16. September 2020 –

Gegen Lebensmittelverschwendung

Gelbes Band an Bäumen lädt zum kostenlosen Obstpflücken ein

Wer Obst von den Bäumen fremder Leute pflückt, begeht Mundraub. Doch für eine besondere Aktion und mit einer besonderen Markierung geben niedersächsische Obstbaumbesitzer die Ernte frei.

Foto: picture alliance/dpa

Wenn in diesem Spätsommer ein gelbes Band an Obstbäumen in Niedersachsen prangt, bedeutet das: Hier darf jeder Äpfel, Birnen und anderes Obst pflücken. Was sonst als Mundraub verboten ist, wird bei dieser Ernteaktion ausdrücklich erlaubt. Die Besitzer geben ihre Streuobstwiesen oder Gärten frei.

Aktion gegen Lebensmittelverschwendung

«Es geht um Lebensmittelwertschätzung», sagt Maren Meyer, Referentin beim Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN) in Oldenburg. «Es ist ein Weg, um zu zeigen, wo Lebensmittel herkommen», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Das Zentrum koordiniert die Aktion «Gelbes Band» in Niedersachsen. Sie findet im Rahmen einer bundesweiten Aktionswoche «Deutschland rettet Lebensmittel» vom 22. bis 29. September. Sie soll darauf aufmerksam machen, dass in Deutschland jährlich etwa zwölf Millionen Tonnen gekaufter Lebensmittel in der Mülltonne landen.

Bislang habe das Zentrum etwa 1500 gelbe Bänder an Obstbaumbesitzer und -Besitzerinnen im ganzen Land verschickt, sagte ZEHN-Leiterin Rike Bullwinkel. Fast 70 Teilnehmer haben sich bislang registriert - Privatleute, aber auch Kommunen oder Vereine.

Einige Bändchen hängen bereits

«Wir fanden die Sache mit dem "Gelben Band" eine tolle Aktion», sagte Simone Malz vom Bürgerverein Achternmeer-Harbern I. Auf drei Wiesen um die Ortschaft im Landkreis Oldenburg dürfen schon Äpfel und Birnen gepflückt werden. Plakate erläutern, was es mit der gelben ZEHN-Markierung an den Bäumen auf sich hat. «Das fängt an, sich herumzusprechen», sagte Malz. Die ersten Obstfreunde greifen zu.

Auch die Stadt Bassum (Kreis Diepholz) beteiligt sich mit Bäumen auf eigenen Flächen. Damit sollten private Obstbaumbesitzer bewegt werden mitzumachen, sagte die dortige Beauftragte Reinhild Olma. «Das ist eine Art Lebensmittelrettung, damit das Obst nicht auf dem Baum oder am Boden verfault.»

Wer sich an den fremden Früchten gütlich tut, sollte trotzdem einige Regeln beachten, so das ZEHN: Nur von Bäumen und Sträuchern mit dem gelben Band ernten! Nur pflücken, so hoch der Arm reicht, nicht auf die Bäume klettern! Nicht die Bäume oder Sträucher beschädigen!

(dpa)

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