27. Juli 2020 – Nele Schöning

Badesaison in Niedersachsen

Was tun bei Badeunfällen?

Die Badesaison hat wieder gestartet, aber leider verunglücken jedes Jahr immer wieder Menschen bei Badeunfällen. Wie ihr Badeunfällen vorbeugen und im Notfall helfen könnt, erfahrt ihr bei uns im Gespräch mit der DLRG!

Foto: Screenshot Antenne Niedersachsen
Foto: Screenshot Antenne Niedersachsen

Ein Mensch ragt aus dem Wasser, wedelt wild mit den Armen und ruft um Hilfe: So wird ein Ertrinkender in Filmen dargestellt. Aber Achim Wiese, Pressesprecher der DLRG, erklärt im Gespräch mit Verkehrs-Kai, dass Ertrinkende gar nicht mehr in der Lage sind, die Arme aus dem Wasser zu heben. All ihre Kraft bringen sie dafür auf, um sich über Wasser zu halten. Wie ihr einen Ertrinkenden erkennt und was ihr im Notfall tun könnt, seht ihr im Video!

Falls ihr das Video nicht sehen könnt, klickt hier und kommt direkt zum Video auf YouTube. >>>

Im Folgenden findet ihr noch mehr Informationen, wie ihr einem Ertrinkenden oder einem Retter helfen könnt, wie ihr eure Kinder im Wasser richtig sichert und wie ihr Badeunfällen vorbeugt.

So könnt ihr einem Ertrinkenden helfen

  • Rettungskette aktivieren und die 112 wählen
  • Nur zur Rettung ins Wasser, wenn ihr das sicher schafft!
  • Von hinten an einen Ertrinkenden schwimmen und ihm Hilfe zusichern

Vorsicht bei der Rettung: Ertrinkende befinden sich in Lebensgefahr und versuchen sich mit allen Mitteln über Wasser zu halten. Im schlimmsten Fall seid ihr das.

Seinen Helfer unterstützen

Solltet ihr mal in der Lage eines Ertrinkenden sein, versucht euren Helfer nicht ebenfalls unter die Wasseroberfläche zu ziehen. Stattdessen haltet euch an seiner Schulter fest, damit er euch sicher ans Land bringen kann. Wenn der Helfer sogar ein Hilfsmittel dabei hat, greift danach und lasst euch ziehen. So sichert ihr nicht nur euer Leben, sondern auch das eures Helfers.

So sichert ihr eure Kinder richtig

Viele Eltern bringen ihren Kindern, die noch nicht schwimmen können, im Wasser Schwimmflügel an. Doch Achim Wiese sagt: "Es ist in der Tat so, dass Schwimmflügel nur eine Sicherheit suggerieren und somit eine trügerische Sicherheit sind." Zum einen stören Schwimmflügel und zum anderen können Schwimmflügel sogar lebensgefährlich sein. Falls das Kind mit dem Kopf unter Wasser gerät, kann es sich durch die Schwimmflügel nicht mehr so drehen, dass der Kopf wieder über Wasser gelangt.

Die beste Sicherung für eure Kinder: Am besten sichert ihr eure Kinder, wenn ihr im Wasser stets an der Seite eurer Kinder seid. Nehmt auch zum Beispiel eine Schwimmnudel oder ein Schwimmbrett mit. An der können sich eure Kinder festhalten und können der Gefahr entgehen unterzugehen. Und einen Vorteil haben die Schwimmnudel und das Schwimmbrett noch, denn eure Kinder können damit spielen!

Foto: Dmitry Naumov - stock.adobe.com
Foto: Dmitry Naumov - stock.adobe.com

DLRG: Beherzigt die Baderegeln

"Badet dort, wo eine Badeaufsicht ist", sagt Achim Wiese. Denn 80 Prozent der Ertrinkungsunfälle pro Jahr geschehen dort, wo keine Badeaufsicht ist. Aber auch die Baderegeln solltet ihr laut DLRG dringend beherzigen!

Baderegeln:

  1. Gehe nur zum Baden, wenn du dich wohl fühlst. Kühle dich ab und dusche, bevor du ins Wasser gehst.
  2. Gehe niemals mit vollem oder ganz leerem Magen ins Wasser.
  3. Gehe als Nichtschwimmer nur bis zum Bauch ins Wasser.
  4. Rufe nie um Hilfe, wenn du nicht wirklich in Gefahr bist, aber hilf anderen, wenn sie Hilfe brauchen.
  5. Überschätze dich und deine Kraft nicht.
  6. Bade nicht dort, wo Schiffe und Boote fahren.
  7. Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlasse das Wasser sofort und suche ein festes Gebäude auf.
  8. Halte das Wasser und seine Umgebung sauber, wirf Abfälle in den Mülleimer.
  9. Aufblasbare Schwimmhilfen bieten dir keine Sicherheit im Wasser.
  10. Springe nur ins Wasser, wenn es frei und tief genug ist.

Auch für Erwachsene gelten diese Baderegeln und im Idealfall lebt ihr euren Kindern diese Regeln selbst vor und erklärt sie ihnen. Ebenfalls findet ihr auf der Webseite der DLRG ein Faltblatt mit allen Baderegeln übersetzt in vier Sprachen.

Foto: New Africa - stock.adobe.com
Foto: New Africa - stock.adobe.com

Vorsicht an diesen Badeseen

Naturbadesee:

Naturbadeseen können aufgrund von durchfließender Flüsse, die Strömungsverhältnisse erzeugen, gefährlich werden. Obacht gilt auch bei Pflanzen des Sees, in denen ihr euch verfangen könnt.

Kiesteiche und Baggerseen:

Diese Seen sind meist erst seicht, sodass man gut stehen kann. Jedoch kann es dann abrupt in die Tiefe gehen, was vor allem für Kinder und Nicht-Schwimmer lebensgefährlich ist. Besonders Temperaturumschwünge passieren in Badeseen recht plötzlich. Es kann sein, dass das Wasser an der Oberfläche noch 30 Grad beträgt und dann ca. 80 Zentimeter tiefer ein Temperatursprung von 10 Grad geschieht. Dadurch können Kreislaufprobleme eintreten, aber auch schwere Krämpfe in den Beinen.

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