Neue Verordnung ab 22. September

Diese Coronaregeln gelten in Niedersachsen

Am 22.09.2021 tritt die neue Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen in Kraft. Von der Sieben-Tage-Inzidenz für Corona-Neuinfektionen als Leitindikator für die Maßnahmen verabschiedet sich das Land darin - und weitet die so genannte 2G Regel auf erheblich mehr Bereiche aus.

Die neue Verordnung gilt bis zum 10. November. Dass die neue Verordnung so lange gelten soll, begründete die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, damit, dass so auch die kompletten Herbstferien in den Geltungsbereich der Verordnung fallen - der erste Schultag nach den Herbstferien hier in Niedersachsen ist am 1. November.

Downloads und weiterführende Links

Schulen

Für Erst- und Zweitklässler fällt mit der neuen Verordnung die Maskenpflicht im Unterricht. Das begründet Schröder damit, dass jüngere Schülerinnen und Schüler stärker darauf angewiesen sind, die Mimik ihrer Mitschüler/innen und Lehrer/innen auch wirklich zu sehen, als das bei ihren älteren Mitschülern der Fall ist.

Vielleicht wird die Maskenpflicht dann später weiter zurückgenommen: Kultusminister Tonne hatte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gesagt, er wolle die Maske im Unterricht nicht dauerhaft installieren, weil er um die Belastung wisse. Deshalb sei es vorstellbar, nach den Herbstferien die Maskenpflicht im Unterricht auch für die Klassen drei und vier aufzuheben - "sobald es vertretbar ist, gehen wir die nächsten Schritte."

Hospitalisierung als neuer Leitindikator

Eine wesentliche Änderung in der neuen Verordnung ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz (Corona-Neuinfektionen) nicht mehr wichtigster Indikator für strengere oder lockerere Maßnahmen ist: Für die Bewertung der Corona-Lage in Niedersachsen wird künftig die Hospitalisierung als neuer Leitindikator herangezogen. Sie bestimmt sich nach der landesweiten Zahl der Neu-Einweisungen von Covid-19 Erkrankten je 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen, sagte Schröder.

Damit gibt es auch hier eine Änderung: Bislang zielte der Hospitalisierungs-Wert auf die Belegung der Krankenhäuser ab, nicht auf die Neu-Einweisungen. Dazu sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen, der bisherige Wert habe durchaus seine Vorteile - der neue sei aber bundesweit einheitlich.

Eine Warnstufe wird künftig erreicht, wenn der neue Leitindikator und mindestens einer der beiden anderen bereits bekannten Indikatoren (also Sieben-Tage-Inzidenz und Belegung der Intensivbetten) die in der Verordnung definierten Schwellenwerte überschreiten.

  • Wenn die Indikatoren Hospitalisierung und Intensivbetten die kritischen Werte an fünf aufeinanderfolgenden Tagen überschreiten, werden die Warnstufen künftig vom Land ausgerufen und gelten landesweit.
  • Wenn hingegen die Indikatoren Hospitalisierung und Neuinfizierte die Schwellenwerte überschreiten, rufen Landkreise oder kreisfreie Städte die Warnstufen aus.

Hintergrund ist, dass die Werte Hospitalisierung und Intensivbetten landesweit erhoben werden, während sich die Sieben-Tages-Inzidenz bei den Neuinfizierten auf den Wert in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt bezieht.

Die einzelnen Indikatoren sind wie folgt definiert:

  • Hospitalisierung (7-Tage-Inzidenz): Hier handelt es sich um eine Maßzahl zur Bestimmung der Belastung der Krankenhäuser. Der Leitindikator „Hospitalisierung“ bestimmt sich nach der landesweiten Zahl der Hospitalisierungsfälle mit COVID-19-Erkrankung je 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner im Durchschnitt der in den letzten sieben Tagen (7-Tage-Hospitalisierungs-Inzidenz). Maßgeblich sind hier die landesweiten Zahlen in Niedersachsen (auf der Seite des Landesgesundheitsamts)
  • Neuinfizierte (7-Tage-Inzidenz): Zahl der Neuinfizierten je Landkreis/kreisfreie Stadt je 100.000 Einwohner kummulativ in den letzten 7 Tagen. Maßgeblich sind hier die Zahlen der Landkreise/kreisfreien Städte (RKI-Zahlen).
  • Intensivbetten (Covid-Patienten in %): Hier handelt es sich um die Belastung der Intensivstationen, also den prozentualen Anteil der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten gemessen an der gesamten Zahl der verfügbaren Intensivbetten. Maßgeblich sind hier die landesweiten Zahlen in Niedersachsen (auf der Seite des Landesgesundheitsamts)

Verstärkte Anwendung der 2G-Regel

Die sogenannte 2G-Regel kann hier im Land künftig in vielen Bereichen angewendet werden - etwa in der Gastronomie, bei Kultur- oder Sportveranstaltungen. Betreiber und Veranstalter, die sich dazu entscheiden, nur noch Geimpfte und Genesene, also 2G, rein zu lassen, sind dort von der Maskenpflicht und Abstandsregeln befreit.

Freiheiten für Geimpfte und Genesene werden damit ausgeweitet. Für Ungeimpfte wird das Leben hingegen aufwendiger, ein negativer Corona-Test reicht für den Zutritt zu bestimmten Bereichen dann nicht mehr aus. Wichtig dabei aber: Schröder erklärte, dass Menschen, denen aus medizinischen Gründen eine Impfung nicht empfohlen wird, nicht ausgeschlossen werden. Auch Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sollen ohne Impfung oder Genesung Zutritt bekommen, da sie sich regelmäßig vor dem Schulbesuch testen. Das gilt auch für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, weil sie etwa an Impfstoff-Studien teilnehmen - oder für Menschen, für die es erst seit Kurzem eine Impf-Empfehlung gibt, etwa Schwangere oder Stillende.

undefined
Antenne Niedersachsen
Audiothek