In der Ruhe liegt die Kraft

Slow Coffee

Bei der Slow Coffee Bewegung geht es im Wesentlichen um das Zurück zu den alten Brühmethoden. Omas guter alter Papierfilter!


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(Foto: Fotolia)

Bei den modernen Brüh-Methoden mit Kaffeeautomaten, Espressomaschinen oder Kapselgeräten verliert der Kaffee sein ursprüngliches Aroma. Viel zu schnell, mit zu viel Druck wird das Wasser durch das Kaffeepulver gepresst, der Kaffee hat im wahrsten Sinne keine Zeit sich zu entfalten. Dabei kann Kaffee ganz unterschiedlich schmecken - fruchtig, nussig, sahnig oder auch erdig – je nach Bohne, die verwendet wird. Aber alle diese Aromen kommen beim maschinell hergestellten Kaffee nicht zur Geltung.

Die Slow Coffee Bewegung hat sich das zu eigen gemacht und wirbt für Langsamkeit bei der Kaffee-Zubereitung. Dem Kaffee Zeit lassen, damit er sich entfalten kann ist das oberste Prinzip. Und als kleinen Nebeneffekt tut ihr damit auch noch was für die Umwelt. Bei der Slow Coffee Methode wird nämlich weniger Abfall produziert, als zum Beispiel bei Pads oder Cabs.

Slow Coffee ohne Aufwand zuhause machen

Das Meiste was man für Slow Coffee braucht findet sich wahrscheinlich in irgendeiner vergessenen Ecke im Haushalt oder lässt sich für wenig Geld kaufen (auf Flohmärkten oder auch auf Amazon). Folgendes braucht ihr, um Kaffee nach der Slow Coffee Methode herzustellen:

Filter - ganz normaler Handfilter, aus Porzellan oder Kunststoff

Filterpapier/Filtereinsatz - Wenn ihr Filterpapier verwendet, sollte das dünn sein. Je dünner das Filterpapier, desto weniger Papierrückstände im Kaffee und desto besser kommen die Aromen durch. Alternativ gibt es aber auch Filtereinsätze aus Metall, die lassen sich leicht ausspülen und sind jederzeit wiederverwendbar.

Je nachdem welchen Einsatz ihr verwendet kann sich auch der Geschmack des Kaffees unterscheiden. Kaffee in einem Metallfilter aufgegossen hat mehr Kaffeeöle und dadurch ein sehr intensives Aroma. Durch einen Papierfilter hergestellter Kaffee dagegen hat einen etwas weicheren Geschmack.

Kaffeebohnen – beim Slow Coffee werden die Bohnen erst kurz vor der Zubereitung gemahlen. Am besten mit einer Handmühle (elektrisch geht natürlich auch). Empfohlen wird eine feinkörnige Mahlstufe (etwa wie Kristallzucker). Hier könnt ihr auch variieren und verschiedene Mahlstufen austesten. Auch das beeinflusst den Geschmack. Die Dosierung des Kaffeemehls liegt bei ca. 60 Gramm Pulver pro Liter Wasser.

Heisses Wasser – ihr solltet auf jeden Fall immer frisches Wasser verwenden. Ist euer Wasser zu hart (Härtegrad erfahrt ihr beim Anbieter) lohnt es sich vorher das Wasser zu filtern. Weicheres Wasser holt die Aromen noch besser aus dem Kaffeepulver. Ach ja, das Wasser sollt nie kochend auf das Pulver gegossen werden. Zu heißes Wasser setzt nämlich Gerb- und Bitterstoffe frei und die will keiner im Kaffee.

Brühen – langsam, langsam und nochmal langsam, das gilt für das Aufbrühen des Kaffeepulvers. Je nach Brühdauer können sich unterschiedliche Aromen entwickeln. Gießt zunächst nur so viel Wasser auf, dass sich das Pulver vollsaugt. Nach einigen Sekunden kann man nachgießen, aber immer nur so viel, dass das Pulver nass ist. Das Pulver sollte nie im Kaffe schwimmen.

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(Foto: Fotolia)

Kalter Kaffee ist Cool!

Das ist ein weiterer Kaffee-Trend, den wir euch vorstellen wollen. „Cold Brew Kaffee“. Ideal und erfrischend an heißen Tagen und auch für empfindliche Magen bekömmlich, weil er weniger Säure- und Bitterstoffe hat. Dabei wird der Kaffee nicht einfach kalt werden lassen sondern kalt aufgebrüht, um so ein Kaffee-Konzentrat herzustellen.

Zutaten für Cold Brew Kaffee:

  • 1 l kaltes Wasser
  • 2 Gefäße
  • 200g Kaffee
  • 1 Filter
  • Frischhaltefolie
  • Eis

So wird’s gemacht:

Gemahlener Kaffee in ein Gefäß geben, kaltes Wasser drauf, gut umrühren, dann mit Frischhaltefolie abdecken und mindestens 10-12 Std bei Raumtemperatur stehen lassen. Danach das Gemisch durch einen Filter gießen und schon ist das Konzentrat fertig. Das könnt ihr mit kaltem Wasser und Eiswürfeln verdünnen und schon habt ihr einen leckeren Eiskaffee. Das grobe Mischungsverhältnis ist 1 Teil Konzentrat zu 2 Teilen Eis und Wasser.
Das Konzentrat könnt ihr übrigens bis zu 2 Wochen im Kühlschrank aufheben.

Unser Tipp: Ersetzt das Eis durch eine Kugel Vanille-Eis! Viel Spaß beim Kaffee-Genuss! :-)