26. Februar 2021 – Lea Biskup

Farben für die Ohren

Play a Kandinsky - Hört ihr schon Farben oder malt ihr noch?

Ein Experiment von Google Arts & Culture und dem Centre Pompidou in Paris bringt Farben zum Klingen. Dabei orientiert sich das Projekt an dem Gemälde von "Gelb-Rot-Blau" des russischen Malers Wassily Kandinsky, der Farben hören konnte. Klingt verrückt? Das Spannende an dem Projekt: Ihr könnt selbst hören, wie die Farben klingen.

Foto: picture-alliance / dpa

Der russische Maler Wassily Kandinsky war vermutlich Synästhetiker. Das bedeutet, er konnte Farben hören und Töne sehen. Das Google Arts & Culture-Projekt "Play a Kandinsky" lädt uns gemeinsam mit dem Centre Pompidou in Paris jetzt dazu ein, zu hören, was Kandinsky beim Malen seines Bildes "Gelb-Rot-Blau" gehört haben könnte.

So soll Kandinsky hohe Trompetentöne in Zitronengelb gehört haben, während Blautöne nach Flöten (helles Blau), Cellos (dunkles Blau), Kontrabässen (tiefer gehendes Blau) und einer tiefen Orgel (tiefes, feierliches Blau) klangen. Helles, warmes Rot klang für ihnden Künstler zum Beispiel wie eine Fanfare.

Wie funktioniert das Experiment?

Das Google Arts & Culture-Experiment versucht anhand von Kandinskys ausführlichen Aufzeichnungen über Geräusche, die er mit Farben und Formen in Verbindung gebracht hat, dessen abstraktes Kunstwerk "Gelb-Rot-Blau" zum Klingen zu bringen. Die Geräusche, die wir hören, sind Interpretationen der Klangkünstler Antoine Berin und NSDOS. Interpretationen deshalb, weil nicht exakt nachvollzogen werden kann, was Kandinsky genau gehört hat.

Das Experiment ist in vier Teile untergliedert. Der erste Teil handelt von Kandinskys Theorien über Farbe und Klang und der Beziehung zwischen Formen. Im zweiten Teil ist zu hören, welche Klänge Kandinsky bei den verschiedenen Farben gehört hat. Teil Drei lässt Kandinskys Gemälde "Gelb-Rot-Blau" erklingen und im viertel Teil können wir uns selbst ausprobieren.

Dazu können wir aus zehn verschiedenen Gefühlslagen zwei auswählen, die dann musikalisch dargestellt werden. Die entsprechenden Bildbereiche, die Kandinsky mit den Gefühlen verbunden hat, leuchten auf und ihr hört die Musik.

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