29. Juni 2021 –

Umweltziele

Macher mit menschlichem Gespür: Stahlmanager Fuhrmann geht

Ein Vierteljahrhundert prägte Heinz Jörg Fuhrmann den Stahlkonzern Salzgitter. Mit dem Ziel einer nahezu CO2-freien Stahlproduktion übergibt er seinem Nachfolger eine riesige Aufgabe.

12.07.2020, Niedersachsen, Salzgitter: Heinz Jörg Fuhrmann, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG, steht im Werk der Salzgitter AG vor aufgewickeltem Stahl (Coils). (zu dpa "Visionärer Macher mit menschlichem Gespür: Stahlmanager Fuhrmann geht") Foto: Julian Stratenschulte/dpa
12.07.2020, Niedersachsen, Salzgitter: Heinz Jörg Fuhrmann, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG, steht im Werk der Salzgitter AG vor aufgewickeltem Stahl (Coils). (zu dpa "Visionärer Macher mit menschlichem Gespür: Stahlmanager Fuhrmann geht") Foto: Julian Stratenschulte/dpa, Foto: picture alliance/dpa

Der scheidende Vorstandschef des Stahlproduzenten Salzgitter, Heinz Jörg Fuhrmann, hat fehlende Ehrlichkeit bei ambitionierten Klimazielen kritisiert. "Dem Bürger wird nicht ehrlich gesagt, wie hoch die Rechnung für die Dekarbonisierung sein wird", sagte Fuhrmann der Deutschen Presse-Agentur. Vom vielen Reden und Zielesetzen sei noch kein Gramm CO2 eingespart, ganz im Gegenteil.

Wenn Ziele wie mindestens 65 Prozent weniger Treibhausgase bis 2030 im Vergleich zu 1990 realisiert werden sollten, müsste man aus Fuhrmanns Sicht "allmählich in die Pötte kommen". Der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller nach Thyssenkrupp will in den nächsten Jahren die Grundlage für eine nahezu CO2-freie Stahlproduktion legen. Bis 2050 soll dabei die komplette Transformation von der konventionellen hin zu einer wasserstoffbasierten Stahlerzeugung umgesetzt werden.

Damit sei man in der Lage, tatsächlich für die CO2-Reduzierung richtig etwas zu leisten. Denn: "Wir tragen am Standort Salzgitter mit rund einem Prozent zu den deutschen CO2-Emissionen bei", sagte der Konzernchef. Der 64-Jährige verabschiedet sich in diesen Tagen in den Ruhestand, sein Nachfolger wird der frühere Vattenfall-Manager Gunnar Groebler.

(dpa)

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