Mobilfunkanbieter

Vorsicht: Dein Handyvertrag verlängert sich oft automatisch!

Wenn Euch ein Smartphone der neusten Generation ohne einen teuren Kaufpreis wichtig ist, werdet Ihr einen Handyvertrag abgeschlossen haben. Mit diesem seid Ihr je nach Anbieter bis zu zwei Jahre an Euren Mobilfunkanbieter gebunden.


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 (Foto: Rawpixel.com - stock.adobe.com)

Der Wechsel nach dieser Zeit lohnt häufig, schließlich gibt es immer wieder neue Tarife und Anbieter. Was häufig übersehen wird: Ohne explizite Kündigung verlängert sich Euer Vertrag und der Wechsel ist vorerst nicht möglich.

Verlängerung Eures Vertrages oft stillschweigend

Wie genau die Kündigung zum Ende der Vertragslaufzeit geregelt ist, findet ihr schriftlich in den Unterlagen Eures Handyvertrages. Bei den meisten Anbietern in Deutschland gibt es jedoch eine einheitliche Regelung. Wenn ihr die Kündigung eures bestehenden Vertrags wünscht, beispielsweise um zu einem anderen Anbieter zu wechseln, müsst ihr den bestehenden Vertrag explizit schriftlich kündigen.

Falls ihr dies nicht macht und die Kündigungsfrist verstreicht, verlängert sich euer Vertrag automatisch. Die neue Laufzeit orientiert sich häufig an eurer ersten Vertragslaufzeit. Schnell seid ihr so für ein oder zwei weitere Jahre an den gleichem Mobilfunkanbieter gebunden und zahlt monatlich eure Mobilfunkgebühr, obwohl ihr eigentlich wechseln wollt.

Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist nicht verwechseln

Beim Blick in euren Handyvertrag müsst ihr zwischen zwei verschiedenen Zeitspannen unterscheiden. Eines ist die Laufzeit des Vertrags, beim ersten Vertragsabschluss auch als Mindestlaufzeit bezeichnet. In den Anfängen der Vertragshandys lag diese bei 24 Monaten, viele Verträge binden ihre Kunden weiterhin für zwei Jahre. Andere grenzen sich von ihren Wettbewerbern durch kürzere Laufzeiten ab, sechs bis zwölf Monate ist zu einem modernen Standard geworden.

Zum anderen findet ihr die Kündigungsfrist in eurem Handyvertrag. Diese gibt an, wie viele Wochen oder Monate ihr vor Ende der Laufzeit eure Kündigung schriftlich beim Handyanbieter einreichen musst. Für Verträge mit einer Laufzeit von 24 Monaten sind drei Monate vor Vertragsende üblich. Bei Verträgen mit einer kürzeren Laufzeit reduziert der Anbieter oft auch die Kündigungsfrist, diese liegt dann beispielsweise bei vier oder sechs Wochen.

Die Kündigung frist- und formgerecht durchführen

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 (Foto: forkART Photography - stock.adobe.com)

Ihr habt in euren Vertrag geschaut und erkannt, dass sich dieser in wenigen Monaten automatisch verlängert? Ihr wisst außerdem, dass die Kündigungsfrist nur noch wenige Tage oder Wochen entfernt ist? Dann solltet ihr beim Wunsch nach einem Wechsel nicht zögern und eure Kündigung schriftlich beim Handyanbieter einreichen.

Bei manchen Anbietern ist die Kündigung online möglich, üblich ist jedoch ein einfacher Brief an euren Handyanbieter. In diesem muss das Datum zu finden sein, zu welchem ihr den Vertrag kündigt, der Brief ist außerdem persönlich von euch als Vertragsnehmer zu unterschreiben. Wenn ihr die Sicherheit haben möchtet, dass euer Anbieter die Kündigung pünktlich erhalten hat, solltet ihr diese als Einschreiben mit Rückschein versenden.

Viele Anbieter reagieren auf eure Kündigung und suchen per Telefon, Brief oder E-Mail Kontakt zu euch. Vielleicht möchte man euch einen attraktiven Rabatt anbieten oder euch auf neue Tarife des Unternehmens hinweisen. Schaut euch in Ruhe an, was euer alter Anbieter für euch bereithält. Vielleicht wart ihr in Leistungen und Service bislang immer zufrieden und möchtest nur wegen der Kosten oder einem attraktiven neuen Smartphone der Konkurrenz wechseln. Etwas Spielraum haben die meisten Anbieter, lasst euch also ruhig ein neues Angebot unterbreiten.

Immer wieder den Blick auf den Handymarkt werfen

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 (Foto: F-Stop Boy - stock.adobe.com)

Die Mobilfunkanbieter in Deutschland pflegen seit vielen Jahren eine große Konkurrenz. Dies zeigt sich nicht nur in den Preisen für den Mobilfunk selbst. Bei Verträgen versuchen sich die Anbieter, durch attraktive Preise für brandneue Handys von Samsung, Nokia oder Apple auszustechen. Reicht das Handy alleine noch nicht als Verkaufsargument, stellen sie Bundles mit weiteren Geräten und Vergünstigungen zusammen.

Damit ihr herausfindet, ob sich Kündigung und Wechsel für euch wirklich lohnt, könnt ihr euch durch einen Handyvertrag Vergleich informieren. Diesen führt ihr kostenlos online durch und erhaltet anhand von wenigen Eingaben einen Überblick, wohin sich euer Wechsel besonders lohnt.

Damit ihr den Vergleich effektiv durchführen könnt, müsst ihr wissen, was euch und eure Handynutzung auszeichnet. Klärt deshalb im Vorfeld ab, wie häufig ihr zum Smartphone greift und für welche Zwecke ihr es nutzt. Wenn ihr wie die meisten Nutzer heutzutage vor allem mobil surft, ist das monatliche Quota in Gigabyte die wichtigste Kennzahl des Vertrags. Fürs klassische Telefonieren solltet ihr deshalb nicht unnötig teures Geld zahlen.

Den Handyvertrag auf die Zukunft abstimmen

Für die Auswahl eines guten und zukunftsfähigen Handyvertrags kommt es nicht nur auf eure heutige Handynutzung an. Mit steigenden Bandbreiten und täglich neuen Apps ändert sich das Nutzungsverhalten. Vielleicht möchtet ihr zukünftig häufiger Musik über euer Smartphone streamen oder Daten mit eurer Fitness-App erfassen und zur Auswertung an andere Geräte senden. All dies verbraucht Datenvolumen, weshalb der Wechsel des Anbieters die beste Gelegenheit für eine Anpassung ist.

Schneller Ausstieg aus dem Handyvertrag

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 (Foto: deagreez - stock.adobe.com)

Vielleicht hattet ihr ein attraktives Angebot auf dem Mobilfunkmarkt entdeckt und ärgert euch, dass ihr noch viele Monate an euren aktuellen Anbieter gebunden seid. Tatsächlich gibt es wenige Situationen, in denen ihr frühzeitig aus dem Vertrag herauskommt. Hierbei gehört der Umzug ins Ausland, für einen neuen Handytarif alleine werdet ihr jedoch kaum Deutschland verlassen wollen.

Wenn die Laufzeit nicht mehr zu lange dauert, könnt ihr euch eventuell bei eurem alten Anbieter aus dem Vertrag herauskaufen. Aus Kulanz wird euch dieser vielleicht die Möglichkeit zur Auflösung des Vertrags geben, wenn ihr die Grundgebühr der verbleibenden Monate zahlt.

Beachtet außerdem, dass es wie bei anderen Verträgen ein Sonderkündigungsrecht gibt, wenn sich grundlegende Leistungen des Vertrags ändern. Vielleicht passt der Anbieter einzelne Tarifleistungen an oder es kommt zu einer Preiserhöhung für die Nutzung bestimmter Services. Hierüber hat euch der Anbieter zu informieren und ihr habt ein Sonderkündigungsrecht von vier Wochen. Eine solche Anpassung ist übrigens der beste Anlass, sich mit dem aktuellen Handymarkt zu befassen und mit Glück zu einem günstigeren oder besseren Tarifanbieter zu wechseln.