10. März 2021 – Tobias Lammers

Das Ziel heißt Null Infektionen

Die ZeroCovid-Strategie - Das steckt dahinter!

Ist euch der Hashtag "'#ZeroCovid" in den sozialen Medien bereits begegnet? Dahinter verbirgt sich eine Kampagne, welche eindeutige Forderungen an die Politik stellt: Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus sollen europaweit auf null abgesenkt werden. Wie dieses Ziel erreicht werden soll, erfahrt ihr hier.

Foto: picture alliance/dpa

Am 14. Januar 2021 startete die #ZeroCovid-Kampagne als Aufruf mit einer Hashtag-Offensive über die sozialen Medien und konnte bereits am ersten Tag 300 Unterstützer*innen und Unterstützer aus dem Bereich Gesundheit, aus Gewerkschaften oder aus dem öffentlichem Leben als Erstunterzeichnende überzeugen. Allein in der ersten Woche haben bereits über 60.000 Personen die Initiative unterzeichnet.

Das Ziel ist klar formuliert: Die Infektionszahl mit dem Covid-19 Virus soll auf Null abgesenkt werden. Dies soll durch einen umfangreichen Shutdown aller nicht lebensnotwendigen Bereiche der Wirtschaft erreicht werden. Aktivisten der Kampagne fordern nicht nur eine wirtschaftliche Auszeit, auch soll die Regierung soziale Rettungspakete zum Ersetzen von Einkommensausfällen zur Verfügung stellen. Zur Unterstützung sollen hier auch Unternehmen und wohlhabende Bürgerinnen und Bürger zur Kasse gebeten werden.

Laut erster Pressemitteilung vom 14. Januar 2021 halten die Befürworter*innen der ZeroCovid-Strategie alle bisherigen Versuche der Regierung, die Pandemie zu kontrollieren, als gescheitert. Auch aus Angst vor weiteren Mutationen verfolgt die Kampagne das Ziel "crush the curve" (dt.: die Kurve zerschlagen) statt "flatten the curve" (dt.: die Kurve abflachen).

Das Ziel von ZeroCovid

Ziel der Kampagne ist, die Neuinfektionen mit dem Sars-CoV-2-Virusauf null abzusenken. Dies soll durch einen umfangreichen Shutdown aller nicht lebensnotwendigen Bereiche der Wirtschaft erreicht werden. So fordert die Kampagne / fordern Aktivist*innen der Kampagne u.a., dass „Fabriken, Büros, Betriebe, Baustellen, Schulen […] geschlossen und die Arbeitspflicht ausgesetzt werden [müsse]“. Die Hoffnung dahinter: Bei einem so radikalen Shutdown sinken die Neuinfektionen mit dem Corona-Virus innerhalb einiger Wochen gegen null und das Nachverfolgen von Infektionsketten wäre wieder möglich.

Als Unterstützung soll die Regierung soziale Rettungspakete zum Ersetzen von Einkommensausfällen zur Verfügung stellen. Außerdem fordert die Kampagne die „Einführung einer europaweiten Covid-Solidaritätsabgabe“ Diese sei laut den Initiatoren auf hohe Vermögen, Unternehmensgewinne, Finanztransaktionen und die höchsten Einkommen vorgesehen.

Neuseeland und Australien als Vorbilder für Deutschland?

Der ZeroCovid-Strategie dienen die Länder Australien und Neuseeland als Vorbilder: Wegen extrem strenger Maßnahmen und genauer Kontaktverfolgungen ist Neuseeland bislang sehr glimpflich durch die Krise gekommen. Fast alle Fälle werden bei Reiserückkehrern entdeckt. Insgesamt wurden nur rund 2000 Fälle verzeichnet, 25 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Das Land mit gut fünf Millionen Einwohnern ist zu einer weitgehenden Normalität zurückgekehrt.

Ähnliches ist bei Australien der Fall: Aufgrund der extrem strikten Maßnahmen wurden etwa 28 800 Fälle verzeichnet, rund 900 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

Während Australien und Neuseeland als Inseln isoliert liegen und so keine Landesgrenzen haben, sieht das für Länder wie Deutschland anders aus. Während die ZeroCovid-Vertreter deshalb einen strikten Shutdown von allen Lebensbereichen als einzig mögliche Option sehen, gibt es z.B. von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) keinen Zuspruch für die ZeroCovid-Strategie:

"Das Modell sehe ich nicht auf Deutschland übertragbar." Das Land liege in Mitten eines Kontinent, in Mitten der Europäischen Union. "Es müssen andere Wege gefunden werden die Corona-Infektionen, insbesondere an den Landesgrenzen zu reduzieren und gering zu halten", so Spahn.

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