Wusstet ihr...?

10 Fakten über... Goslar

Goslar ist mit rund 51.000 Einwohnern die größte Stadt im Harz. Ihre Altstadt sowie das am südlichen Stadtrand liegende ehemalige Erzbergwerk Rammelsberg zählen seit 1992 zu den Weltkulturerbestätten der UNESCO. Hier erfahrt ihr zehn Fakten über Goslar, von denen ihr bestimmt noch nichts wusstet.

Fakt 1: Umständliche Zugtaufe

Man kennt das ja: Ein ICE der Deutschen Bahn wird auf den Namen einer Stadt getauft, in diesem Fall "Goslar". So weit, so gut. Doch nicht nur, dass dies in Goslar 2017 durch die Frau von Außenminister Sigmar Gabriel geschah, war besonders. Die Zugtaufe des ICEs "Goslar" fand unter eher ungünstigen Bedingungen statt. Denn für einen ICE braucht man nun mal Strom. Doch leider ist keine der nach Goslar führenden Bahnstrecken elektrifiziert. So musste der ICE per Diesellok in den Goslarer Bahnhof geschleppt werden. Persönlich in Goslar vorbeikommen wird der ICE während seiner Einsatzzeit also eher nicht mehr

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Foto: picture alliance / Holger Hollem

Fakt 2: Entdecker des Kokains

Er kommt tatsächlich aus Goslar: Albert Niemann, Entdecker des Kokains. Er wurde 1843 in Goslar geboren und studierte in Göttingen bei Friedrich Wöhler Chemie. Auf Bitten Wöhlers brachte der österreichische Abenteurer Karl von Scherzer von einer Weltumsegelung, der "Novara-Expidition", einige Kokablätter nach Göttingen. Albert Niemann gelang es 1960 als erstem, Kokain in seiner kristallinen Form aus den Blättern zu isolieren. Kurz vor seinem Tod 1861 kehrte Niemann nach Goslar zurück, er hatte sich wahrscheinlich bei einem seiner vorherigen Experimente mit Senfgas vergiftet.

Fakt 3: Das Siemenshaus

Schon seit mindestens sechs Jahrhunderten lebt das Stadtgeschlecht der Siemens in Goslar. Ja, genau DIE Siemens, deren Abkömmling Werner das heutige Weltunternehmen gründete. Arme Schlucker waren sie seit jeher nicht gerade, es gab Ratsherren und sogar Bürgermeister in Goslar, die diesem Geschlecht angehörten. Entsprechend sehenswert ist das "Siemenshaus" im Barockstil, das als eines der schönsten Bürgerhäuser der Stadt gilt. Auf der Eingangstür ist der Dominikaner-Wahlspruch "Ora et labora", bete und arbeite, zu lesen. Noch heute trifft sich die weitverzweigte Siemensfamilie regelmäßig in ihrem Stammhaus zwischen Bergstraße und Schreiberstraße.

Fakt 4: Riesen Aufregung für wenig Ergebnis - George Clooney in Goslar

Goslar außer Rand und Band: In tagelanger Arbeit wurde die Breite Straße in der Goslarer Altstadt im April 2013 hermetisch abgeriegelt und in eine belgische Stadt im Zweiten Weltkrieg verwandelt. Und wofür das Ganze? Hollywood-Schauspieler George Clooney drehte in Goslar Teile seines Films "The Monuments Men". 2000 Komparsen wurden dafür gecastet - alle konnten es kaum erwarten, ihre "eigene kleine Hollywood-Rolle" zu bekommen. Doch dann folgte 2014 die Enttäuschung: Die mit großem Aufwand gedrehte Szene in der Altstadt ist in der Kinofassung gar nicht zu sehen. Kleines Trostpflaster: In zwei weiteren Szenen, die unter anderem am Rammelsberg gedreht wurden, ist die Stadt zu sehen.

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Fakt 5: Nackte Tatsachen

Am bekannten Hotel Kaiserworth ist eine übergroß geschnitzte Göttin klar zu erkennen. Doch wenn man einmal genauer hinschaut, sieht man darunter ein kleines nacktes Männchen, den "Dukatenscheißer" oder auch "Dukatenmännchen" gennant. Der Grund dafür ist simpel: Das Hotel war früher ein Gildehaus. Der nackte Mann, der nun am Gebäude am Pranger steht, sollte eine Warnung für säumige Schuldner sein. Wer sich bei der Gilde Taler geliehen hatte, diese aber nicht zurückzahlen konnte, wurde zuerst unter dem Männchen auf dem "Stein des Anstoßes" verhöhnt. Anschließend musste er sich unterhalb des Bauchnabels ausziehen und schwören, die Schuld zu begleichen. Da hieß es zur Strafe also wortwörtlich "Hosen runterlassen".

Fakt 6: Sigmar Gabriel, geboren in Goslar

Deutschlands Außenminister Sigmar Gabriel ist am 12. September 1959 in Goslar geboren. Immernoch hat er viele Freunde, die in Goslar wohnen. Daher ist Sigmar Gabriel regelmäßig zu Besuch in der schönen Altstadt.

Fakt 7: Weltweit einzigartiges Werbeplakat für Ablassbriefe

Einen einzigartigen Zufallsfund machten Forscher 2016 in der Bibliothek der Goslaer Marktkirche: Sie entdeckten durch Zufall ein rund 500 Jahre altes Werbeplakat aus der Reformationszeit. Und damals ging es natürlich nicht um Parfüm oder das neueste Smartphone: es war ein Ablassbrief-Werbeplakat - Experten zufolge ein weltweit einmaliger Fund. Ablassbriefe sollten Gläubigen dazu dienen, sich von ihren Sünden frei zu kaufen. Zu sehen ist das Werbeplakat in der großen Sonderausstellung zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation im Braunschweigischen Landesmuseum.

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Fakt 8: Alkohol im Kloster?!

Ein Kloster. Auf den ersten Blick vielleicht nichts Besonderes - jedoch nur bis man die Geschichte dahinter kennt. Das Klostergut Wöltingerode wurde bereits im Jahre 1174 gegründet. Damals sollte es von Benediktinermönchen bezogen werden, wurde jedoch laut Urkunden zu einem Nonnen-Kloster. Zu etwas Besonderem macht es aber vor allem seine heutige Bedeutung: Das früher religiöse Kloster ist heute eine Brennerei. Ja, richtig gehört, in einem Kloster wird Alkohol hergestellt. Mit viel Liebe wird dort bis heute handwerklich und traditionell gebrannt. Unter anderem bekommt ihr Edel-Korn und Edel-Liköre aus eigener Herstellung.

Fakt 9: Wo Dachrinnen sich küssen

Dass Goslar eine schöne Stadt ist, fällt wohl auf den ersten Blick auf. Doch es lohnt sich immer wieder einen genauen Blick - auch nach oben - zu werfen. Nur ein paar Meter vom Schulhof entfernt, prägte die Stadt damals ihre Münzen. Heute ist den Gebäuden deutlich anzusehen, wie alt sie schon sind. Jedoch nicht, weil sie nicht mehr schön sind, im Gegenteil: Die Häuser haben sich über die Jahrhunderte lediglich ein bisschen zueinander geneigt. Heute sieht es fast so aus, als wollten die Dachrinnen sich küssen, sodass man sich im obersten Stockwerk die Hand reichen könnte.

Fakt 10: Kuriose Aktion gegen Hundehaufen

Anfang diesen Jahres sagte die Stadt Goslar den Hundehaufen mit einer besonderen Aktion den Kampf an: Touristen und Einwohner waren dazu aufgerufen, die Hinterlassenschaften mit bunten Fähnchen zu markieren. Und damit noch nicht genug: Die Fähnchen trugen Aufschriften wie "Auf frischer Tat ertappt" oder "Wie der Haufen, so das Herrchen". Dafür gab es jedoch einen gutem Grund: Rund eine Tonne Hundekot musste die Stadt 2016 von den Straßen beseitigen. Also hieß es: Fähnchen bei der Stadt abholen und losmarkiert. Offenbar hat sich die Kreativität gelohnt - laut Stadtsprecherin Vanessa Nöhr waren nach gut einem Monat kaum noch Hundehaufen in Goslar zu sehen. Mehr Infos und Fotos findet ihr auch in unserem Artikel "Goslar geht mit Fähnchen gegen Hundehaufen vor".


Ihr wollt noch mehr kuriose Fakten? Die gibt's hier: 10 Fakten über...

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