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Nicht von gestern...

Falträder: Handlich, praktisch, gut!

Immer mehr Radler und solche, die es werden wollen, kaufen sich ein sogenanntes Faltrad. Ob zum Pendeln oder für den Camping-Urlaub - Falträder passen in jeden Kofferraum und jedes volle Zugabteil. Worauf ihr beim Kauf achten solltet und ob so ein Faltrad überhaupt zu euch passt, verraten wir euch hier.

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 (Foto: picture alliance / ZB)

Übrigens: Klapprad ist nicht gleich Faltrad! Auch wenn diese beiden Begriffe häufig durcheinander geworfen werden. Denn für gewöhnlich hat ein Klapprad nur ein einziges Scharnier bzw. Gelenk, um es zu verkleinern, während Falträder buchstäblich und mehrmals gefaltet werden können. Das hat zwei wesentliche Vorteile: Falträder können nicht nur besser verstaut werden, sie bieten euch beim Fahren auch mehr Stabilität! Das liegt an der Art und Weise, wie die meisten Faltmechanismen funktionieren:

Was spricht für ein Faltrad - was dagegen?

  • Falträder sind handlich! Innerhalb von wenigen Sekunden könnt ihr sie zusammenfalten und transportieren. Auch das geringe Gewicht stellt kein Hindernis dar. An manchen Falträdern sind sogar kleine zusätzliche Rädchen angebracht, die den Transport noch einfacher machen.
  • Nehmt ihr das Faltrad mit in den Urlaub, braucht ihr keinen extra Gepäckträger, sondern könnt es einfach beim restlichen Gepäck im Kofferraum verstauen.
  • Als Pendler passt ihr mit einem Faltrad besser in jeden Zug. Außerdem kostet die Mitnahme nicht zusätzlich, sofern das Faltrad sicher unter oder über einem Sitz verstaut werden kann.
  • Auch in vielen Betrieben des öffentlichen Nahverkehrs könnt ihr euch die Gebühr für das Fahrrad sparen. Denn meist gelten zusammengefaltete Räder auch dort nur als Gepäckstücke. Die genauen Bestimmungen sind von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Vergewissert euch deshalb vor der Fahrt. Es könnte zum Beispiel sein, dass ihr das Rad nicht nur falten, sondern auch in eine Tasche packen müsst.
  • Falträder sind nicht für Geländetouren geeignet. Seid ihr also häufig fernab von Straßen und Fußwegen unterwegs, solltet ihr euch lieber kein Faltrad zulegen.
  • Der Verschleiß ist höher als bei herkömmlichen Fahrrädern. Das liegt daran, dass die kleinen Räder sich öfter drehen und somit auch häufiger Bodenkontakt haben. Sowohl Lenker-, als auch Sattelstange sind deutlich länger, deshalb wirken darauf größere Kräfte ein. Alle Ersatzteile solltet ihr aber im Fachhandel kaufen können.
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 (Foto: picture alliance / dpa)


Was solltet ihr beim Kauf eines Faltrades bedenken?

Es gibt nicht das perfekte Faltrad. Dafür gibt es aber das für euch perfekte Faltrad. Um das zu finden, solltet ihr euch zunächst die Frage stellen: Wofür braucht ihr das Faltrad? Wollt ihr es nur zum Brötchen holen in eurem jährlichen Camping-Urlaub nutzen oder doch täglich damit zur Arbeit pendeln? So oder so könnt ihr die Falträder, die in Frage kommen, auf verschiedene Kriterien prüfen:

Gewicht:
Klar, je geringer das Gewicht, desto einfacher könnt ihr das Faltrad transportieren. Allerdings solltet ihr auch bedenken: Mit dem Gewicht sinkt auch die Steifigkeit. Das Material wird also nachgiebiger und damit anfälliger für Verformungen, Schrammen und so weiter. Im Durchschnitt wiegt ein Faltrad zwischen 12,5 und 15 kg.

Faltzeit/-schwierigkeit:
Verschiedene Hersteller verarbeiten unterschiedliche Faltmechanismen. Probiert es vor dem Kauf aus! Wie schnell könnt ihr das Fahrrad falten und wie leicht fällt es euch?

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 (Foto: trotzolga - Fotolia)

Radgröße/-breite:
Ihr müsst keine Angst haben, dass die Radgröße eure Fahrgeschwindigkeit bzw. euren Intervall beim Treten beeinflusst. Es befindet sich eine entsprechende Übersetzung am Faltrad, sodass ihr nicht öfter in die Pedale treten müsst, als bei normalen Fahrrädern. Außerdem: Umso größer die Räder, desto größer ist natürlich auch das Packmaß. Für gewöhnlich messen die Räder 16 bis 20 Zoll.

Sitzposition:
Hier spielt eure Körpergröße eine Rolle. Manch ein Faltrad stößt nämlich bei Körpergrößen über 1,85m auf seine Grenzen. Testet vor dem Kauf einfach, ob ihr in einer angenehmen Haltung auf dem Faltrad sitzen könnt.

Preis:
Wie bei allen schönen Dingen - eine Grenze nach oben gibt es nicht. Zumindest könnt ihr bei den meisten Falträdern davon ausgehen, dass der Preis ein Indikator für die Qualität ist. Falls ihr euer Faltrad nur selten nutzt, reicht eines aus dem Baumarkt oder vom Discounter aus. Wollt ihr längere Strecken und/oder regelmäßig fahren, reicht die Spanne von 400€ bis 1.200€. Versucht beim Fachhändler eine Probefahrt zu vereinbaren, um ein Gefühl für das richtige Modell zu bekommen. Vielfahrer, für die das Faltrad ein echter Fahrradersatz ist und die Wert auf ein perfektes Fahrverhalten legen, sollten sich an Rädern mit einem Preis von 1.000€ aufwärts orientieren.

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 (Foto: Frank-Peter Funke - Fotolia)

Ausstattung:
Für alle Falträder gilt natürlich: Sie müssen für den Straßenverkehr zugelassen sein und dieselben Richtlinien erfüllen, wie jedes andere Fahrrad auch. Zusätzlich macht eine Gangschaltung das Fahren eines Faltrades erheblich angenehmer. Achtet darauf, dass es mindestens 3 Gänge hat. Empfehlenswert sind 7. Auch eine Federung ist von Vorteil, sonst kann es auf Kopfsteinpflaster schon mal etwas ungemütlich am Hintern werden.

Falt-E-Bikes:
Falträder gibt es mittlerweile auch mit Motor. Bei denen könnt ihr zusätzlich zu den anderen Punkten auf die Reichweite des Akkus achten. Es gibt Modelle, die euch etwa 25km weit bringen, aber auch solche, die über 75km schaffen. Das hängt natürlich auch von eurer Fahrweise ab.