um Herzenswünsche von Gästen des Hospizes, die an unheilbaren Krankheiten leiden. Das können ganz unterschiedliche Momente sein wie eine Fahrt ans Meer, eine Heißluftballonfahrt oder ein letzter Spaziergang im Park mit Kaffee.
Gespendet werden kann per QR-Code oder per Überweisung. Dabei können Unterstützerinnen und Unterstützer selbst entscheiden, welchem Zweck ihr Geld zugutekommen soll.
Sechs erfahrene Slackliner auf der Line
Über die Highline laufen sechs Personen vom Verein Konnektonauten e.V. Der Verein besteht seit 2018 und hat sich auf Slackline-Aktionen im urbanen Raum und an besonderen Orten spezialisiert.
Mit dabei ist unter anderem Peter Bessler, der seit mehr als 13 Jahren auf der Line unterwegs ist. Sein persönlicher Höhenrekord liegt bei 1.500 Metern über dem Talgrund an der Eiger-Nordwand.
Auch Ruben Langer gehört zum Team. Er hielt 2019 den Weltrekord für die längste Highline der Welt mit 2.130 Metern. Jens Decker ist Weltrekordhalter für die höchste Highline der Welt - an den Angel Falls in Venezuela.
So ist die Highline gesichert
Auch wenn die Aktion spektakulär aussieht: Das Thema Sicherheit spielt eine zentrale Rolle. Die Hauptleine ist die Slackline, auf der balanciert wird. Darunter hängt ein komplett separates zweites System, das unabhängig verankert ist und im Fall eines Ausfalls absichern soll.
Um beide Systeme läuft ein Ring, an dem wiederum ein Seil befestigt ist, das mit dem Klettergurt verbunden wird. Die Line selbst wurde bereits am Wochenende befestigt und wird unter der Woche regelmäßig kontrolliert. Weil das Seil nicht komplett straff gespannt ist, hängt es in der Mitte um etwa zehn Meter durch.
Idee aus Göttingen, umgesetzt mit vielen Partnern
Die Entstehungsgeschichte der Aktion reicht einige Jahre zurück. Peter Bessler war vor vier Jahren nach Göttingen gezogen und hatte schon damals die Idee, zwischen den Kirchtürmen eine Line zu spannen. Eine frühere Anfrage bei der Kirche verlief zunächst im Sande.
Später sprach er mit Daniel De Vasconcelos, der Pflegedienstleitung Hospiz an der Lutter, über Aufmerksamkeit und Spenden. Über diesen Kontakt kam neue Bewegung in das Vorhaben. Die Kirchengemeinde sitzt im Förderverein des Hospizes, zwei Tage nach der Idee gab es nach den vorliegenden Angaben bereits die Bestätigung. Danach folgten interne Abstimmungen, unter anderem mit den Architekturvorständen.
An der Umsetzung beteiligt sind mehrere Unterstützer: Manuel Hannemann von Innenausbau Hannemann, der einen einjährigen Spendenmarathon für das Hospiz ins Leben gerufen hat, das Hospiz selbst, das Stadtmarketing, die Firma 3B3D Höhenkompetenz für die Sicherheitsausrüstung im Kirchturm sowie natürlich die Konnektonauten e.V.