19. Juni 2020 – Nele Schöning

Wusstet ihr...?

10 Fakten über… Schöningen

Hättet ihr gewusst, dass viele Touristen in Schöningen hinter Gittern landen? Oder dass sich historische Zehntonner in Schöningen rumtrieben? Oder so mancher Schöninger Schläge kassiert? Hier erfahrt ihr zehn spannende Fakten über Schöningen, von denen ihr bestimmt noch nichts wusstet.

Foto: Stadt Schöningen
Foto: Stadt Schöningen

Fakt 1: Im Urlaub hinter Gittern

Eine Horrorvorstellung als Tourist wäre wahrscheinlich im Urlaubsort ins Gefängnis zu kommen. Doch genau das passiert so manchem Touristen in Schöningen! In der Tourist-Info befindet sich nämlich eine Gefängniszelle. In dieser haben schon so einige ihren Rausch ausgeschlafen. Noch bis heute ist der Trakt vergittert. Damals gehörte die Tourist-Info zum Amtsgericht, in dem es bis in die 70er Jahre mehrere Gefängniszellen gab.

Foto: Stadt Schöningen
Foto: Stadt Schöningen

Fakt 2: Historische Zehntonner

Habt ihr das schon gewusst? Die europäischen Waldelefanten, die damals in Schöningen lebten, waren größer und schwerer als die heutigen afrikanischen Elefanten! Nach der Beurteilung bisheriger Funde konnten die Bullen der Waldelefanten eine Schulterhöhe von bis zu 4,2 Meter erreichen und bis zu 10 Tonnen auf die Waage bringen. Der afrikanische Elefant hingegen erreicht nur bis zu 3,2 Meter mit einem Gewicht von ca. 4 bis 6 Tonnen. Im Forschungsmuseum Schöningen, dem Paläon, könnt ihr die Fundstücke der Waldelefanten genauer betrachten und einen originalgetreuen Waldelefanten könnt ihr am Elmhaus bewundern.

Foto: picture alliance/dpa

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Fakt 3: Bitte nicht schlagen!

Stellt euch mal vor es ist Mitternacht und ihr befindet euch auf dem Gelände der Elmsburg. Plötzlich bemerkt ihr eine Frau durch die Gegend wandern. Ihr wollt ihr eure Hilfe anbieten und nähert euch. Doch als die Frau euch entdeckt, schlägt sie mit ihrem großen Schlüsselbund nach euch. Aus den getroffenen Stellen an eurem Körper entweicht das Gefühl und sie erlahmen. Ihr blickt euch nach der Frau um, doch sie ist nirgends mehr zu sehen. Ganz schön gruselig oder? Genau das könnte euch jedoch passieren, wenn ihr der Sage glaubt, welche von den Stadtführern beim Elmspaziergang erzählt wird. Hauptfigur dieser Sage ist ein Burgfräulein. Sie wandert nachts von der Elmsburg zum großen Steinblock, unter dem angeblich ein goldener Hirsch liegen soll.

Foto: Kreisarchäologie Helmstedt (M. Bernatzky)
Foto: Kreisarchäologie Helmstedt (M. Bernatzky)

Fakt 4: Das härteste Wasser Deutschlands

Könnt ihr euch vorstellen, wie es ist jeden Tag Wasser nach Hause transportieren zu müssen, obwohl ihr dort fließendes Wasser habt? Die Menschen in Schöningen mussten dies bis 1959 tun. Es gab zwar eine zentrale Wasserversorgung, die für jeden Wasser zugänglich machte, aber dieses Wasser war voller Kalk. Zu diesem Zeitpunkt war es das "härteste" Wasser Deutschlands mit einem Härtegrad von 75 bis 84. Normal war damals ein Härtegrad von 16 bis 20, welches als weiches Wasser bezeichnet wurde. Die Bewohner nutzten in dieser Zeit zum Waschen Regenwasser und zum Kochen gab es einige Weichwasserbrunnen. Die vielen Wasserträgerinnen in Schöningen trugen jeden Tag das Wasser dieser Brunnen, mit Hilfe eines Trageholzes, nach Hause. Seit 1938 steht die Bronzestatue "die Wassermaid" auf dem Schöninger Markt, um an die vergangenen Zeiten zu erinnern.

Foto: Stadt Schöningen
Foto: Stadt Schöningen

Fakt 5: Schmuggel in der Heringsbahn

Wusstet ihr, dass Menschen aus Hötensleben damals heimlich Hering aus Schöningen in ihr Dorf beförderten? Zu Zeiten der DDR war Hering ein knappes Lebensmittel. Mit der Bahn, welche zwischen Schöningen und Hötensleben verlief, versuchten die Menschen den Hering möglichst unbemerkt mitzunehmen. Durch den täglichen Schmuggel mit der Bahn, nahm diese aber einen starken Fischgeruch an. Daraufhin nannten die Menschen die Bahn nur noch die "Heringsbahn".

Foto: picture-alliance / dpa

Fakt 6: Hier hatten Turmschädel das Sagen

Damals gab es eine Oberschicht in Schöningen, die sich die Köpfe verformte, um ihren Status nach Außen darzustellen. Diese Deformation des Schädels wurde schon im Kindesalter durchgeführt. Dabei wurde der Kopf mithilfe von Bandagen künstlich verformt. Das Ergebnis wurde dann "Turmschädel" genannt. Dieses Verfahren ist aber ursprünglich durch die Hunnen bekannt und kam durch die Völkerwanderungszeit nach Mitteldeutschland. Durch den Fund eines weiblichen deformierten Schädels in der Salzstraße von Schöningen erfuhr man von dem Verfahren der Oberschicht. Der Schädel trägt auch den Titel "Die Geheimnisvolle von der Salzstraße", da nie herausgefunden wurde, welcher Familie sie angehörte.

Wie ein Turmschädel aussah, zeigt euch folgendes Foto einer Hunnen Rekonstruktion:

Foto: Marcel Nyffenegger
Foto: Marcel Nyffenegger

Fakt 7: Beziehungen bis ins weiße Haus

Was hat der damalige amerikanische Präsident John Tyler eigentlich mit Schöningen zu tun? Er wurde in dem Porträt-Studio von William und Frederick Langenheim in den 1840er Jahren fotografiert. Die beiden Brüder zogen als weltweit erste Fotoreporter durch Amerika und kamen aus Schöningen. In Schöningen wurden sie als Söhne des Bürgermeisters Langenheim geboren und verbrachten dort ihre Zeit bis sie später auswanderten. Anhand von Fotos dokumentierten sie ihre Reisen. Sie waren so erfolgreich, dass noch heute eine Sammlung ihrer Fotografien im Metropolitan Museum of Art in New York ausgestellt ist.

Fakt 8: Jetzt wird's rutschig!

Alle Rutschen-Nerds kommen jetzt auf ihre Kosten! Denn in Schöningen gibt es eine ganz besondere Rutsche. Die Wasserrutsche des Badezentrums Negenborn ist nämlich ganze 122 Meter lang. Doch nicht nur das, denn sie ist verrückterweise auch noch komplett fugenlos. Das verlieh ihr schon den Titel: "Die längste fugenlose Rutsche Europas"!

Fakt 9: Der Bogenschütze mit den Zahnschmerzen

Könnt ihr euch vorstellen, dass man in Schöningen ein 4.000 Jahre altes Skelett fand und auch noch herausfand wie dieser Mensch gelebt hatte? Eine ganz schön beachtliche Leistung von den Forschern. Der Mann war damals Bogenschütze und gehörte zu den frühen Ackerbauern. Auch litt er den Forschern zufolge an Zahnschmerzen und Kreuzleiden. Da er in Hoiersdorf, einem Ortsteil Schöningens, gefunden wurde, wird er heute Hoiersdorfer Bogenschütze genannt.

Foto: Stadt Schöningen
Foto: Stadt Schöningen

Fakt 10: Ganz besondere Steine

Habt ihr auch schon mal einen bunt bemalten Stein in Schöningen entdeckt und euch gefragt woher er kommt? Dann haben wir hier die Lösung des Rätsels für euch. Die Bewohner Schöningens haben sich im August 2019 einen kleinen Zeitvertreib einfallen lassen. Sie bemalen Steine und verteilen sie in der ganzen Stadt. Das bezeichnen sie als "Auswildern". Wenn nun jemand einen Stein findet, macht er ein Foto davon und postet dieses in eine spezielle Facebookgruppe namens "ElmSteine". Der Name "ElmSteine" ist an das angrenzende Gebiet des Höhenzugs Elm angelehnt. Nachdem der Elmstein gefunden wurde, wird er an einem anderen Ort wieder ausgewildert. Dabei ist es ganz egal, an welchem Ort der Stein ausgesetzt wird. Ein Elmstein ist sogar schon bis an die Ostsee gewandert.

In Niedersachsen haben sich auch schon die "Küstensteine" auf den Weg in die weite Welt gemacht. Wenn ihr dazu mehr wissen wollt, klickt einfach hier.

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