31. März 2021 – Lea Biskup

Das Abenteuer vor der eigenen Haustür

So erlebt ihr euer eigenes Mikroabenteuer

Einfach raus vor die Haustür gehen und ein Abenteuer erleben! Klingt total verrückt? Genau das ist die Idee von Mikroabenteuern. Was dahinter steckt und wie auch ihr ganz einfach euer eigenes Mikroabenteuer erleben könnt, erfahrt ihr hier.

Foto: Sergii Mostovyi - stock.adobe.com

Schuhe an, den Rucksack mit einer Wasserflasche und einer gefüllten Brotdose bepackt aufziehen, die Wohnung verlassen und schon seid ihr mittendrin: In eurem eigenen Mikroabenteuer! So einfach das klingt, ist es auch. Denn Mikroabenteuer sind die Abenteuer, die wir quasi direkt vor unserer eigenen Haustür erleben können.

Es geht also eben nicht darum, mit den Skiern den Nordpol zu erreichen oder einen ganzen Kontinent mit dem Fahrrad zu durchqueren. Ganz im Gegenteil: Mikroabenteuer sind ebenfalls Abenteuer, aber im Kleinen. Was sie aber - und das ist wichtig - keinesfalls weniger spannend und unterhaltsam macht.

Was macht ein (Mikro)Abenteuer aus?

Ein Abenteuer ist ein "außergewöhnliches, erregendes Erlebnis", bei dem die eigene Komfortzone verlassen wird und wir neue Gebiete entdecken, etwas Neues erleben. Und, das ist wohl der wichtigste Punkt eines Abenteuers, wir wissen nicht, wie es ausgeht. Abenteuer bedeutet also auch immer ein Stückchen Ungewissheit. Das bedeutet nicht, dass wir uns nun bei einem Abenteuer auf die gefährlichsten Ideen einlassen sollen. Ganz im Gegenteil: Es geht darum, zu erkennen, dass ein (Mikro)Abenteuer bedeutet, nicht alles von A bis Z genau durchgeplant zu haben, sondern das Erlebnis auch ein Stück weit auf sich zukommen zu lassen.

Ziel ist es, dass ein Mikroabenteuer Spaß macht. Es spricht also überhaupt nichts dagegen, das Abenteuer mittendrin abzubrechen. Sollte es z.B. plötzlich in Strömen regnen und es gibt keine Aussicht auf Besserung, dann beendet euer Mikroabenteuer einfach. Wichtig ist, dass es sich hierbei nicht um eine Art Challenge handelt, von der ihr glaubt, sie bestehen zu müssen. Ganz im Gegenteil. Die Mikroabenteuer sollen helfen, ein Stück weit aus dem gewohnten Alltagstrott auszubrechen und ganz zwanglos etwas zu erleben. Hinter der Idee der Mikroabenteuer steht vor allem die Frage: "Warum nicht heute starten?" Diese Idee als Inspiration nehmend, erklärt sich auch, weshalb Mikroabenteuer möglichst einfach umsetzbar sein sollen.

Alastair Humphreys - Erfinder der Mikroabenteuer

Der Begriff "Mikroabenteuer" stammt vom englischen "microadventure" ab und geht auf den britischen Abenteurer und Autor Alastair Humphreys zurück. Weltweit inspiriert er mittlerweile Menschen dazu, kleine Abenteuer vor der eigenen Haustür zu erleben. Mit seiner Idee der Mikroabenteuer wollte er zeigen, dass man kein Abenteurer sein muss, um Abenteuer zu erleben. Für ihn ist ein Mikroabenteuer "ein richtiges Abenteuer, eben nur nicht ein großangelegtes. Ein lokales, kostengünstiges, simples, kurzes Abenteuer", wie er in einem Interview gegenüber GEO erzählt.

Mikroabenteuer in Niedersachsen und Deutschland

Im deutschsprachigen Raum gilt Christo Foerster als wohl bekanntester Mikroabenteurer und hat bereits mehrere Bücher zu dieser Thematik veröffentlicht. Für seine eigenen Mikroabenteuer hat Foerster einige persönliche "Spielregeln" entwickelt, auch um diese besser von anderen Outdoor-Trips besser abzugrenzen, wie er auf seiner Homepage schreibt. Für ihn bedeuten Mikroabenteuer:

  1. Nur öffentliche Verkehrsmittel inkl. Bahn (kein Auto, kein Flugzeug)
  2. Draußen übernachten (ohne Zelt)
  3. insgesamt maximal 72 Stunden unterwegs sein
  4. … und natürlich #leavenotrace – alles wieder so verlassen, wie ich es vorgefunden habe.

5-to-9-adventures

Für Foerster als auch für Humphreys gehören auch die "5-to-9-adventures" zu den Mikroabenteuern bzw. bilden eine Unterkategorie zu diesen. Dieser Begriff beschreibt Abenteuer, die nach Feierabend bis zum Arbeitsbeginn am Folgetag erlebt werden ohne zwischendurch zu Hause zu sein. "Sprich: Ausrüstung schon am Arbeitsplatz dabei haben, direkt von dort nach draußen starten und unter freiem Himmel übernachten. Dann am nächsten Morgen direkt von dort wieder zum Arbeitsplatz zu kommen", wie Foerster auf seiner Webseite schreibt.

Ideen für euer eigenes Mikroabenteuer*

  • Auf Fototour gehen. Sucht euch ein bestimmtes Fotomotiv aus, wie z.B. blühende Bäume, Tiere, die euch unterwegs begegnen etc.
  • Schlaft ohne Zelt im eigenen Garten oder auf dem Balkon
  • Eine Nachtwanderung machen
  • Den Sonnenaufgang bzw. -untergang beobachten
  • Den höchsten Berg Niedersachsens erklimmen. Wenn ihr das schon geschafft habt, erklimmt einfach den zweithöchsten Berg oder den höchsten Berg eines anderen Bundeslands.
  • Ein Picknick machen, z.B. im eigenen Garten oder einem anderen Ort in der Natur. Wichtig: Picknickt nur an Orten, an denen es erlaubt ist und hinterlasst bitte keinen Müll in der Natur.
  • Eure Nachbargemeinde zu Fuß zu besuchen.
  • Folgt einem Bach oder Fluss von seiner Quelle bis zur Mündung.
  • Wandert eine Bus- oder Bahnlinie in eurer Heimatstadt oder eurem Heimatdorf zu Fuß entlang.
  • Beim Gassi gehen den Hund entscheiden lassen, wo die Runde entlang geht.
  • Schaut, wie weit ihr mit 10 Euro/15 Euro/20 Euro mit der Regionalbahn fahren könnt, bucht das entsprechende Ticket und schaut euch die entsprechende Stadt/Ortschaft an

*Hinweis: Bitte beachtet immer die jeweils geltenden Coronaregelungen in eurer Region bzw. in der Region, in der ihr unterwegs seid.

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