Fußball-WM in Russland

Wusstet ihr eigentlich…? Angeberwissen rund um die WM 2018 in Russland

Die WM steht vor der Tür und damit eine erhöhte Gefahr, sich in der privaten Runde vor dem Fernseher oder beim Public Viewing mal wieder umgeben zu sehen von lauter Fachleuten. Oder zumindest solchen, die sich für Spezialisten halten und deswegen ihr geballtes Wissen rund um Fakten, Taktik und Kurioses in Rekordzeit auspacken. Was kann man dagegen machen? Am besten mit einer gehörigen Portion Angeberwissen für offene Münder und kurze Momente der Ruhe sorgen. Wir haben alles zusammengetragen, was dazu notwendig ist.


Bild 1.jpg
 (Foto: Mirko - stock.adobe.com)

Das Gastgeberland

Viele dürften bei genauerer Betrachtung feststellen, dass sich ihr Wissen über das Gastgeberland Russland trotz der internationalen Bedeutung und medialen Präsenz auf einem vergleichsweise überschaubaren Niveau bewegt. Spätestens jetzt ist daher der Zeitpunkt gekommen, in dieser Hinsicht schwer nachzubessern und sich gründlich über die wissenswertesten Eigenheiten des Landes zu informieren.

Ein Land der Superlative

Zu den wenigen Dingen, die vermutlich jeder über Russland weiß, gehört die Tatsache, dass es das größte Land der Erde ist – mit beeindruckenden 17,1 Millionen Quadratkilometern. Das ist fast doppelt so groß wie die Kandidaten auf den Plätzen 2 bis 4: Kanada und die USA kratzen knapp an der zehn Millionen Quadratkilometer-Grenze, China bringt es immer noch auf 9.6 Millionen.

Viel Platz also für die rund 146 Millionen Einwohner, von denen übrigens der Großteil im europäischen Teil des Landes lebt – alleine rund 14 Millionen in Moskau, was die Hauptstadt zur größten Metropole Europas macht. Damit diese alle zügig durch die Stadt transportiert werden können, verfügt Moskau über eines der schnellsten U-Bahn-Systeme der Welt, das zudem zu den tiefstgelegenen (rund 100 Meter) zählt.

Von Russland zu sprechen heißt übrigens, von einem überaus multikulturellen Land zu sprechen. Die Bevölkerung setzt sich aus mehr als 140 Nationalitäten und Ethnien zusammen, welche die beeindruckende Zahl von über 100 verschiedenen Sprachen sprechen.

Bild 2.jpg
 (Foto: 7ynp100 - stock.adobe.com)

Weitere geographische Rekorde, die Russland hält:

  • Der Lagodasee ist mit einer Ausdehnung von fast 18.000 Quadratkilometern der größte in Europa.
  • Der in Sibirien gelegene Baikalsee ist sogar noch einmal deutlich größer, nämlich rund 31.000 Quadratkilometern. Er ist damit der weltweit größte und außerdem der tiefste (1.642 Meter) und älteste (über 25 Millionen Jahre) Süßwassersee der Welt.
  • Hinzu kommt mit der Wolga der längste Fluss Europas, mit einer Gesamtlänge von 3.534 Kilometern.

Eine Frage der Zeit

Die schiere Größe des Landes macht sich selbstverständlich bei Reisen bemerkbar und auch das in rekordverdächtiger Art und Weise. Um nur einige Beispiele zu nennen:

  • Die transsibirische Eisenbahn ist legendär, nicht zuletzt wegen ihrer Länge: Zwischen Moskau und Wladiwostok verläuft die Strecke auf über 9.000 Kilometern – ein Weltrekord. Wer die gesamte Strecke bereisen will, sollte ausreichend Zeit mitbringen. Selbst ohne Zwischenstopps würde die Fahrt mehr als 152 Stunden in Anspruch nehmen.
  • Apropos Zeit: Russland erstreckt sich über elf von 24 internationalen Zeitzonen. Wenn also in Kaliningrad gerade das Frühstück serviert wird, ist es in der Region Kamtschatka Zeit für das Abendessen – ganze zehn Stunden Zeitunterschied bestehen zwischen diesen beiden Punkten.

So dramatisch wird es für Fußballfans glücklicherweise nicht, die Übertragungen sind lediglich von den Zeitverschiebungen durch vier Zeitzonen betroffen. Hinzu kommt gewissermaßen ein Zufall: Da in Russland die mitteleuropäische Sommerzeit nicht verwendet wird, beträgt die Zeitverschiebung zwischen Moskau und Berlin lediglich eine statt der üblichen zwei Stunden.

Das gilt im Übrigen auch für die meisten der übrigen Spielstätten, Ausnahmen sind lediglich Kaliningrad (keine Zeitverschiebung) sowie Samara (zwei Stunden) und Jekaterinburg (drei Stunden).

Die Spielstätten

Elf Spielorte, in denen in insgesamt zwölf Stadien die Spiele der Gruppenphase und der K.O-Runde ausgetragen werden. Während Moskau allgemein bekannt, Sotschi seit den Olympischen Spielen den meisten ein Begriff und Rostow und Kasan zumindest aufmerksamen Beobachtern europäischer Fußballwettbewerbe vertraut sein dürften, verhält es sich mit den übrigen Austragungsorten vermutlich etwas anders. Zu Unrecht, denn es gibt allerlei Interessantes über die weiteren WM-Städte in Erfahrung zu bringen.

Bild 3.jpg
 (Foto: syntheticmessiah - stock.adobe.com)

Moskau

Die Hauptstadt stellt gleich zwei Stadien für die Weltmeisterschaft. Das Luzhniki-Stadion (oder auch Luschniki-Stadion) ist mit einer Kapazität von 81.000 Plätzen das größte der insgesamt zwölf Stadien und wird deshalb neben verschiedenen Gruppenspielen vor allem das Eröffnungsspiel, eine der Halbfinalbegegnungen sowie das Finale beherbergen. Die deutsche Elf bestreitet hier ihr erstes Gruppenspiel gegen Mexiko.

Das Spartak-Stadion ist ungleich kleiner, entspricht mit einer Kapazität von 45.360 Plätzen recht genau dem Durchschnitt der WM-Arenen. Ausgetragen werden hier insgesamt fünf Partien.

Kaliningrad

Das frühere Königsberg hat sich von der einstigen ostpreußischen Provinzhauptstadt zu einem bedeutenden baltischen Hafen mit rund einer halben Million Einwohnern entwickelt. Darüber hinaus liegt die Stadt in der unmittelbaren Umgebung eines nicht unbeträchtlichen Teils der Kurischen Nehrung – die dazugehörigen Strände sind schon seit etlichen Jahren Bestandteil des UNESCO Welterbes.

Das Kaliningrad-Stadion fasst 35.000 Zuschauer und ist damit die kleinste Austragungsstätte. Immerhin werden hier vier Spiele der Gruppenphase stattfinden.

Bild 4.jpg
 (Foto: Alexander - stock.adobe.com)

Die Stadt am Don präsentiert sich als moderne Millionen-Metropole, die außerdem mit Sandstränden punkten kann. Die Vergangenheit aus der Zeit der Don-Kosaken ist trotzdem immer noch im Stadtbild spürbar.

Für die WM erhielt die Stadt ein komplett neues Stadion, in dem 45.000 Zuschauer während der WM vier Gruppenspiele und ein Achtelfinale sehen können. Ansonsten beheimatet die Rostow-Arena den Stadtclub FK Rostow – der dürfte deutschen Fußballfans noch aus der Champions League-Saison 2016/17 bekannt sein, als der Mannschaft bei ihrem ersten Erreichen der Gruppenphase ein Überraschungssieg über den FC Bayern gelang.

Sotschi

Für den südlichsten Austragungsort der WM sind sportliche Großveranstaltungen nichts Neues, immerhin fanden hier 2014 die Olympischen Winterspiele statt und das Olympia-Stadion (oder Fischt-Stadion) war außerdem bereits beim Konföderationen-Cup der FIFA 2017 eine der Spielstätten.

Die deutsche Nationalmannschaft trifft an der „russischen Riviera“ im Gruppenspiel auf Schweden, dazu werden hier drei weitere Gruppenspiele sowie jeweils ein Achtel- und ein Viertelfinale ausgetragen. Insgesamt fasst das Stadion 47.669 Zuschauer.

Wolgograd

Obwohl es bereits vor über 50 Jahren seinen Namen geändert hat, dürfte vielen die ehemalige Bezeichnung Stalingrad bekannter sein. Entsprechend gehört die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg immer noch zur Stadt, die sich inzwischen aber zu einem industriellen Zentrum einerseits und einer Vorzeigeregion für den russischen Ökotourismus entwickelt hat.

Die Wolgograd Arena ist ebenfalls ein Neubau für 45.015 Zuschauer, wo der FC Rotor Wolgograd seine Heimspiele bestreitet. Während der WM sind hier vier Gruppenspiele vorgesehen.

Bild 5.jpg
 (Foto: Mihail - stock.adobe.com)

Samara

Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für die Wolga-Region, aber auch für ganz andere Sphären: Hier ist das russische Luft- und Raumfahrtzentrum angesiedelt. Die neu errichtete Kosmos-Arena bietet Platz für fast 45.000 Zuschauer, die hier vier Gruppenspiele, ein Achtelfinale sowie ein Viertelfinale sehen können.

Saransk

Klein, aber fein: Mit rund 300.000 Einwohnern ist Saransk sicher nicht unter die größten Städte Russlands zu zählen, unter den WM-Städten ist es sogar die kleinste. Im Gegenzug kann man sich hier über höchste Lebensqualität freuen. Wichtig ist den Einwohnern von Saransk zudem ihre kulturelle Verantwortung, besonderen Schutz genießen deshalb die Volksgruppen der Mokscha und Erzya.

Neben folkloristischem Brauchtum hat der Sport hier ebenfalls einen hohen Stellenwert, weshalb es nur logisch ist, Saransk als Austragungsort von vier WM‑Gruppenspielen zu bestimmen. In der Mordwinien-Arena können daher 45.015 Zuschauer WM-Luft schnuppern.

Kasan

Eine der ältesten russischen Städte ist zugleich eine der jüngsten: Als Universitätsstadt machen Studenten einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung aus. Außerdem wird Sport hier großgeschrieben, sowohl im Fußball als auch im Basketball und Eishockey gehören die jeweiligen Clubs mit zur europäischen Spitze.

Dazu gehört ebenso die neugebaute Kasan-Arena, eigentlich Heimat von Rubin Kasan, für die Dauer der WM aber Austragungsort von vier Gruppenspielen – unter anderem die Partie Deutschland gegen Südkorea – sowie einem Achtel- und einem Viertelfinale.

Jekaterinburg

Wie Istanbul liegt auch Jekaterinburg an der geographischen Grenze zwischen dem europäischen und asiatischen Kontinent und diese Lage dürfte dazu beigetragen haben, dass es heute eine moderne Millionenstadt ist, die außerdem zu den bedeutenden russischen Kunst- und Sportzentren gehört.


Das Zentralstadion machte schon lange im Vorfeld der Weltmeisterschaft von sich reden: Der Umbau, mit dem die Kapazität auf 35.696 Plätze erweitert werden sollte, verfrachtet Teile der Zuschauerschaft nämlich in einen Bereich außerhalb des eigentlichen Stadions. Für einige Fußballfans, die hier insgesamt vier Gruppenspiele sehen können, dürfte das eine sehr spezielle Erfahrung werden. Der Grund für die ungewöhnliche Lösung dürfte wohl darin bestehen, dass sie nicht von Dauer sein soll.

Bild 6.jpg
 (Foto: ALEXEY - stock.adobe.com)

Nischni Nowgorod

Das an der Wolga gelegene Nowgorod ist ein etabliertes Handels- und Messezentrum, die Stadt selbst Teil des UNESCO Welterbes. Damit genau dieser Eindruck des malerischen Stadtbildes nicht getrübt wird, wurde beim Neubau des Stadions auf ein möglichst schlichtes und zurückgenommenes Design gesetzt.

Hinsichtlich der Kapazität liegt es aber voll im Durchschnitt, insgesamt knapp 45.000 Fußballfans passen in das Nischni-Nowgorod-Stadion. Die sehen in der Arena zwischen Oka und Wolga vier Gruppenspiele, ein Achtelfinale und ein Viertelfinale.

Sankt Petersburg

Eigentlich ist Sankt Petersburg für Kunst und Kultur weit über die russischen Grenzen hinaus bekannt, sie sind es auch, die vornehmlich Besucher in die Metropole mit rund fünf Millionen Einwohnern locken.

Verständlicherweise wurde für den Stadionneubau anlässlich der Fußball-WM ein bekannter Architekt (der Japaner Kisho Kurosawa) ins Boot geholt, der mit dem Sankt-Petersburg-Stadion einen überaus modernen Gegenpol zum sonstigen Erscheinungsbild der Stadt geschaffen hat. Etwa 69.000 Zuschauer finden in der multifunktionalen Arena Platz und können dort insgesamt sieben Spiele verfolgen, einschließlich eines Achtel- und eines Halbfinales, dazu das ungeliebte Spiel um Platz 3.

BIld 7.jpg
 (Foto: Grispb - stock.adobe.com)

Die Teilnehmer

Die 32 besten Teams von allen Kontinenten treffen sich in Russland. Das verspricht eine illustre Versammlung wichtiger, interessanter und bemerkenswerter Fußballer, von denen viele bereits Superstars sind und manche es erst noch werden wollen.

In Zukunft werden sich diese Aspekte übrigens noch steigern, denn ab 2026 wird das Teilnehmerfeld der WM-Endrunden nochmals vergrößert, womit die FIFA dem bisherigen Trend weiter folgt: Seit Beginn des Wettbewerbs wurden die Teilnehmerzahlen stetig aufgestockt – von Anfangs vier auf derzeit 32. Künftig sollen sich dann 48 Mannschaften messen, in einem neuen Turniermodus allerdings. Statt direkt ins Achtelfinale einzuziehen, werden die jeweils beiden besten Mannschaften der insgesamt 16 Gruppen zunächst ein zwischengeschobenes Sechzehntel‑Finale ausspielen. Insgesamt gehen also doppelt so viele Mannschaften in die KO-Runde, als das derzeit der Fall ist.

Die Teilnehmer und Gruppen in der Übersicht

Da das allerdings noch Zukunftsmusik ist, können Besserwisser diese Fakten zwar im Hinterkopf behalten, sollten aber gleichzeitig ausreichend Platz im Gedächtnis lassen, um Informationen rund um die aktuellen Teilnehmer abzuspeichern.

Gruppe A

Die Gruppe um Gastgeber Russland ist so etwas wie das Paradebeispiel dafür, dass es bei einer WM immer wieder zu ungewöhnlichen Konstellationen kommen kann. Zwar ist keine der vertretenen Mannschaften ein WM-Neuling, dennoch sind sie weitestgehend unter die „Exoten“ zu zählen. Spannend ist das allemal.

  • Russland (FIFA-Weltrangliste: 66)
  • Ägypten (FIFA-Weltrangliste: 46)
  • Uruguay (FIFA-Weltrangliste: 17)
  • Saudi-Arabien (FIFA-Weltrangliste: 67)

Ausblick: Vor heimischem Publikum wird das russische Team um Trainer Stanislaw Tschertschessow sicher alles geben, dennoch dürfte es schwer werden, an Uruguay mit seiner Top-Offensive vorbeizukommen. Schwierig einzuschätzen ist die Rolle von Ägypten, dessen Hoffnungen vor allem auf den Schultern von Superstar Mohamed Salah ruhen – von denen eine aber nach wie vor verletzt ist. Im Kampf um den zweiten Platz hinter den favorisierten Uruguayern wird es daher vermutlich recht eng.

Gruppe B

Beim Aufeinandertreffen von Spanien und dem amtierenden Europameister Portugal drohen Marokko und der Iran in die Statistenrolle gedrängt zu werden. Tatsächlich wäre ein Weiterkommen einer der beiden Außenseiter eine gewaltige Überraschung.

  • Spanien (FIFA-Weltrangliste: 8)
  • Portugal (FIFA-Weltrangliste: 4)
  • Marokko (FIFA-Weltrangliste: 42)
  • Iran (FIFA-Weltrangliste: 36)

Ausblick: Durch den recht spontanen Trainerwechsel in Spaniens Nationalmannschaft werden die Karten in dieser Gruppe womöglich noch einmal neu gemischt. Dennoch sollte die Qualität des Weltmeisters von 2010 genauso ausreichen wie die der Portugiesen, um sich durchzusetzen. Andererseits ist Marokko seit nunmehr einem Jahr ungeschlagen und möchte sicherlich auch noch ein wenig Werbung für die eigene WM-Bewerbung betreiben – jetzt allerdings erst für 2030.

Gruppe C

Vom unrühmlichen Auftritt von 2010 spricht in Frankreich niemand mehr, spätestens seit dem knapp verlorenen EM-Finale von 2016 sind die Franzosen ein dringender Kandidat für den WM-Titel – und aller Voraussicht nach auch für den Gruppensieg. Ganz einfach wird das aber möglicherweise nicht.

  • Frankreich (FIFA-Weltrangliste: 7)
  • Dänemark (FIFA-Weltrangliste: 12)
  • Peru (FIFA-Weltrangliste: 11)
  • Australien (FIFA-Weltrangliste: 36)

Ausblick: Der Einzug in die KO-Runde als Gruppenerster scheint für die Franzosen das Minimalziel zu sein, mit Dänemark und Peru warten jedoch mindestens zwei Gegner, die nicht unbedingt leicht zu spielen sind. Keine große Rolle dürfte hingegen Australien spielen, die sich erst über die Playoffs qualifizieren konnten.

Gruppe D

Der wohl letzte Anlauf für Lionel Messi, um einer denkwürdigen Karriere mit dem WM-Titel doch noch die Krone aufzusetzen. Die Gruppenphase könnte auf dem Weg dorthin bereits die ersten Stolpersteine bereithalten.

  • Argentinien (FIFA-Weltrangliste: 5)
  • Island (FIFA-Weltrangliste: 22)
  • Kroatien (FIFA-Weltrangliste: 52)
  • Nigeria (FIFA-Weltrangliste: 48)

Ausblick: Vier Mannschaften mit viel Potenzial, von denen die Argentinier insgesamt wohl den besten Kader haben. Leicht werden sie es trotzdem nicht haben, selbst wenn sie als Favoriten in die Gruppenphase gehen. Bei den Kroaten hängt vieles daran, ob sie die Formkurve steigern können. Island und Nigeria sind trotz allem eher als Außenseiter zu betrachten, wenngleich Qualifikation (Island) und Vorbereitung (Nigeria) durchaus vielversprechend verliefen.

Gruppe E

Selbst wenn sie diesmal nicht die Gastgeber sind, richten sich doch viele Augen auf die brasilianische Nationalmannschaft. Nach dem krachenden Scheitern 2014 wird die Seleçao daher ähnlich motiviert an das Projekt Sechster WM-Titel herangehen – die Statistiker jedenfalls sehen dafür gute Chancen.

  • Brasilien (FIFA-Weltrangliste: 2)
  • Schweiz (FIFA-Weltrangliste: 6)
  • Serbien (FIFA-Weltrangliste: 34)
  • Costa Rica (FIFA-Weltrangliste: 23)

Ausblick: Alles andere als ein Gruppensieg der Brasilianer scheint undenkbar, also gilt es für die übrigen drei Teams, den zweiten Platz unter sich auszumachen. Fraglich ist hierbei, ob Costa Rica noch einmal für eine Überraschung gut ist (Endstation war erst das Viertelfinale gegen die Niederlande). Wahrscheinlicher scheint es daher, dass die Schweizer und Serben die Nase vorn haben werden.

Gruppe F

Ideale Voraussetzung für die Titelverteidigung der Deutschen wäre der Gruppensieg. Ein machbares Ziel, auch wenn die letzten Testspiele der heimischen Elf wenig vielversprechend waren. Unter Turnierbedingungen dürfte die Leistung insgesamt aber eine andere sein.

  • Deutschland (FIFA-Weltrangliste: 1)
  • Mexiko (FIFA-Weltrangliste: 15)
  • Schweden (FIFA-Weltrangliste: 24)
  • Südkorea (FIFA-Weltrangliste: 57)

Ausblick: Ohne Frage geht die deutsche Nationalmannschaft als einer der Favoriten in die WM, auch wenn ihr geringere Chancen als noch vor vier Jahren ausgerechnet werden. Der Gruppensieg scheint dennoch greifbar, was vor allem der Qualität des Kaders geschuldet ist. Weniger klar ist hingegen, wie sich die Tabellensituation dahinter gestaltet. Hier ist tatsächlich vieles denkbar – auf wie neben dem Platz, wie die Mexikaner während ihrer Vorbereitung bewiesen haben.

Gruppe G

Anders als bei der WM in Brasilien muss davon ausgegangen werden, dass die Engländer die Vorrunde diesmal überstehen – immerhin zählen sie zum erweiterten Kreis der Titelfavoriten. Offen scheint in Gruppe G daher hauptsächlich die Frage, ob England am Ende vor den Belgiern landen kann.

  • England (FIFA-Weltrangliste: 12)
  • Belgien (FIFA-Weltrangliste: 3)
  • Panama (FIFA-Weltrangliste: 55)
  • Tunesien (FIFA-Weltrangliste: 21)

Ausblick: Alles läuft auf den Zweikampf zwischen England und Belgien um den Gruppensieg hinaus. Panama hätte sich für die WM-Premiere sicher eine weniger stark besetzte Gruppe gewünscht und auch für die Tunesier dürfte es insgesamt schwer werden. Möglicherweise ist die Erfahrung der Belgier der entscheidende Vorteil, um vor dem vergleichsweise jungen Team aus England zu landen.

Gruppe H

James Rodriguez oder Robert Lewandowski? Oder findet die Gruppe H vielleicht doch einen ganz anderen Ausgang? Unterschätzen sollte man die Senegalesen jedenfalls nicht. Möglicherweise mischt sogar Außenseiter Japan noch mit.

  • Polen (FIFA-Weltrangliste: 8)
  • Kolumbien (FIFA-Weltrangliste: 16)
  • Senegal (FIFA-Weltrangliste: 27)
  • Japan (FIFA-Weltrangliste: 61)

Ausblick: Der Kader der Polen ist immer noch ein sehr namhafter, mit vielen Bekannten. Daran lässt sich aber auch gleich das recht hohe Durchschnittsalter ablesen. Vor allem Kolumbien und der Senegal könnten daher zu ernsthaften und schwierigen Konkurrenten werden, wenn es um den Gruppensieg geht.

Und wer gewinnt jetzt?

So viel zum notwendigen Basis-Wissen, das ihr als Grundvoraussetzung für gemeinschaftliche Fußballabende braucht. Ebenfalls Minimalanforderung ist es, bei den Favoriten auf den Titel mitreden zu können. Der Vorteil selbst für Fans mit überschaubaren Fußballkenntnissen: Es gibt kaum Überraschungen, wer sich an den „großen“ Namen orientiert, dürfte kaum falsch liegen.

Bild 8.jpg
 (Foto: Ingo Bartussek - stock.adobe.com)

Der Turnierverlauf

Wer spielt eigentlich gegen wen, wo winken die spannendsten Begegnungen und wen muss die deutsche Elf so schlagen, um am Ende einen weiteren Stern auf der Brust zu gewinnen? Für eine optimale Vorbereitung und ausgemachtes Angeberwissen müssen die Termine und möglichen Konstellationen in den Gruppen und der K.O.-Runde sitzen.

Der Turniermodus

32 Mannschaften, 64 Spiele, das alles zwischen dem 14. Juni und dem 15. Juli 2018. Das ist der Rahmen, in dem die Fußballweltmeisterschaft stattfindet. Gleichzeitig sind damit schon mal zwei der wichtigeren Termine markiert, die sich Fußballfans merken sollten.

Weitere dringende Termine der Gruppenphase:

  • Sonntag, 17. Juni: Deutschland – Mexiko, Anstoß 17:00 Uhr, Luschniki‑Stadion/Moskau
  • Samstag, 23. Juni: Deutschland – Schweden, Anstoß 20:00 Uhr, Fischt‑Stadion/Sotschi
  • Mittwoch, 27. Juni: Südkorea – Deutschland, Anstoß 16:00 Uhr, Kasan‑Arena/Kasan

Darüber hinaus warten natürlich noch einige echte Kracher in der Vorrunde, deswegen könnte es sich lohnen, über die Terminierung folgender Partien Bescheid zu wissen:

  • Freitag, 15. Juni: Portugal – Spanien, Anstoß 20:00 Uhr, Fischt-Stadion/Sotschi
  • Donnerstag, 28. Juni: England – Belgien, Anstoß 20:00 Uhr, Kaliningrad-Stadion/Kaliningrad

Bei diesen beiden Partien könnte es sich nominell definitiv auch um Viertelfinalbegegnungen handeln, tatsächlich treffen einige Favoriten dank der Gruppenkonstellation bereits in der Gruppenphase aufeinander. Das verspricht nicht nur Fußball auf höchstem Niveau, sondern gleichzeitig auch eine Menge Spannung – der Ausgang dieser Spiele ist für die involvierten Mannschaften mit großer Wahrscheinlichkeit wegweisend, weil sich in ihnen die Platzierung in der Gruppe und der weitere Turnierverlauf entscheiden.

So könnte der Weg zur Titelverteidigung aussehen

Apropos Turnierverlauf: Es gibt selbstverständlich auch schon erste Überlegungen, wie es nach dem Weiterkommen für die deutsche Nationalmannschaft weitergehen könnte. In erster Linie hängt das vom Abschneiden der Mannschaften in Gruppe E ab. Hintergrund ist folgender: Die Gruppen A und B, C und D, E und F sowie G und H werden für die Ermittlung der Achtelfinalteilnehmer zu Paaren zusammengefasst, die Gruppenersten spielen dann über Kreuz gegen die Gruppenzweiten.

Folgende zwei Szenarien sind für ein Weiterkommen demnach denkbar:

  • Deutschland wird Gruppenerster

Im günstigsten Fall siegt gleichzeitig auch Brasilien in Gruppe E, dann winkt ein vermeintlich „leichter“ Gegner – nämlich die Schweiz, Serbien oder Costa Rica. Der Termin für das Achtelfinale Nummer sieben ist der Dienstag, 3. Juli, angestoßen wird um 16:00 Uhr in St. Petersburg.

  • Deutschland wird Gruppenzweiter

Unter diesen Umständen droht wohl die Neuauflage des Halbfinals von 2014 – unter völlig anderen Voraussetzungen. Das Achtelfinale Nummer fünf findet bereits am Montag, 2. Juli in Samara statt, Anstoß ist ebenfalls um 16:00 Uhr.

Ausgehend vom Idealfall (also einem deutschen und brasilianischen Gruppensieg), würde Deutschland sein nächstes WM-Spiel im Viertelfinale 3 bestreiten (Samstag, 7. Juli um 16:00 Uhr in Samara). Mögliche Gegner hier: Entweder der Gruppenerste aus Gruppe H oder England bzw. Belgien.

Bild 9.jpg
 (Foto: www.gg24.de - stock.adobe.com)

Nachspielzeit

Falls nach den bisherigen Fakten noch ein wenig Platz ist im Fußballgedächtnis, bieten wir einen kleinen Nachschlag an. Schließlich kommt es auch beim Fußball immer darauf an, dem Kontrahenten den entscheidenden Schritt voraus zu sein.

Wusstet ihr eigentlich…

  • dass es Argentinien bei drei aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaften geschafft hat, gegen Deutschland auszuscheiden?

Nach dem Finale von 2014 scheiterten die Gauchos 2010 im Viertelfinale deutlich an der deutschen Elf, vier Jahre zuvor war ebenfalls im Viertelfinale Schluss, damals ging es allerdings ins Elfmeterschießen.

  • dass bislang nur den Brasilianern gelungen ist, bei jeder WM mitzuspielen?

Den Rekord für die meisten WM-Spiele halten aber – die Deutschen. Ganze 106 Spiele bei Weltmeisterschaften hat die deutsche Elf bislang bestritten. Im Idealfall kommen noch sieben weitere dazu.

Im Übrigen hält die Nationalmannschaft einige WM-Rekorde:

Helmut Schön ist der Trainer mit den meisten WM-Spielen (25) und den meisten WM-Siegen (16). Der Spieler mit den meisten WM-Spielen? Lothar Matthäus, ebenfalls mit 25 Einsätzen.

Den Rekord für die meisten WM-Tore hält Miroslav Klose (16), der zugleich die meisten WM-Siege ohne Elfmeterschießen einfahren konnte (17).

Als Mannschaft kann die Nationalelf außerdem die meisten WM-Tore (224), die meisten Finalteilnahmen (8) und – unvergessen – die meisten Tore in kürzester Zeit (vier Tore innerhalb von sechs Minuten gegen Brasilien 2014) vorweisen.

  • dass der erste „lupenreine“ WM-Hattrick mit Edmund Conen ebenfalls einem Deutschen gelang?

Bei der Weltmeisterschaft 1934 erzielte „Rolly“ drei Tore in einer Halbzeit beim 5:2-Sieg gegen Belgien. Das ist nur insgesamt acht Spielern jemals gelungen, darunter prominente Kicker wie Pelé, Gerd Müller und Gary Lineker. Zuletzt wurde das Kunststück übrigens 1998 vom Argentinier Gabriel Batistuta vollbracht.

  • dass Sami Khedira nur einer von drei Spielern überhaupt ist, der im selben Jahr Weltmeister und Champions League-Gewinner wurde?

Vor ihm schafften das nur der Franzose Christian Karembeu (1998) und der Brasilianer Roberto Carlos (2002).

  • dass Deutschlands Gruppengegner Mexiko den Rekord für die meisten Niederlagen bei WM-Endrunden (25) hält?
  • dass Uruguay bei seinen ersten beiden WM-Teilnahmen überhaupt gleich den Titel holen konnte? Das letzte Mal gelang das 1950 in Brasilien.
  • dass WM-Neuling Island den neuen Rekord für die kleinste teilnehmende Nation hält?

Mit etwas mehr als 300.000 Einwohnern lösen die Isländer den bisherigen Rekordhalter Trinidad und Tobago (rund 1,3 Millionen Einwohner) ab.

Mit diesem Wissen sollte zumindest der eine oder andere triumphale Moment gegenüber selbsternannten Bundestrainern möglich sein. Alternativ könnt ihr euer Wissen bei Spitznamen-Quiz zu den WM-Teilnehmern testen und eventuelle Wissenslücken schnell noch schließen.

Bild 1: fotolia.com © Mirko

Bild 2: fotolia.com © 7ynp100

Bild 3: fotolia.com © syntheticmessiah

Bild 4: fotolia.com © Alexander

Bild 5: fotolia.com © Mihail

Bild 6: fotolia.com © ALEXEY

Bild 7: fotolia.com © Grispb

Bild 8: fotolia.com © Ingo Bartussek

Bild 9: fotolia.com © www.gg24.de