29. August 2025 – Sascha Funke
In Burgdorf unterwegs
Deutschlands erster selbstfahrender Linienbus
Ein Bus ohne Busfahrer. Bei der offiziellen Premierenfahrt in Burgdorf war regionale und bundespolitische Prominenz mit an Bord. Ab dem 15.09. steht der "albus" dann allen Volljährigen offen.
Der autonome Linienbus "albus" (Quelle: ÜSTRA)
Auftakt in Burgdorf: Politik und Innovation an Bord
Der "albus", ein selbstfahrender Linienbus, hat seine offizielle Premierenfahrt in Burgdorf erfolgreich gemeistert. Mit an Bord waren u.a. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und der Präsident der Region Hannover Steffen Krach.
Es ist bundesweit das erste Mal, dass ein großer Linienbus im sogenannten „Level-4-Betrieb“ unterwegs ist. Das bedeutet: Der Bus fährt seine Strecke im öffentlichen Verkehr autonom, komplett ohne Fahrer. Für die nötige Sicherheit sorgt aber immer noch eine Aufsicht an Bord. Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt: Vergleichbare Projekte gibt es bislang nur in Norwegen.
Zufriedenheit mit Innovationsprojekt
Das Pilotprojekt „albus“ wird vom Bund mit 3,7 Millionen Euro gefördert. Bundesverkehrsminister Dr. Patrick Schnieder sagte nach der Fahrt: "Die Technologie funktioniert und ist bereit für den Einsatz. [...] Das bislang einzigartige Projekt wird eine große Strahlkraft auf andere Regionen haben". Auch Regionspräsident Steffen Krach, kürzlich noch als SPD-Bürgermeisterkandidat für Berlin nominiert, betont ebenfalls die große Bedeutung des Projekts: "Die Mobilität der Zukunft entsteht nicht irgendwo, sondern hier bei uns.".
Von links nach rechts: Regionspräsident Steffen Krach, ÜSTRA-Vorständin Elke van Zadel, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn, Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz und ÜSTRA-Vorständin Denise Hain.
Ab Montag, den 15. September kann dann aucn die breite Öffentlichkeit ausprobieren, wie sich so eine Fahrt im Bus ohne Busfahrer anfühlt. Interessierte Volljährige melden sich online an und erhalten einen Zugang zur kostenlosen Testfahrt. Der „Preis“ dafür: Nach der Tour gibt es eine kurze Umfrage. Der Bürgermeister von Burgdorf, Armin Pollehn, lädt alle Bürgerinnen und Bürger ein, von dieser Möglichkeit auch Gebrauch zu machen. „Probieren Sie es aus, fahren Sie mit, geben Sie uns Ihr Feedback. Gemeinsam sammeln wir Erfahrungen, die den Nahverkehr von morgen prägen können."
Was der "albus“ kann
Hinter „albus“ steckt nicht nur ein futuristischer Name, sondern vor allem viel Technik und Innovation. Der Begriff steht für „Autonomer Linien-Bus“. Hier übernimmt also nicht länger ein Fahrer die Steuerung, sondern modernste Sensorik und intelligente Software. LiDAR, Radar und Infrarot arbeiten Hand in Hand und sorgen für präzise Orientierung.
Der acht Meter lange Elektrobus des Herstellers KARSAN, ausgestattet mit Technologie des internationalen Partners ADASTEC, fährt künftig im regulären Mischverkehr in Burgdorf - mit bis zu 40 km/h, 22 Sitzplätzen und einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern. Auf der rund sechs Kilometer langen Teststrecke bedient das Fahrzeug elf Haltestellen, überquert zehn Ampelkreuzungen und bewältigt Herausforderungen wie Kreisverkehre und Fußgängerüberwege. Der Test ist zunächst bis Ende 2025 geplant, kann aber noch verlängert werden
Projekt für die Praxis
Der Start von „albus“ soll aber aber nicht in erster Linie zeigen, was technisch alles möglich ist. Es geht wie mehrfach betont um die Zukunft der Mobilität. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitetet und soll zeigen, wie autonomes Fahren in den ÖPNV integriert werden kann, wie es von den Fahrgästen akzeptiert wird und welchen Beitrag es künftig zur Verbesserung von Taktung und Abdeckung leisten könnte – gerade in ländlichen Räumen oder zu Randzeiten.
Für die einen ist es eine spannende Testfahrt, für die anderen vielleicht schon ein Blick in den Nahverkehr von morgen. So oder so: Mit „albus“ fährt Niedersachsen als Innovationstreiber vorneweg und setzt schon heute wichtige Impulse für die Mobilität der Zukunft