Tutorial-Tipp

Mundschutz zum selber nähen

In Zeiten der Corona Krise braucht es kreative Lösungen. Da Atemschutzmasken vielerorts ausverkauft sind, nähen viele Menschen nun ihren eigenen Mundschutz. Wir haben einen Tutorial-Tipp für euch, wie es geht.

Da Atemschutzmasken vielerorts ausverkauft sind, hat die Niedersächsin Bettina Müller aus Hannover kurzer Hand aus der Not eine Tugend gemacht und ein professionelles Schnittmuster für einen Mundschutz aus Stoff entwickelt.

Kostenlose Anleitung: so näht ihr eine Atemschutzmaske

Das Schnittmuster sowie eine ausführliche Schritt-für-Schritt Nähanleitung für die Atemschutzmaske stellt Bettina kostenlos in ihrem Blog Nähtalente zur Verfügung. Die Masken lassen sich individuell - je nach persönlichem Geschmack - aus verschiedenen Stoff-Mustern erstellen. Die Maske ist dabei so entworfen, dass sie eine angenehme Passform hat und eine Extra-Tasche für einen Filter mitbringt. Das Tutorial findet ihr unter: www.naehtalente.de/atemschutz-naehen

Klasse finden wir, dass die Anleitung - trotz großer Nachfrage und daraus resultierender geschäftlicher Möglichkeiten - nach wie vor kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Zudem nimmt Bettina Müller in ihrem Blog eine transparente und verantwortungsvolle Einordnung der Schutzwirkung dieser Masken vor. #GemeinsamGegenCorona #GemeinsamFuerNiedersachsen

Maske bietet kaum Eigenschutz, ist aber eine tolle Geste zum Schutz von Anderen!

Die Wirksamkeit selbst genähter Masken ist umstritten (s.u.). Es ist aber in jedem Fall eine tolle Geste! Denn ihr schützt damit im besten Fall andere Niedersachsen! Zudem tragt ihr dazu bei, dass die noch verfügbaren Kontingente professioneller Schutzmasken dort verwendet werden können, wo sie dringender gebraucht werden: in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen oder Berufen/Situationen mit engem Menschenkontakt.

Bitte beachtet in diesem Zusammenhang:

  • Selbst erstellte Gesichtsmasken bieten kaum relevanten Schutz vor der eigenen Infektion mit dem Corona-Virus. Sie können auch hinsichtlich ihrer sonstigen Schutzwirkung z.B. in Bezug auf zertifizierte Filterleistung medizinische Atemschutzmasken nicht ersetzen.
  • Stoffmasken, Mundtücher etc. können aber ggf. dabei helfen, ANDERE Menschen vor einer möglichen Infektion zu schützen, da beim eigenen Husten durch den Stoff einer Maske die Tröpfen nicht bzw. nicht so weit ausgeworfen werden.

Weitere Infos und professionelle Einschätzungen zur Wirksamkeit und Verwendung eines Mundschutzes im Zusammenhang mit Corona findet ihr u.a. hier:

Abstand halten! Wie sich Atemluft beim Husten verbreitet

Das folgende Video zeigt anschaulich, wie sich unsere Atemluft beim Husten in Abhängigkeit verschiedener Schutzmaßnahmen verbreitet. Es wird deutlich:

  • Jede Form eines Husten-Schutzes (möglichst dicht vor dem Mund) ist besser als keiner
  • Das Husten in die Armbeuge verringert deutlich den Tröpfen-Auswurf in die Luft (und hilft die Hände sauber zu halten, um mögliche Viren oder andere Krankheitserreger nicht über Körperkontakt oder Oberflächen weiterzutragen)
  • Das Husten durch eine Atemmaske reduziert ebenfalls das Risiko einer Tröpfchen-Infektion für andere - je höher die Schutzklasse, um so effektiver
  • Keine Methode bietet 100% Schutz
  • Am besten schützt man sich und andere mit einem Mindestabstand von 2 Metern

Amayu Wakoya Gena, DAAD-Stipendiat Professur Bauphysik an der Bauhaus-Universität Weimar, demonstriert in diesem Video mithilfe eines Schlierenspiegels wie unterschiedlich sich die Atemluft beim Husten ausbreitet. Dies visualisiert die hohe Bedeutung der Verhaltensempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO zum Schutz vor dem Coronavirus, die wir unbedingt einhalten sollten. Mehr unter: uni-weimar.de/de/universitaet/aktuell/bauhausjournal-online/titel/abstand-halten-neues-video-der-bauhaus-universitaet-weimar-verdeutlicht-wie-sich-atemluft-ausbreite/

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Hinweis zur Verwendung des Begriffes Atem - "Schutz" - Maske bzw. Mund - "Schutz" im juristischen Sinne

Aus formal-juristischer Sicht dürften in Heimarbeit erstellte Masken streng genommen nicht nicht als "SCHUTZ"-Masken bezeichnet bzw. unter diesem Namen vertrieben werden. Denn nach dem Medizinproduktegesetz (MPG) müssen Produkte, die eine bestimmte Wirkung in Aussicht stellen (in diesem Fall eine "Schutzwirkung") diese nachweisen. Daher gibt es eine begriffliche Unterscheidung zwischen zertifizierten, zu medizinischen Zwecke produzierten Atem-SCHUTZ-Masken (mit entsprechendem Wirkungsnachweis in Form entsprechender Gütesiegel) und selbst erstellten Stoffmasken. Daher der Tipp: Solange ihr es nicht als AtemSCHUTZmaske anbietet ist alles in Ordnung. Mundbedeckung, Gesichtsmaske, Mund-Shirt, Nasenstoff wären z.B. Begriffe, die bedenkenlos alternativ verwendet werden könnten.

Quelle: Jun Rechtsanwälte - Kanzlei für IT- und Wirtschaftsrecht

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