29. Oktober 2026 –
In einem Nebenfluss der Leine ausgewildert und bald auf dem Weg Richtung Atlantik: 3.000 Junglachse wurden von Kindern ausgesetzt. Warum dieses Projekt so wichtig ist und welches Problem Querbebauungen dabei machen.
Am Mittwoch (28.10.26) wurden 3.000 kleine Lachse, die gerade mal sechs Monate alt sind, von den Schülerinnen und Schülern der Leonore-Goldschmidt-Schule zusammen mit Helfern des SEA LIFE Hannover in einem Ausläufer der Leine ausgewildert.
"Wir setzen Lachse aus, damit der Fischbestand größer wird", erzählt der 12-jährige Leo. Es seien wichtige Fische, da sie das Ökosystem aufrechterhalten würden, sagte er weiter. Auch die 11-jährige Lale hat das Problem erkannt, das Oliver Schaper den Kindern zu Beginn erläutert hat: "Wir wildern hier heute Lachse aus, weil sie vom Aussterben bedroht sind."
Mit sehr viel Freude und Eifer brachten sie die Tiere in kleinen Eimern zum Wasser und ließen sie dort vorsichtig unter der Aufsicht von SEA LIFE Diplom-Biologe Oliver Schaper los.
Ziel: Ein neuer Lachsstamm für die Leine
Das Artenschutz-Projekt des LEINE-LACHS e.V. zielt darauf ab, einen neuen, sich selbst erhaltenden Lachsstamm aufzubauen, um zu gewährleisten, dass jedes Jahr genügend laichreife Tiere für die Fortpflanzung und den Erhalt der Art in die Leine zurückkehren.
"Das größte Problem, was wir im Moment haben, ist das riesige Wasserkraftwerk in Bremen-Hemelingen. Als das noch nicht da war, hatten wir Rückkehrer von 70 bis 80 Stück im Jahr. Seit Bremen im Gang ist, ist das drastisch zurückgegangen auf 6 bis 8 Rückkehrer-Meldungen, die ich in diesem Jahr bekommen habe", erklärt der LEINE-LACHS e.V.-Vorsitzende Günther Ohnesorge.
Früher gab es eine große Lachspopulation in der Leine, doch vor allem durch die Querbebauungen ist das heutzutage nicht mehr denkbar. Das sieht auch Oliver Schaper so. Laut ihm würde sich "auch ein Fisch, der 2 Meter hochspringen kann, die Nase blutig springen, weil er da nicht mehr hochkommt." In unseren Gewässern ist der Lachs vor dem Aussterben bedroht und die meisten Fische können nicht mehr zu ihren Laichgewässern zurückkehren.
Für die Kinder stand bei der Lachsauswilderung der Spaß im Vordergrund, und sie gaben den Fischen sogar Namen. Die letzte Auswilderung des LEINE-LACHS e.V. in diesem Jahr war für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Zum Abschluss wurde Oliver Schaper offiziell zum Lachspaten ernannt.
(von Finn Schulte)