09. Juli 2020 – Nele Schöning

Wusstet ihr...?

10 Fakten über… Elsfleth

Habt ihr gewusst, dass früher junge Elsflether nachts zu Dieben wurden? Oder dass in Elsfleth für Draußen geheizt wird? Oder habt ihr schon von dem kleinen Pony Hemi aus Elsfleth gehört, dass sich auf weite Reisen wagt? Hier erfahrt ihr 10 spannende Fakten über Elsfleth, von denen ihr bestimmt noch nichts wusstet!

(Foto: Touristik-Information Stadt Elsfleth)
(Foto: Touristik-Information Stadt Elsfleth)

Fakt 1: Diebstahl der Elsflether Böcke

Habt ihr gewusst, dass vor rund 50 Jahren junge Elsflether in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Elsflether Böcke aus Oldenburg stahlen? Die Figur der beiden streitenden Böcke stand jahrelang vor dem Elsflether Amtsgericht. Im Zuge der Auflösung des Gerichts im Dezember 1971 wurden die Böcke schließlich nach Oldenburg abtransportiert. Dort sollten sie vor dem neuen Gericht stehen. Aber das verärgerte viele Elsflether, weil die Böcke ihr Wahrzeichen waren und nicht das der Oldenburger. So beschlossen junge Elsflether in der Nacht zum 31. Dezember die Elsflether Böcke wieder in ihre Heimat zu holen. Doch die Polizei erfuhr von dem Vorhaben und sperrte die Straße zum Gericht in Oldenburg. Trotz allem gelang es den Jugendlichen die Böcke zu entwenden und sie wieder vor dem Elsflether Amtsgericht zu platzieren. Am nächsten Tag glaubten manche Elsflether die Justizverwaltung habe Einsicht gezeigt und die Böcke zurückgebracht - doch dem war nicht so. Oldenburg stellte sich quer und wollte sie wieder haben. Die Elsflether Böcke wurden noch am 31. Dezember wieder nach Oldenburg gebracht, wo sie bis heute stehen.

Links stehen die Elsflether Böcke vor dem Elsflether Amtsgericht und rechts stehen sie im Garten des Gerichtsgebäudes in Oldenburg. (Foto (li.): Stadt Elsfleth / Foto (r.): Antenne Niedersachsen)
Links stehen die Elsflether Böcke vor dem Elsflether Amtsgericht und rechts stehen sie im Garten des Gerichtsgebäudes in Oldenburg. (Foto (li.): Stadt Elsfleth / Foto (r.): Antenne Niedersachsen)

Fakt 2: Hier wird für Draußen geheizt!

Zu jeder beliebigen Jahreszeit treffen sich Elsfletherinnen und Elsflether im Rentenalter an der Elsflether Kaje. Ihr Treffpunkt ist eine blaue Bank mit der Aufschrift "Elsflether Rentnerbank mit Heizung". Moment mal, dachtet ihr auch gerade ihr habt euch verlesen? Dem ist nicht so: An der "Rentnerbank" ist tatsächlich eine Heizung angeschlossen! Der damalige Bürgermeister ließ sie anbringen, da sich ein paar Wenige über die kühlen Temperaturen in den Wintermonaten beschwert hatten. Bevor die Heizung hinzu kam, wurde die Bank allerdings von einem Bürger Elsfleths gespendet. "Vor Verlassen der Bank, bitte die Heizung abstellen", steht weiter auf der Bank. Die Heizung kann natürlich nicht wirklich heizen. Dennoch amüsierten sich die Rentner über den kleinen Spaß ihres Bürgermeisters.

Die Elsflether Rentnerbank mit Heizung an der Elsflether Kaje. (Foto: Touristik-Information Stadt Elsfleth)
Die Elsflether Rentnerbank mit Heizung an der Elsflether Kaje. (Foto: Touristik-Information Stadt Elsfleth)

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Fakt 3: Ein Brauereipony auf Reisen

Kennt ihr eigentlich schon Hemi, das Brauereipony? Wenn nicht, dann habt ihr einiges verpasst! Denn das Elsflether Pony begibt sich seit dem Jahr 2016 auf wagemutige Reisen und hält seine Facebook-Community fleißig mit Bildern auf dem Laufenden. So meldete Hemi sich schon aus Neapel, Israel, Spanien, Norwegen, Schweden und der Arktis. Im Jahr 2018 wagte er sich sogar auf eine Expedition des Dschungels in Panama! Wenn sich Hemi aber gerade mal nicht auf Reisen befindet, lässt er sich auch öfter mal in der Kneipe "Leuchtfeuer" in Elsfleth blicken. Doch wie kann sich ein Pony alleine auf so weite Reisen begeben? Hemi ist gar kein richtiges Pony, sondern ein Kuscheltier. Bei seinen Reisen wird er stets von einem seiner Freunde Niklas, Alex oder Eva begleitet. Sie gaben ihm auch den Namen, der sich von der Biermarke "Hemelinger" ableitet.

Das solltet ihr wissen: Hemi wird schon bald wieder auf Reisen gehen und wenn ihr ihm bei seinen Abenteuern folgen wollt, klickt einfach hier. >>>

Hemi, das Brauereipony in Haifa in Israel. (Foto: Facebook / Hemi's Reisetagebuch - ein Brauereipony erkundet die Welt)
Hemi, das Brauereipony in Haifa in Israel. (Foto: Facebook / Hemi's Reisetagebuch - ein Brauereipony erkundet die Welt)

Fakt 4: Auf die Betten, fertig, los!

In diesem Bett solltet ihr es euch lieber nicht allzu gemütlich machen, denn schon bald könnte es ganz schön holprig werden. Einmal hingelegt, rollt das Bett plötzlich durch einen rasanten Parcours. Eine Rampe, ein Slalom und plötzlich sollt ihr Dosen werfen. Ihr befindet euch aber nicht etwa in einem verrückten Traum, sondern bei dem Bettenrennen der Moorriemer Landjugend in Elsfleth. Hier werden jedes Jahr alte Krankenhausbetten umfunktioniert, sodass damit an dem für Teams und Zuschauer spannenden Rennen teilgenommen werden kann. Und hier gilt: Wer den Parcours am schnellsten und geschicktesten meistert, gewinnt!

Das Bettenrennen der Moorriemer Landjugend. (Foto: Landjugend Moorriem)
Das Bettenrennen der Moorriemer Landjugend. (Foto: Landjugend Moorriem)

Fakt 5: Das Regen-Orakel

Bahnübergänge sind für die Bewohner Elsfleths das, was für andere Menschen wahrscheinlich Wetterfrösche sind. Denn in Elsfleth gibt es das Sprichwort: "Entweder es regnet oder die Schranken sind unten oder beides!". Durch Elsfleth führt genau eine Bahnstrecke und wer durch den Ort möchte, muss zwangsläufig auch die Bahnübergänge überqueren. So heißt es, wenn ungehindert der Bahnübergang passiert werden kann, kann davon ausgegangen werden, dass es regnen wird. Allerdings sind laut der Bewohner die Bahnschranken zu 98 Prozent geschlossen. Und an ganz besonderen Tagen passiert sogar beides: Es regnet und die Schranken sind geschlossen! Doch dieses Phänomen bleibt wohl für uns alle ungeklärt, denn nicht einmal die Elsflether können es sich erklären.

Einer der Bahnübergange in Elsfleth. (Foto: Touristik-Information Stadt Elsfleth)
Einer der Bahnübergange in Elsfleth. (Foto: Touristik-Information Stadt Elsfleth)

Fakt 6: Zum Ärger der Bremer

Es gab einst einen Oldenburger Graf, der den Weserzoll einführte. Auf Anweisung dieses Zolls sollten alle, die Handel entlang der Unterweser betrieben, einen Zoll an den Grafen entrichten. Die Hansestadt Bremen war damit aber ganz und gar nicht einverstanden und weigerte sich vorerst diesen Zoll zu zahlen. Dem Grafen Anton Günther aus Oldenburg wurde jedoch das Recht zugesprochen und die Bremer mussten an ihn zahlen. Der Graf fing dann 1655 an, in Elsfleth ein Schloss zu bauen, um den Bremern zu präsentieren, wie viel Reichtum er dank ihnen erlangen konnte. Zwei Jahre später stand das Schloss und war über weite Distanzen sichtbar. Die Bremer wurden immer an ihre kleine Niederlage erinnert.

In dem Gebäude befinden sich heute Büros der Stadt Elsfleth und das Standesamt mit Trauzimmer.

Das von Graf Anton Günther errichtete Schloss in Elsfleth. (Foto: Stadt Elsfleth)
Das von Graf Anton Günther errichtete Schloss in Elsfleth. (Foto: Stadt Elsfleth)

Fakt 7: Codewort "Topf"

"Einmal Topf, bitte!", sagt der Typ neben euch am Tresen. Aber wieso verlangt man in einer Kneipe nach einem Topf? Ihr seid doch hier zum Bierchen trinken und nicht zum Kochen - Merkwürdig! Doch im Elsflether "Institut für Bierologie und Hektoliteratur", wie die Studenten es nennen, ist das möglich. Der "Topf" ist das Kultgetränk der Kneipe "Leuchtfeuer" in Elsfleth. Es ist ein Mix aus Zitronen-Krümeleistee, Vodka, Wasser und einer Geheimzutat. Besonders die Studenten lieben das Getränk!

Seit Kurzem könnt ihr das kultige Getränk aus dem Leuchtfeuer sogar im Kanister für unterwegs oder zuhause kaufen!

Das Kultgetränk aus der Kneipe Leuchtfeuer. (Foto: Ronny Wakke)
Das Kultgetränk aus der Kneipe Leuchtfeuer. (Foto: Ronny Wakke)

Fakt 8: Gülden Gerd

Es ist das Jahr 1878 und plötzlich ist eure Uhr kaputt. Wie ärgerlich, denn ihr wisst gar nicht, wo ihr sie reparieren lassen könnt. Eines Tages aber spaziert ihr durch die Straßen Elsfleths und euch fällt ein Fenster besonders auf. Es ist dekorativ und sehr aufwendig gestaltet. Bei näherem Hinsehen entdeckt ihr, dass es eine Uhrenwerkstatt ist. Ihr beschließt also eure Uhr dort hinzubringen und trefft Gerhard Diedrich Wempe an. Er hat das Lädchen im Fenster seiner Tante eröffnet und schon bald ist er in ganz Elsfleth dafür bekannt. Von nun an nennen ihn alle den "gülden Gerd" bzw. "goldener Gerd". Dies ist der Anfang des Familienunternehmens Wempe, welches heute bereits in der vierten Generation geführt wird und deutschlandweit sowie international vertreten ist.

Fakt 9: Nichts für schwache Mägen!

Stellt euch mal vor ihr seid auf hoher See und es ist plötzlich total windig. Das Schiff schaukelt hin und her. In dem Moment merkt ihr, ihr habt einen ziemlich schwachen Magen und müsstet das Schiff eigentlich sofort verlassen. Unter normalen Bedingungen wäre das ein großes Problem, aber in Elsfleth ist ein Abstieg jederzeit möglich. Denn ihr befindet euch auf dem Schiffsführungssimulator der Jade-Hochschule! Auf diesem können sich zukünftige Seemänner und -frauen auf hoher See erproben. Doch merkt euch: Hier ist Seetüchtigkeit mitten an Land zwingend erforderlich!

Der Schiffsführungssimulator der Jade Hochschule. (Foto: Jade Hochschule)
Der Schiffsführungssimulator der Jade Hochschule. (Foto: Jade Hochschule)

Fakt 10: Kraftwerk Huntorf

Jetzt wird es ein wenig speziell: Denn in Elsfleth steht das Druckluftspeicher- und Gasturbinenkraftwerk Huntorf. Das bedeutet, dass hier nicht nur Energie aus Druckluft, sondern auch Energie durch die Verbrennung von Erdgas entsteht. Und damit war das Kraftwerk Huntorf im Jahr 1978 das weltweit erste Druckluftspeicherkraftwerk, welches in Betrieb genommen wurde. Bis heute gibt es weltweit nur ein anderes Kraftwerk dieser Art in den USA.

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