09. Juni 2020 –

Fragen und Antworten

Fragen und Antworten zur Corona-Warn-App

Seit Dienstag (16. Juni) gibt's die Corona-Warn-App der Bundesregierung zum Download. Wir beantworten euch wichtige Fragen zur App.

Foto: picture alliance/dpa

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung steht seit dem 16. Juni in den Apple- und Google Play-Stores zum Download bereit. Mit Hilfe der Tracing-App sollen Corona-Infektionsketten besser erkannt und so die Ausbreitung des Virus weiter verlangsamt werden.

Wo kann ich die App herunterladen?

Das funktioniert für Android im Google Play Store oder für Apple im App Store. Neben dem Stichwort "Corona" könnt ihr die App auch unter den Begriffen "Robert Koch-Institut" finden, da sie die Entwickler sind oder unter "Corona-Warn-App". Ihr erkennt die App anhand ihres Logo, das ein großes "C" ist. Dieses "C" ist oben blau und unten rot eingefärbt (siehe Titelbild). Die App ist kostenlos und ab sofort zum Download verfügbar. Hier von der Seite der Bundesregierung kommt ihr direkt zur richtigen App oder ihr folgt den unten aufgeführten Links zum jeweiligen App-Store.

Im unteren Bild seht ihr, wie die Suche im jeweiligen App Store aufgebaut ist.

(Screenshots Samsung: Antenne Niedersachsen / Screenshots iPhone: Antenne Niedersachsen)
(Screenshots Samsung: Antenne Niedersachsen / Screenshots iPhone: Antenne Niedersachsen)

Welche Ziele werden mit der Corona-Warn-App verfolgt?

Hauptziel der Corona-Warn-App ist es, euch schnellstmöglich zu informieren, wenn ihr mit einer am Coronavirus erkrankten Person Kontakt hattet. Mit Hilfe der Tracing-App soll die Kontaktnachverfolgung also beschleunigt werden und mögliche gefährdete Personen sollen zügiger erreicht werden, um mögliche Infektionsketten schneller zu erkennen und zu unterbrechen.

Wie funktioniert die Tracing-App?

Die Tracing-App soll mit Hilfe von Bluetooth-Technologie funktionieren, die die technische Voraussetzung dafür ist, dass die Kontaktketten nachvollzogen werden können. Die Bluetooth-Funktion muss bei eurem Smartphone dauerhaft angeschaltet sein. Mit der Bluetooth-Low-Energy-Technik soll die App den Abstand zwischen Personen messen und ermöglichen, dass sich das Smartphone die Kontakte anonym merkt.

Wird ein Nutzer positiv getestet und dieser Status in der App erfasst, sollen andere Anwender informiert werden, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben.

Wenn ihr die Tracing-App auf eurem Smartphone installiert habt und eine andere Person trefft, die die App ebenfalls nutzt, können sich eure Geräte gegenseitig erkennen und tauschen bestimmte Zahlenkombination aus, die als IDs bezeichnet werden. Eure Smartphones generieren alle paar Minuten eine neue ID. Damit soll die Rückverfolgung der IDs auf eine bestimmte konkrete Person erschwert werden. Sobald sich die beiden Geräte erkennen, ähnelt dies einem "digitalen Handschlag", wie die Bundesregierung zur Corona-App schreibt.

Was bedeutet "Tracing"?

Das Wort "Tracing" stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt "Verfolgung". Mit Hilfe der Corona-Warn-App, die eine Tracing-App ist, soll es möglich sein, mögliche Corona-Infektionsketten besser zu erkennen und die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Kann die Corona-Warn-App auf meinem Smartphone gegen meinen Willen installiert werden?

Nein, das ist nicht möglich. Allerdings kursierten gerade zur Veröffentlichung der Corona-Warn-App Gerüchte in den sozialen Medien, die fälschlicherweise behaupteten, die App sei bereits heimlich auf unseren Smartphones installiert worden. Das war bzw. ist eine Falschmeldung und stimmt nicht.

Worauf sich diese Falschmeldung stützt, sind die technischen Voraussetzungen, die Google und Apple bereits Mitte Mai geschaffen haben, damit wir Nutzer die Möglichkeit haben, die App nutzen zu können, sobald sie veröffentlicht wurde.

Um den Nutzern die technischen Voraussetzungen auf ihrem Smartphone zur Verfügung zu stellen, nutzt Google die App für das Google-Konto, das jeder Android-Nutzer auf seinem Smartphone hat. Wenn ihr Android nutzt, findet ihr diese Schnittstelle so:

  • Öffnet eure Einstellung
  • Wählt den Punkt "Google" bzw. "Google-Einstellungen" aus
  • Der erste Menüpunkt im Bereich "Dienste" ist der Punkt "Benachrichtigungen zu möglichem Kontakt mit COVID-19-Infizierten

Wenn ihr diesen Punkt auswählt, seht ihr verschiedene, teilweise noch ausgegraute Elemente wie "Zufalls-IDs löschen" oder "COVID-19-Kontaktbenachrichtigungen deaktivieren". Diese Punkte können erst genutzt werden, wenn die Corona-Warn-App von euch selbst auf eurem Smartphone installiert wurde.

Wichtig: Die Installation der App bleibt nach wie vor freiwillig.

(Screenshots Samsung: Antenne Niedersachsen)
(Screenshots Samsung: Antenne Niedersachsen)

Apple fügt die für die App benötigte Schnittstelle über eine Aktualisierung des Betriebssystems auf iOS 13.5 ein. Das Software-Update könnt ihr unter Einstellungen, Allgemein, Softwareupdate herunterladen und installieren. Die Funktion für die Corona-Tracing-App findet ihr so:

  • Öffnet den Punkt Einstellungen
  • Tippt auf Datenschutz.
  • Wählt die Menüpunkte Bluetooth oder Health aus (je nach iPhone-Modell können die Bezeichnungen unterschiedlich sein)
  • Dort sollte euch der Menüpunkt COVID-19-Kontaktprotokoll angezeigt werden. Wenn ihr diesen Punkt anklickt, könnt ihr die für die Corona-Warn-App benötigte Schnittstelle einschalten. Standardmäßig ist sie deaktiviert. Wichtig: Ihr könnt die Schnittstelle erst aktivieren, nachdem ihr euch selbst die Corona-Warn-App der Bundesregierung installiert habt.

Wichtig: Die Installation der App bleibt nach wie vor freiwillig.

(Screenshots iPhone: Antenne Niedersachsen)
(Screenshots iPhone: Antenne Niedersachsen)

Wie erfährt die App, dass jemand infiziert ist?

Die App erfahrt nur von einer Corona-Erkrankung, wenn ihr als Nutzer diese selbstständig in die App eintragt. Damit es in diesen Fällen nicht zu Falschmeldungen kommt, soll das nur mit der Verifikation durch einen Code vom Gesundheitsamt möglich sein.

Welche Daten werden gespeichert?

Die konstant wechselnden IDs der App-Nutzer werden per Bluetooth von den Geräten, die die App nutzen, versendet und empfangen. Personenbezogene sowie ortsbezogene Daten sollen nicht übermittelt und nicht gespeichert werden.

Der Abgleich, ob ihr einer infizierten Person begegnet seid, geschieht direkt lokal auf eurem Smartphone. Die IDs verbleiben in einem gesicherten Bereich des Betriebssystems eures Handy. Die Daten verlassen zum sogenannten "Matching", also zum Abgleich, euer Smatphone nicht.

Wenn ihr positiv auf Corona getestet wurdet, werdet ihr gebeten, eure Temporary Exposure Keys der letzten 14 Tage zu teilen. Der Zugriff auf diese Schlüssel erfolgt über die Exposure Notification API, allerdings nur dann, wenn ihr aktiv eure Zustimmung gegeben hat.

Was ist die Exposure Notification API?

Bei der Exposure Notification API handelt es sich um eine bestimmte Programmierschnittstelle, die Google und Apple gemeinsam entwickelt haben. Sie erlaubt es, die Daten beider Unternehmen in die geplanten staatlichen Corona-Apps zu integrieren. Durch die Exposure Notification API soll es Gesundheitsbehörden weltweit ermöglicht werden, nachzuvollziehen, welche Personen Kontakt zu einem mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Nutzer hatten.

Bin ich dazu verpflichtet, mir die Corona-Warn-App zu installieren?

Nein, die Nutzung der Corona-Warn-App ist freiwillig. Darauf setzt die Bundesregierung. Sie schreibt auf ihrer Webseite zur Corona-Warn-App: "Wenn jeder und jede Einzelne schnell über eine mögliche Infektion informiert wird, kann sie oder er schnell reagieren und sich und andere schützen. Die App hilft also, die eigene Familie, Freunde und das gesamte Umfeld zu schützen".

Laut der Deutschen Presse-Agentur wolle die Bundesregierung in einer breiten Kampagne für die Nutzung der App werben. "Wenn wir in den kommenden Wochen einige Millionen Bürger von der App überzeugen, dann bin ich schon zufrieden", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn der "Rheinischen Post" am Montag (08.06.2020).

Welches Smartphone-Modell muss ich besitzen, um die App nutzen zu können?

Wenn ihr ein iPhone besitzt, ist das Betriebssystem iOS 13.5 Mindestvoraussetzung. Das gibt es für Geräte ab dem iPhone 6s oder dem iPhone SE. Habt ihr ein älteres Modell wie das iPhone 5, 5S oder 6 könnt ihr die App nicht nutzen.

Wenn ihr ein Android-Handy nutzt, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen muss Bluetooth LE unterstützt werden. Das ist ab Modellen von Android 6 der Fall. Zweitens müssen auch die Google Play Services laufen. Der Grund dafür: Die für die App benötigten Schnittstellen werden nicht über Android selbst zu Verfügung gestellt, sondern über die Google-Dienste.

Android-Handys ohne Google Play Services, wie die neuesten Huawei-Modelle, bleiben außen vor.

Können Fehlalarme bei der Warn-App auftreten?

Fehlalarme können möglich sein. Grund dafür ist, dass die Bluetooth-Technik ursprünglich nicht für das Messen von Abständen entwickelt wurde. So kann die Bluetooth-Technik bspw. nicht erkennen, ob zum Schutz eine Glasscheibe zwischen euch und einer infizierten Person war oder wenn ihr am Bahngleis wartet und eine infizierte Person sitzt im Zug, der vor euch am Gleis steht. In solchen Fällen kann die Corona-Warn-App einen Alarm auslösen, obwohl für euch durch den/die Infizierte/n keine Infektionsgefahr ausging. Deshalb verweisen selbst die Entwickler darauf, dass die Corona-Warn-App nur einen begrenzten Beitrag zur Normalisierung liefern kann. Wenn ihr euch und andere vor einer Infektion schützen wollt, solltet ihr auch mit der App Abstand wahren und eine Maske tragen.

Was ist der Unterschied zwischen einer dezentralen und einer zentralen Version einer Tracing-App?

Die von der Bundesregierung geplante Corona-Warn-App verfolgt einen dezentralen Ansatz.

Bei einer dezentralen Version schickt ihr als Nutzer im Falle einer Infektion eure eigene ID an den Server. Von dort können sich alle anderen Nutzer der App diese herunterladen und auf dem eigenen Smartphone prüfen, ob sie in Kontakt mit einer möglicherweise infizierten Person waren.

Bei einer zentralen Version wird von der App nicht nur eure eigene ID an den Server geschickt, sondern zusätzlich auch die IDs von den Personen, mit denen ihr Kontakt hattet. Auf dem Server würde dann ein ganzes Kontaktnetz liegen.

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