Wusstet ihr...?

10 Fakten über... Bad Zwischenahn

Bad Zwischenahn liegt westlich der Stadt Oldenburg im Nordwesten von Niedersachsen. Mit über 28.400 Einwohnern ist sie die größte Gemeinde im Landkreis Ammerland. Hier erfahrt ihr zehn spannende Fakten über Bad Zwischenahn, von denen ihr bestimmt noch nichts wusstet.

Foto: Bad Zwischenahn Touristik
Foto: Bad Zwischenahn Touristik

Fakt 1: Der tote Junge von Kayhausen

Es klingt wie in einem Film: nichtsahnend geht ein Torfstecher zur Arbeit. Im Moor findet er 120 cm unter der Oberfläche einen Oberschenkelknochen und Reste eines Pelzumhangs. Er legt schließlich das komplette Skelett eines Jungen frei. Was an Hollywood erinnert, ist tatsächlich so in der Ortschaft Kayhausen bei Bad Zwischenahn im Jahr 1922 passiert. Wissenschaftler datierten den Todeszeitpunkt des Jungen später auf das 4. bis 1. Jahrhundert v.Chr. Interessant: Die Leiche wurde vor dem Abtransport in ein Museum in Oldenburg im Gasthof "Spieker" in Bad Zwischenahn zwischengelagert. Zahlreiche Schaulustige kamen, um sich den "Jungen von Kayhausen" anzusehen. Viele nahmen sich Knochen oder Zähne als Andenken mit, weshalb beispielsweise nur noch die Backenzähne des Jungen vorhanden sind. Außerdem fehlen einzelne Handknochen.

Fakt 2: Die Wahlheimat der Mainzelmännchen

Foto: picture alliance / dpa

Wer die Mainzelmännchen mit einem großen öffentlichen Fernsehsender und dessen Hauptstandort Mainz verbindet, der irrt sich nicht. Und doch sind auch in Bad Zwischenahn, knapp 480 km von Mainz entfernt, die kleinen Männchen, die im ZDF durch die Werbepausen huschen, mehr als bekannt. Denn der Erfinder von Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen machte die niedersächsische Stadt zu seiner Wahlheimat. Wolf Gerlach verstarb schließlich 2012 in Bad Zwischenahn. Um ihm zu gedenken wurde eine Bronzeskulptur von Det im Bad Zwischenahner Kurpark aufgestellt.

Fakt 3: Ein zweites Loch Ness?

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Bad Zwischenahn liegt zwar nicht direkt an der niedersächsischen Nordseeküste, Wasser ist aber trotzdem in der Stadt zu sehen. Und auf dieses wird seit den späten siebziger Jahren ganz besonders geschaut: das Zwischenahner Meer soll nämlich das Zuhause eines riesigen Welses sein. Sogar die "New York Times" sprang auf die Geschichte an und berichtete darüber. In den fünfziger Jahren wurden viele Welse in dem See ausgesetzt, der Legende nach lebt einer von ihnen noch heute - und hat ungeheure Ausmaße erreicht. "Augenzeugen" berichteten anfangs von einem 3,5 m langen Tier, mittlerweile ist der Fisch in den Erzählungen der Bad Zwischenahner um mehrere Meter gewachsen. Tatsächlich gesehen hat den Riesenfisch seit Langem niemand mehr. Nur auf dem Bad Zwischenahner Marktplatz erinnert eine Bronzefigur an seine (vermeintliche) Existenz.

Fakt 4: Ein Pastor rettet die Stadt vor Bombenhagel

Foto: Bad Zwischenahn Touristik
Foto: Bad Zwischenahn Touristik

Bad Zwischenahn war im zweiten Weltkrieg akut von Bombardierungen durch die Kanadier bedroht. Insbesondere der Fliegerhorst Rostrup wurde von ausländischen Truppen anvisiert. In Flugblättern drohten kanadische Truppen: "Wenn sich Zwischenahn nicht ergibt, wird es dem Erdboden gleichgemacht", allerdings nicht ohne darauf hinzuweisen, dass es Wunsch der Kanadier wäre "dieses nette kleine Städtchen nicht dem Erdboden gleichzumachen". Der gebürtige Bad Zwischenahner Pastor Wilhelm Schulze konnte die deutschen Truppen schließlich zum Abzug überreden. Bad Zwischenahn war gerettet. Heute ist eine Straße nach dem Retter benannt, außerdem wurde ihm eine Gedenktafel gewidmet.

Fakt 5: Europas höchster Geldgewinn

Symbolbild
Symbolbild, Foto: picture alliance / dpa

3 Mark steckte ein 48-jähriger Mann im Jahr 2000 in einen Glücksspielautomat in Bad Zwischenahn. Sekunden später sollte er diesen Einsatz nicht mehr schmerzlich vermissen, denn er erzielte damit den höchsten Gewinn an einem Automaten in ganz Europa. 4,58 Millionen Mark spuckte der einarmige Bandit seinem verdutzten Benutzer vor die Füße. Alle fünf Walzen hatten gleichzeitig das Symbol des Jackpots angezeigt.

Fakt 6: Ein Werbestar, der durchdreht

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Jeder kennt sie, bekannt ist sie hauptsächlich durch regelmäßige Werbeverträge. Ihr Aussehen scheint gewöhnlich, doch etwas hebt sie dann doch hervor: vermutlich ihr besonderes Rot oder aber, dass sie regelmäßig durchdreht in ihren Spots. Obwohl sie so bekannt ist, wissen nur wenige, dass der Star aus Bad Zwischenahn kommt. Und dieser ist sogar so berühmt, dass viele Deutsche eine Abbildung von ihr zuhause haben - im Kühlschrank nämlich. Welche Person gemeint ist? Keine! Sondern die Rügenwalder Mühle, bekannt aus Werbungen und den Verpackungen des gleichnamigen Unternehmens. Unverkennbar ist sie durch ihre roten Flügel. Und durchdrehen tut sie - wenn sie in Betrieb ist - auch ab und zu.

Fakt 7: Geburtststätte der Schüßler-Salze

Foto: Ekkehart Reinsch

In der homöopathischen Medizin sind sie heute nicht mehr wegzudenken: die Schüßler-Salze. Aber wusstet ihr, dass die ihre Anfänge in Bad Zwischenahn haben? Denn der Mediziner, der mit der Therapie mithilfe dieser Salze begonnen hat, heißt Wilhelm Heinrich Schüßler und wurde 1821 in Bad Zwischenahn geboren. Als er 1873 erstmals von seiner Idee, mit Salzen Krankheiten zu behandeln, an die Öffentlichkeit ging, traf er dort auf viel Skepsis und Kritik unter seinen Kollegen. In den 1980er Jahren allerdings erfreute sich die Therapie dann großer Beliebtheit. Um dem berühmtesten Sohn der Stadt Bad Zwischenahn zu gedenken wurde 1932 ein Schüßler-Denkmal eingeweiht.

Fakt 8: "And the Olga goes to..."

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Jedes Jahr wird in Bad Zwischenahn einer der begehrtesten Preise in Niedersachsen verliehen. Den goldenen Oscar kennt ja jeder, doch hier wird quasi seine "Schwester" vergeben: die "Goldene Olga". Sie ist zwar nicht ganz so hoch angesehen wie der große Bruder, aber ihm von der Bedeutung und Wichtigkeit weit überlegen. Die "Goldene Olga" ist eine vergoldete Kuh - und das soll sie auch symbolisieren. Der Milchlandpreis wird für das nachhaltigste Wirtschaften in Milchbetrieben aus Niedersachsen verliehen. Eine Auszeichnung, die nicht nur zeigt, wo es die beste Milch gibt, sondern auch, wo effizient gearbeitet wird und es den Kühen am besten geht.

Fakt 9: Werk des Teufels

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Das Zwischenahner Meer ist mit seiner Legende über den Riesen-Wels oder als Erholungsziel mittlerweile überregional bekannt. Wie es aber entstanden ist, darüber wird gestritten. Auch hier gibt es zahlreiche Legenden und Sagen. So wird beispielsweise in einer weit verbreiteten Sage vom "Düwelswark" gesprochen - plattdeutsch für "Teufelswerk". Denn angeblich wurde der Teufel sehr zornig, als die benachbarte Stadt Oldenburg mit dem Bau der ersten Kirche beginnen wollte. Er beschloss, die Stadt zu vernichten und riss deshalb eines Nachts ein Stück Erde aus dem Wald, um es auf die Stadt zu werfen. Was blieb ist eine tiefe Grube, die heute das Zwischenahner Meer ist.

Fakt 10: Gemütlich zwischen Bäumen schlafen

Foto: picture alliance / dpa

Wer eine ganz außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeit sucht, der wird in Bad Zwischenahn fündig. Im Resort "Baumgeflüster" wohnen Gäste knapp vier Meter über dem Boden in luxuriösen Baumhäusern. Erst nach der Buchung erfährt man, wo sich die Unterkunft eigentlich genau befindet. Fernab von Straßenlaternen und dem Lärm der Zivilisation sollen die Gäste bestmöglichst entspannen können.

Ihr wollt noch mehr kuriose Fakten? Die gibt's hier: 10 Fakten über... alle Städte von A bis Z

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