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9. September 2017
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Traum: Landarzt!

Stipendium lockt junge Mediziner in Niedersachsen aufs Land

Seit gut fünf Monaten läuft ein Stipendienprojekt des Landes Niedersachsen. Medizinstudenten bekommen Geld, wenn sie später Landarzt werden.


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 (Foto: picture alliance / dpa)

Johannes Ostendorf wird in diesem Jahr seinen Abschluss als Mediziner in Bochum machen. Nur, wie geht's weiter? Für ihn steht jetzt schon fest: Ich gehe nicht an den OP-Tisch und arbeite auch nicht in der Pharmaindustrie - ich werde Landarzt. Dinklage im Kreis Vechta ist seine Heimat und in diese Region möchte er wieder zurück, um sich als Allgemeinmediziner niederzulassen.

So geht Landarzt!

Ostendorf ist einer von 10 Studenten die bereits an dem neuen niedersächsischen Stipendienprogramm zur Gewinnung von Landärzten teilnehmen. Der Deal: Die angehenden Ärzte verpflichten sich nach ihrem Studium auf dem Land zu arbeiten, dafür bekommen sie 400 Euro im Monat zur Unterstützung des Studiums. Das Geld kommt aus der Kasse des Niedersächsischen Sozialministeriums.

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KVN Chef Mark Barjenbruch (Foto: Antenne Niedersachsen)

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) ist seit dem Start des Programms im Dezember der Ansprechpartner für die Studenten und kümmert sich um die Verwaltungsarbeit. Es ist ein langer Lauf, sagt KVN-Chef Mark Barjenbruch. Ob das ein Erfolgsprojekt wird, könne man erst in ein paar Jahren sehen. Barjenbruch hofft aber das sich später drei Viertel bis zwei Drittel der Stipendienteilnehmer auch auf dem Land tatsächlich längerfristig niedergelassen werden.

Großstadt? Lieber familiär!

Johannes Ostendorf plant das. Mich reizt das familiäre Flair der Region, sagt Jungmediziner. Im kommenden Jahr soll die Ausbildung zum Allgemeinmediziner in einem Krankenhaus in der Region Vechta starten. Die Familie freut sich natürlich, dass der Sohn als Arzt in der Region arbeitet - und so auch näher bei den Eltern wohnt. Ostendorf hofft, dass sich noch mehr junge Medizinstudenten für die Arbeit auf dem Land entscheiden.