14. Dezember 2021 – Nicklas Just

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Braunschweig: Forschende entdecken Corona-Hemmer

Einem Forschungsteam mit Braunschweiger Beteiligung ist ein Durchbruch in der Corona-Forschung gelungen. Das immuneigene Protein ZAP ist in der Lage, die Coronaviruslast um das Zwanzigfache zu reduzieren. Dadurch kann es die Grundlage antiviraler Mittel bilden.

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Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig, Foto: picture alliance/dpa

Forschende aus Braunschweig und Würzburg haben ein Protein entdeckt, das in der Lage ist, das Coronavirus zu hemmen. Damit ist dem Team vom Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) und dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) ein kleiner Durchbruch in der Erforschung neuer Behandlungsmethoden für Corona-Patienten gelungen.

Das körpereigene Protein namens ZAP kann den Vermehrungsmechanismus von SARS-CoV-2 unterbinden. In Wirtszellen mit einem erhöhten Spiegel des Proteins konnten die Forschenden eine bis zu 20 Mal niedrigere Coronaviruslast feststellen.

Da ZAP ein Protein ist, das von Mensch zu Mensch unterschiedlich häufig im eigenen Immunsystem vorkommt, könnte die individuelle Konzentration des Proteins dafür verantwortlich sein, wie leicht oder schwer Covid-19 verläuft. Was den Nutzen der Studienergebnisse für die Behandlung von Covid-Patienten angeht, zeigt sich Studienleiterin Jun.-Prof. Neva Caliskan optimistisch: "Unsere Erkenntnisse geben Anlass zur Hoffnung, dass ZAP als Vorlage genutzt werden könnte, um mögliche neue antivirale Mittel zu entwickeln."

Die Studie mit dem Titel "The short isoform of the host antiviral protein ZAP acts as an inhibitor of SARS-CoV-2 programmed ribosomal frameshifting" wurde am 10. Dezember 2021 in der Fachzeitschrift "Nature Communications" veröffentlicht.

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