30. November 2025 – dpa

Nach Kritik an Nikolausbrauch

Kein Schlagen mehr mit Kuhhörnern bei Klaasohm auf Borkum

Weil Frauen mit Kuhhörnern auf den Hintern geschlagen wurden, gab es 2024 heftige Kritik am Borkumer Klaasohm-Fest. Gewalt soll es nicht mehr geben. Die Polizei plant den Brauch wieder abzusichern.

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Im vergangenen Jahr hatte die Polizei das Klaasohm-Fest mit Unterstützung vom Festland abgesichert. (Archivbild)

Nach heftiger Kritik 2024 wollen die Stadt Borkum, der Verein Borkumer Jungens und die Polizei auch in diesem Jahr für ein friedliches Klaasohm-Fest auf der Nordseeinsel sorgen. Ein Bericht des ARD-Magazins «Panorama» über die Tradition, dessen Bestandteil auch das Schlagen von Frauen mit Kuhhörnern war, hatte im vergangenen Jahr bundesweit für Empörung gesorgt. «Die Polizei ist wie in jedem Jahr zur Veranstaltung präsent», teilte eine Sprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden auf Anfrage mit. Genaue Zahlen zu Einsatzkräften nennt die Polizei nicht.

Der Verein Borkumer Jungens, der das Klaasohm-Fest veranstaltet, hatte im vergangenen Jahr angekündigt, den «Brauch des Schlagens» mit Kuhhörnern abzuschaffen. Das Fest 2024 verlief laut der Polizei und der Stadt friedlich.

Auch an diesem Klaasohm solle es wieder ein Schutzkonzept geben, sagt Inselbürgermeister Jürgen Akkermann (parteilos), der Deutschen Presse-Agentur. Das Konzept des vergangenen Jahres habe sich bewährt.

Neben der Polizei waren 2024 bei den Umzügen Ordner-Teams mitgelaufen. Zusätzlich hatte die Stadt eine Telefonnummer und Räume eingerichtet, wo sich Frauen melden konnten, sollte es zu gefährlichen oder unangenehmen Situationen kommen. «Diese Hilfsangebote stellen die wesentliche Veränderung und Weiterentwicklung gegenüber früherer Jahre dar. Ansonsten wird das Fest unverändert ausgerichtet», sagt Akkermann. Er betont zudem, dass das Schlagen nie ein zentraler Bestandteil des Klaasohm-Festes gewesen sei. Es sei aber problematisch gewesen und aufgearbeitet worden.

Im vergangenen Jahr hatte die Polizei ihre Präsenz zu Klaasohm auf Borkum erhöht, dafür kam auch Unterstützung vom Festland. Die Polizei rechne mit dem gleichen Besucheraufkommen wie in den Jahren zuvor, teilt die Sprecherin der Polizeiinspektion mit. «Denn es ist ein Fest für die Insulaner und keine beworbene Veranstaltung.» Im vergangenen Jahr kamen rund 600 Menschen.

In dem «Panorama»-Beitrag 2024 berichteten Borkumerinnen anonym von aggressiven Übergriffen während eines früheren Klaasohm-Festes. Ein Team filmte, wie Frauen bei einem vorherigen Fest auf der Straße von «Fängern» festgehalten wurden und ihnen die Klaasohms, mit Masken aus Schafsfell und Federn verkleidete junge Männer, mit einem Kuhhorn auf den Hintern schlugen.

Danach waren bei der Polizei insgesamt 25 Anzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung gegen Unbekannt und Strafvereitelung im Amt eingegangen. Die Staatsanwaltschaft Aurich stellte die Ermittlungen im Frühjahr ein. Keine möglichen Geschädigten hätten die Straftaten angezeigt, hieß es. Die Anzeigen seien allein aufgrund der Berichterstattung in den Medien erfolgt.

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