13. Oktober 2021 –

Rassistisch motivierte Taten

Ein Jahr nach der Tat: Brandanschlag in Ganderkesee noch unaufgeklärt

Die Täter legten Feuer und schmierten Hakenkreuze an die Wände. Ein Jahr nach dem Brandanschlag auf eine Gaststätte in Ganderkesee sind die Hintergründe der Tat ungeklärt. Bei einer ähnlichen Tat im Kreis Rotenburg gibt es inzwischen Verdächtige.

Ein Einsatzfahrzeug der Polizei steht vor einem Restaurant in Ganderkesee, das durch Brandstiftung zerstört worden ist. An Wänden wurden Hakenkreuz-Schmierereien entdeckt.
Ein Einsatzfahrzeug der Polizei steht vor einem Restaurant in Ganderkesee, das durch Brandstiftung zerstört worden ist. An Wänden wurden Hakenkreuz-Schmierereien entdeckt., Foto: picture alliance/dpa/NWZ

Ein Jahr nach dem Brandanschlag auf das Restaurant "Don Gantero" in Ganderkesee im Kreis Oldenburg sind die Hintergründe der mutmaßlich rassistischen Tat weiter unklar. Das Verfahren sei Anfang Mai eingestellt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg auf Nachfrage. "Wenn neue Ermittlungsansätze auftauchen, wird das Verfahren unaufgefordert wieder aufgenommen."

Am 14. Oktober 2020 hatten Unbekannte Feuer in dem italienischen Restaurant gelegt und damit nach Angaben der Polizei einen Sachschaden von schätzungsweise 500 000 Euro angerichtet. Die Täter schmierten Hakenkreuze an die Wände. Neben den laut Polizei "augenscheinlich rechtspolitisch motivierten Symbolen" stellten die Ermittler Einbruchsspuren fest. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat im ehemaligen Bahnhöfsgebäude beitragen, setzte der Oldenburger Polizeipräsident im Februar 2021 eine Belohnung von 3000 Euro aus. Doch entsprechende Hinweise gab es bislang nicht.

Neben der Brandstiftung in Ganderkesee gab es im vergangenen Jahr im Bremer Umland weitere Brandanschläge auf Restaurants von Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Jedes Mal schmierten der oder die Täter Hakenkreuze an die Wände. So brannte es Mitte Februar 2020 im "Martini" in Syke (Kreis Diepholz). An der Außenwand sowie auf dem Pflaster vor dem Gebäude entdeckte die Polizei aufgesprühte Hakenkreuze und den Spruch "Ausländer raus". Bilder einer Überwachungskamera zeigten, wie zwei vermummte Personen Benzin als Brandbeschleuniger in dem Lokal ausgossen. Dennoch konnte die Tat nicht aufgeklärt werden, die Ermittlungen wurden eingestellt.

Anders sieht es bei den Ermittlungen nach dem Brand im Restaurant "Hexenkeller" in Gnarrenburg im Kreis Rotenburg aus. Im Juli 2020 stand das Inventar des Lokals in Flammen. "Die Ermittlungen laufen noch", sagte ein Polizeisprecher. "Es gibt zwei Tatverdächtige, gegen die wir ermitteln." Weitere Details wollte er nicht nennen. Ob es ein rassistischer Anschlag war, könne derzeit noch nicht beurteilt werden. Dazu seien noch zu viele Fragen offen.

(dpa)

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