11. April 2021 – Lea Biskup

Nach den Osterferien

Testpflicht an Schulen in Niedersachsen und Bremen beginnt

Verpflichtende Corona-Tests für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte sollen den Unterricht in Niedersachsen und Bremen sicherer machen. Wer sich nicht testen lässt, muss künftig zuhause lernen. Gleichzeitig wird die Präsenzpflicht an den Schulen aufgehoben.

Foto: picture alliance/dpa

Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen und Bremen müssen sich von diesem Montag an zwei Mal pro Woche selbst auf das Coronavirus testen. Auch für das Personal gilt eine Testpflicht. "Zwei Tests in einer Woche sind geeignet, um effektiv Verdachtsfälle herauszufiltern", sagte der Sprecher des niedersächsischen Kultusministeriums, Sebastian Schumacher, mit Verweis auf eine wissenschaftliche Empfehlung. Die Schulen verteilen sogenannte Laientests für den vorderen Nasenbereich, die das Ergebnis nach rund 15 Minuten anzeigen.

In Niedersachsen müssen sich Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte zuhause vor Unterrichtsbeginn testen. Eltern und Erziehungsberechtigte müssen das negative Testergebnis schriftlich bestätigen. Schulen können auch verlangen, dass die benutzten Testkits gezeigt oder abgegeben werden. Wer ein positives Test-Ergebnis hat, muss die Schule informieren und einen noch zuverlässigeren PCR-Test machen lassen. Dieser klärt, ob der oder die Betroffene tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert ist. Im Bundesland Bremen testen sich die Jungen und Mädchen in der Schule. Auch dort muss ein positiver Schnelltest durch einen PCR-Test abgeklärt werden.

Eltern und Erziehungsberechtigte können ihre Kinder ohne Angabe von Gründen abmelden. Diese Schülerinnen und Schüler müssen zuhause lernen und erhalten dafür Arbeitsmaterial. An den strengen Corona-Regeln für den Schulalltag ändert sich durch die Testpflicht vorerst nichts. Abstands- und Hygieneregeln, Lüftkonzepte und die Pflicht zum Tragen einer Maske außerhalb und zum Teil im Unterricht bleiben bestehen. In Niedersachsen werden die Klassen weiter in kleinen Gruppen abwechselnd zuhause und in der Schule unterrichtet. In Bremen kommen Kinder der Grundschulen in voller Klassenstärke zusammen, in den weiterführenden Schulen gilt wie in Niedersachsen das Wechselmodell.

Ablauf nach den Osterferien

Nach den Osterferien sollen sich alle Schüler*innen und Beschäftigte zweimal wöchentlich selbst testen.

  • Die Tests sind verpflichtend.
  • Die Tests werden zu Hause selbst durchgeführt. Bei einem negativen Testergebnis muss von Seiten der Eltern gegenüber der Schule ein entsprechender Nachweis erbracht werden, z.B. in Form eines Schriftstücks, das ein negatives Testergebnis versichert inkl. einer Unterschrift der Eltern.
  • Getestet werden muss an Unterrichts- und Präsenztagen.
  • Auch Kitapersonal wird weiter getestet.

Sonderregelung für die Tests nach den Osterferien

An einigen Schulen wurden bereits vor Beginn der Osterferien Testkits an die Schüler*innen verteilt. An allen Schulen, bei denen dies nicht der Fall war, wird der erste Schultag nach den Osterferien (Montag, 12. April) als "Abholtag" für die Schüler*innen eingeplant. Diese können die Testkits dann an der Schule abholen. Der Präsenzunterricht findet an diesen Schulen dementsprechend erst am Dienstag, 13. April, statt.

Ziel ist es, mit den regelmäßigen Testungen mögliche Infektionsketten möglichst frühzeitig zu erkennen und zu durchbrechen. Daher dürfen Schüler*innen ohne negatives Testergebnis auch nicht am Präsenzunterricht teilnehmen.

In Ausnahmefällen können die Tests in der Schule durchgeführt werden. Allerdings gilt auch hier, dass sich Schüler*innen selbst testen müssen. Weigern sich die Schüler*innen einen Test durchzuführen, dürfen diese auch nicht am Präsenzunterricht teilnehmen und müssen in das Szenario C (Homeschooling) wechseln.

Was passiert bei einem positiven Testergebnis?

  • Schüler*in bleibt zu Hause
  • Die Schule muss informiert werden
  • Das positive Testergebnis wird von der Schule an die zuständigen Gesundheitsämter weitergegeben
  • Ein PCR-Test muss gemacht werden

Was passiert, wenn ein in der Schule durchgeführterTest positiv ausfällt?

  • Schüler*in muss umgehend abgeholt werden
  • Schüler*in bleibt zu Hause
  • Die Schule muss informiert werden
  • Das positive Testergebnis wird von der Schule an die zuständigen Gesundheitsämter weitergegeben.
  • Ein PCR-Test muss gemacht werden

Schulöffnungen nach den Osterferien

Bezüglich der Schulöffnungen nach den Osterferien wird Niedersachsen wie bisher verfahren:

  • Inzidenz unter 100 in Landkreisen/kreisfreien Städten: Wechselunterricht in Szenario B
  • Inzidenz über 100 in Landkreisen/kreisfreien Städten: Homeschooling (Unterricht in Szenario C)

Ablauf von Abschlussprüfungen

Die Abschlussprüfungen sollen in Niedersachsen wie geplant stattfinden. Dazu erklärt Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) im Antenne Niedersachsen-Interview: "Wir haben in Niedersachsen alles dafür vorbereitet und werden auch alles dafür tun, dass auch Prüfungen und Abschlussprüfungen stattfinden können. Und dass jeder Prüfling, egal ob es das Abitur oder mittlere Schulabschlüsse betrifft, sagen kann: Dieser Abschluss ist genauso viel wert wie die der letzten Jahre und wie die Abschlüsse der kommenden Jahre."

(mit Material der dpa)

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