12. Oktober 2020 – Niels Kristoph

Hunde erkennen Corona

Hier schnüffeln die Corona-Dogs

Seit Wochen werden in Hannover Hunde zu Corona-Schnüfflern ausgebildet. Sie sind schneller als jeder Test. Wir haben das Training der Supernasen begleitet.

Djaka wedelt mit dem Schwanz und kann es kaum abwarten. Die Beagle-Hündin kennt das Spiel: Aus den sechs Löchern des Grauen-Geruchsautomaten strömen unterschiedliche Gerüche. Steckt Djaka ihr Schnauze in das Loch mit der Corona-Probe, gibt's vom Automaten Futter zur Belohnung. So wird aus der vierjährigen Hündin eine Corona-Supernase.

14 Hunde werden unter anderem von Paula Jendrny mehrmals in der Woche trainiert. Sie ist Doktorandin an der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo). Das Thema "Corona-Spürhunde" ist ihre Doktorarbeit. "Prinzipiell eignet sich jeder Hund für die Schnupperaufgabe, abgesehen von kurznasigen Rassen. Die haben nicht so viel Riechschleimhaut", erklärt Jendrny. Und die Corona-Spürhunde sind durchaus erfolgreich: In einer ersten Studie konnten acht Hunde der Bundeswehr von tausend Corona-Proben fast alle erschnüffeln. Die Treffer-Quote lag bei 94 Prozent.

Wie riecht Corona?

Gar nicht! Wie genau die Hunde die Corona-Proben erkennen, können auch die Wissenschaftler nicht sagen. Viren haben zwar keinen Geruch. Sie verändern aber die Zellen des Menschen und damit auch deren Stoffwechsel. Das können die Hunde offenbar erkennen. Die Forscher in Hannover suchen nun weitere mit Corona infizierte Freiwillige. Mit ihren Speichelproben soll unter anderem herausgefunden werden, ob die Spürhunde das Virus Sars-CoV-2 von anderen Coronaviren unterscheiden können.

Die Corona-Spürhunde könnten in Zukunft zum Beispiel bei großen Veranstaltungen eingesetzt werden.

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