28. Mai 2021 – Lina Zougari

Wusstet ihr...?

10 Fakten über ... Hildesheim

Hildesheim ist eine Groß- und Kreisstadt Niedersachsens mit 100.000 Einwohnern, in der es kulturhistorische, artistische, traditionelle und viele weitere Besonderheiten zu erkunden gibt. Welche das sind, lest ihr hier.

Hildesheim, Marktplatz (Foto: Sina Ettmer/AdobeStock)
Hildesheim, Marktplatz (Foto: Sina Ettmer/AdobeStock), Foto: Sina Ettmer - stock.adobe.com

Fakt 1: Zeugnisse frühromantischer Baukunst

Hildesheim hat kulturhistorisch viel zu bieten: Zwei Hildesheimer Bauwerke, der Dom St. Mariä Himmelfahrt und die Kirche St. Michaelis, gehören aufgrund ihrer herausragenden Repräsentation der frühromantischen Baukunst seit 1985 dem UNESCO-Weltkulturerbe an. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass z. B. der Dom St. Mariä Himmelfahrt einer der ältesten Basiliken Europas ist.

Neben der Architektur sind auch die Kunstschätze im Inneren der Bauten Teil des Welterbes: Die zwei Besonderheiten des Doms sind die Bernwardtür, die die Heilsgeschichte darstellt, und die Christus-Säule, die die Wundertaten Christi abbildet. Die Kirche St. Michaelis zeigt mit ihrer bemalten Holzdecke aus dem 13. Jahrhundert eine Besonderheit auf: Diese ist nördlich der Alpen einzigartig und ein Musterbeispiel für romantische Kirchenmalerei.

Einen Großteil dieser Kunstwerke könnt ihr euch im Dommuseum, das an den Dom angrenzt, anschauen.

Der "1000-jähriger Rosenstock" am Hildesheimer Dom (im Bild hinten). Die wilde Heckenrose an der Kirchenmauer steht in diesen Tagen in voller Blüte. Der Überlieferung nach hatte ein Sohn Karls des Großen um 815 bei einer Rast ein Reliquiengefäß nicht aus den Rosen befreien können. Deswegen ließ er an der Stelle eine Kapelle errichten, später entstand der Dom. Tatsächlich ist der Rosenstock nach neueren Untersuchungen maximal 700 Jahre alt. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Der "1000-jähriger Rosenstock" am Hildesheimer Dom (im Bild hinten). Die wilde Heckenrose an der Kirchenmauer steht in diesen Tagen in voller Blüte. Der Überlieferung nach hatte ein Sohn Karls des Großen um 815 bei einer Rast ein Reliquiengefäß nicht aus den Rosen befreien können. Deswegen ließ er an der Stelle eine Kapelle errichten, später entstand der Dom. Tatsächlich ist der Rosenstock nach neueren Untersuchungen maximal 700 Jahre alt. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa), Foto: picture alliance/dpa

Fakt 2: Originale Hildesheimer Spezialität

Das Hildesheimer Pumpernickel ist eine Spezialität aus Hildesheim, die es bereits seit 1733 gibt. Das Gebäck ist nicht mit dem Pumpernickel-Vollkornbrot zu verwechseln: Das Hildesheimer Pumpernickel ist nämlich ein rautenförmiger Keks mit weihnachtlichem Geschmack.

Die Erfindung des Gebäcks beanspruchen einige Bäckereien aus Hildesheim für sich, unter anderem das sich in der Innenstadt befindende Stadtcafé Beste, bei dem ihr den Keks das ganze Jahr über kaufen könnt.

Wenn ihr euch selbst an dem Gebäck versuchen wollt, gibt es viele Rezepte im Internet zu finden, an die ihr euch halten könnt.

Fakt 3: Technologie-Genie aus Hildesheim

Der heutige Informatiker und Robotik-Spezialist Sebastian Thrun besuchte das Gymnasium Josephinum als Schüler und studierte an der Hildesheimer Universität. Nach seinem Studium in Informatik, Medizin und Ökonomie promovierte er an der Universität Bonn.

Danach nahm seine Karriere Fahrt auf: Thrun spezialisierte sich auf Künstlicher Intelligenz und unterrichtete dies an der Stanford University. Er entwickelte mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz selbstgesteuerte Autos für Google ebenso wie selbstgesteuerte Flugtaxis.

Der Hightech-Visionär ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz unser Leben verbessert. Wie seine Erfindungen genau funktionieren, erklärt dieser in einem seiner TED Talks:

Fakt 4: Digitale "Streichelwiese" der Musikschule Hildesheim

Die Musikschule Hildesheim hat jedes Jahr viele Veranstaltungen für Jung und Alt zu bieten: Vom Instrumentalunterricht über die Kinderkonzerte bis hin zur Musikschulwoche ist alles dabei. Doch aufgrund der Pandemie ließen sich diese Veranstaltungen wie in vielen Musikschulen Niedersachsens nur schwer realisieren und wurden deshalb abgesagt. Dies ist nicht nur für die Musikschule als Unternehmen ungünstig.

Vor allem die Kinder würden einbüßen. Das liegt daran, dass diese bei Veranstaltungen wie der Hildesheimer "Streichelwiese" Instrumente ausprobieren dürfen und Begeisterung für diese entwickeln, so der Leiter der Musikschule Hildesheim, Detlef Hartmann.

Um die Möglichkeit, Kinder für Musik zu begeistern, aufrecht zu erhalten, setzt die Musikschule ein besonderes Projekt um: In Kooperation mit Juri Tetzlaff, ein Moderator beim KIKA, der beruflich auch musiziert, sind im April diesen Jahres über 25 Filme von je 3-5 Minuten entstanden. In diesen Filmen werden die in der Musikschule Hildesheim unterrichteten Instrumente von Schülern:innen und/oder Lehrer:innen vorgestellt. Laut Hartmann "entsteht etwas für die konkrete Situation aber eben auch etwas sehr nachhaltiges, was über Jahre hinweg verwendbar bleibt."

Ab dem 01. Juni werden die Filme gestaffelt auf der Webseite der Musikschule Hildesheim veröffentlicht.

Fakt 5: Sensationelle Ausgrabungen

In Harsum, einem Ort nördlich von Hildesheim, wurde während Ausgrabungsarbeiten im Jahr 2017 eine der ältesten bäuerlichen Siedlungen Norddeutschlands gefunden: Die Ausgrabungen zeigten, dass sich Bauern dort bereits um 5700 v. Chr. ansiedelten und sesshaft wurden. Im restlichen Norden Deutschlands geschah dies erst 1.000 bis 2.000 Jahre später.

Drei Jahre später wurde dann in einem kleinen Dorf der Gemeinde Harsum eine weitere Ausgrabung vorgenommen: Es wurde eine Grabstätte zweier Menschen gefunden. Wie das Bild des Denkmalatlas Niedersachsens aufgrund der unterschiedlichen Größen der Skelette vermuten lässt, handelt es sich laut den Archäologen um das Grabmal einer Mutter und ihres Kindes.

Zusammen mit der Gegend um Harsum gehört die Hildesheimer Börde, ein Landstrich, zu einen der fruchtbarsten Böden Mitteleuropas und zu den archäologisch besonders wichtigen Kulturlandschaften.



Ihr wollt mehr spannende Fakten über Niedersachsens Städte und Gemeinden? Die gibt's hier.>>>

Wenn ihr einen Ort vorschlagen möchtet und/oder spannende Fakten beisteuern wollt, dann freuen wir uns über eine Mail an studio@antenne.com.



Fakt 6: Theater für Niedersachsen

Das Theater für Niedersachsen (tfn) ist das viertgrößte Theater in ganz Niedersachsen. Es ist im Jahr 2007 aus der Fusion des Stadttheaters Hildesheim und der Landesbühne Hannover entstanden und erfüllt zweierlei Funktionen: Es dient als Theater für die Stadt und den Landkreis Hildesheim und als überregionales Theater, das in mehreren Bundesländern auftritt.

Laut dem tfn werden in diesem Jahr mit einem entsprechenden Hygienekonzept wieder Schauspiele, Opern, Operetten und Musicals sowie Kinder- und Jugendtheaterstücke wieder aufgeführt.

Theater, Stadttheater, Opernhaus in Hildesheim, Theater für Niedersachsen (AdobeStock/PMDesign)
Theater, Stadttheater, Opernhaus in Hildesheim, Theater für Niedersachsen (AdobeStock/PMDesign), Foto: PMDesign - stock.adobe.com

Fakt 7: Telekommunikations-Revolution

In Hildesheim wurde im Jahre 1908 die erste elektromechanische Ortsvermittlungsstelle Europas, die automatisch betrieben wurde, von der Deutschen Reichspost eröffnet. Dabei handelt es sich um eine automatische Vermittlungsstelle für Telefongespräche, in der elektrische Wähler direkt von Impulsen, die durch das Wählen der Nummern erzeugt werden, gesteuert werden.

Dies war ein revolutionäres Ereignis in der Telekommunikation, da vorher Personen benötigt wurden, um diese Wähler zu betätigen und die Anrufe in die richtige Leitung zu leiten.

Wie so eine Vermittlungsstelle genau funktioniert, könnt ihr dem Erklär-Video des Deutschen Museums sehen:

Fakt 8: Weihnachts-Tradition aus Hildesheim

Im Jahr 1967 wurde im Hildesheimer Stadtteil Himmelsthür das erste Weihnachtspostamt Deutschlands eröffnet. Obwohl dieses vom Postamt vor einigen Jahren ausgegeben wurde, können Kinder ihre Briefe weiterhin dort an den Weihnachtsmann dort hinschicken und bekommen in einigen Tagen eine Antwort zurück.

Die mit dem Weihnachtsstempel entwerteten Weihnachtsbriefmarken des Postamts sind Sammelstücke für Briefmarkensammler weltweit. Auch diese könnt ihr auf der Webseite der Deutschen Post oder an Poststellen zu bestimmten Zeiten noch ergattern.

Ein Mitarbeiter vom Weihnachtspostamt Hildesheim Himmelsthür zeigt Briefe an den Weihnachtsmann im Briefzentrum Pattensen. Mit Himmelsthür, Himmelpforten und Nikolausdorf liegen gleich drei der deutschlandweit sieben Weihnachtspostfilialen der Deutschen Post in Niedersachsen. Weihnachtspost von Kindern aus dem In- und Ausland wird dort gelesen und beantwortet. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Ein Mitarbeiter vom Weihnachtspostamt Hildesheim Himmelsthür zeigt Briefe an den Weihnachtsmann im Briefzentrum Pattensen. Mit Himmelsthür, Himmelpforten und Nikolausdorf liegen gleich drei der deutschlandweit sieben Weihnachtspostfilialen der Deutschen Post in Niedersachsen. Weihnachtspost von Kindern aus dem In- und Ausland wird dort gelesen und beantwortet. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa), Foto: picture alliance/dpa

Fakt 9: "Hildesheimer Silberschatz"

Der "Hildesheimer Silberschatz" ist ein Silberfund römischen Tafelsilbers aus dem ersten Jahrhundert nach Christus, der 1868 von Soldaten bei Bau eines Schießstandes entdeckt wurde. Mit 77 Silbergefäßen, die zusammen über 50 kg auf die Waage bringen, zählt dieser zu den größten Silberfunden aus der römischen Zeit und darüber hinaus auch zu den bedeutendsten archäologischen Entdeckungen in Deutschland.

An der Fundstelle sind noch weitere Gegenstände wie Tierknochen, über 300 Scherben von über 70 Gefäßen und Holzkohle aus der römischen Zeit geborgen worden.

Heute befinden sich diese zusammen mit dem Silberschatz in der Antikensammlung des Staatlichen Museums in Berlin.

Rund 130 Jahre nach seiner zufälligen Entdeckung in Hildesheim kann der legendäre "Hildesheimer Silberschatz" ab Sonntag (20.7.97) wieder in der niedersächsischen Bischofstadt besichtigt werden. Neben Original-Fundstücken sind Kopien von dem römischen Tafelgeschirr aus der Zeit des Kaisers Augustus (27 v.Chr. - 14. n.Chr.) im Stadtmuseum ausgestellt, wo sie am Freitag (18.7.97) Medienvertretern präsentiert werden. Die Raritäten gehören seit 1869 zur Antikensammlung des Preußischen Staatsbesitzes in Berlin, der circa 70 Einzelstücke für die Ausstellung ausgeliehen hat. dpa COLORplus (Foto: Wolfgang_Weihs/dpa)
Rund 130 Jahre nach seiner zufälligen Entdeckung in Hildesheim kann der legendäre "Hildesheimer Silberschatz" ab Sonntag (20.7.97) wieder in der niedersächsischen Bischofstadt besichtigt werden. Neben Original-Fundstücken sind Kopien von dem römischen Tafelgeschirr aus der Zeit des Kaisers Augustus (27 v.Chr. - 14. n.Chr.) im Stadtmuseum ausgestellt, wo sie am Freitag (18.7.97) Medienvertretern präsentiert werden. Die Raritäten gehören seit 1869 zur Antikensammlung des Preußischen Staatsbesitzes in Berlin, der circa 70 Einzelstücke für die Ausstellung ausgeliehen hat. dpa COLORplus (Foto: Wolfgang_Weihs/dpa), Foto: picture-alliance / dpa

Fakt 10: Vom "Hildesheimer Relations-Courier" zur Hildesheimer Allgemeinen Zeitung

Die älteste Tageszeitung Deutschlands, die sich noch in Betrieb befindet, ist die Hildesheimer Allgemeine Zeitung, die im Jahr 1705 als "Hildesheimer Relations-Courier" gegründet wurde. Dass viele Zeitungen heute nicht mehr existieren, liegt unter anderem an bestimmten geschichtlichen Ausnahmezuständen wie dem Dreißigjährigen Krieg im 19. Jahrhundert oder dem Ersten und Zweiten Weltkrieg: Im Zweiten Weltkrieg wurden z. B. viele Zeitungsunternehmen für NS-ideologische Zwecke missbraucht und nach dem Sieg der Alliierten aufgelöst.

Die Hildesheimer Allgemeine Zeitung jedoch gehört jedoch zu einer der wenigen Zeitungen, die während der NS-Zeit nicht enteignet wurden. Nach einer Zwangspause von vier Jahren, die die Alliierten verordneten, publizierte die Zeitung ab 1949 wieder. Die verkauften Auflagen des letzten Jahres betragen 32.915 Exemplare.

undefined
Antenne Niedersachsen
Audiothek