03. Juli 2023 –

Schätzung auf 800 Tiere

Europäische Wildkatze breitet sich in Niedersachsen aus

Einst waren sie fast ausgerottet, nun ist sie in Niedersachsen wieder breit vertreten: die Wildkatze. Wie viele Tiere in dem Bundesland leben und wie Experten die weitere Entwicklung erwarten.

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27.10.2014: Eine Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris), aufgenommen im Tierfreigehege im Nationalpark Bayerischer Wald. , Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

In Niedersachsen breitet sich die Europäische Wildkatze wieder aus. Mittlerweile leben laut einer Schätzung 800 Tiere in dem Bundesland, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Niedersachse mitteilte. Besonders in Südniedersachsen sind die Tiere demnach verbreitet. Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Tiere in Deutschland fast ausgerottet.

Nach Berechnungen unter anderem anhand der Verbreitungsdichte geht der BUND von 400 bis 700 Tieren im Solling sowie etwa 200 im Harz aus. «Wir gehen davon aus, dass Wildkatzen in Südniedersachsen in fast jeden Wald vorkommen», sagte eine BUND-Sprecherin. Wohl fühlen sich die Tiere demnach vor allem in naturnahen Wäldern mit unter anderem Laubbäumen und umgestürztem Totholz.

Für die Untersuchung der Art setzen die Naturschützer unter anderem auf Holzpflöcke, die mit einem Lockmittel eingesprüht und die regelmäßig auf Wildkatzenhaare untersucht werden. Demnach breitet sich die Art weiter in Richtung Norden aus. Vor allem Tiere, die nicht in Familienverbänden lebten, seien auch schon in der Südheide oder den Kreisen Celle und Lüchow-Dannenberg registriert worden. Die nördlichste Feststellung war laut dem BUND im Kreis Harburg.

Stabile Vorkommen nur Vorkommen im Solling und Harz

Stabil sind laut BUND nur die Vorkommen im Solling und dem Harz. In kleineren Wäldern bestehe die Gefahr, dass eine Population unter anderem durch Straßen von weiteren Tieren abgetrennt werde. Sollte es dann zu plötzlichen Krankheiten kommen, könnten regionale Vorkommen ohne Fluchtmöglichkeit aus ihrem Lebensraum wieder aussterben. Die Haupttodesursache für die Tiere seien zudem Straßen. Der BUND fordert deshalb unter anderem eine bessere Vernetzung von Waldgebieten.

Darüber hinaus warnt der Verein davor, die Tiere mit nach Hause zu nehmen. Die Europäische Wildkatze sehe grau getigerten Hauskatzen oft sehr ähnlich und könne mit ihnen verwechselt werden. Bei den Hauskatzen handelt es sich allerdings um eine gänzliche andere Art, die von der Afrikanischen Falbkatze abstammt. Die Europäische Wildkatze hingegen vertrage handelsübliches Katzenfutter nicht; Keime in Wohnhäusern könnten für sie tödlich sein.

(dpa)

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