Wildunfälle

Was tun nach einem Wildunfall?

Gerade nach der Zeitumstellung Ende Oktober erhöht sich die Gefahr der Wildunfälle auf den Straßen. Denn der Feierabendverkehr fällt mit der Dämmerungszeit zusammen, in der das Wild am aktivsten ist. Wir haben wichtige Tipps für Euch nach einem Wildunfall.


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 (Foto: pa/obs/ADAC)

Plötzlich stehen sie vor uns und wir können nicht mehr bremsen. Der 100-Kilo Keiler fliegt uns auf die Windschutzscheibe oder das kleine Rehkids wird von uns umgefahren. Im Schnitt gibt es jeden Tag rund 750 Wildunfälle auf deutschen Straßen. Niedersachsen liegt mit rund 28.700 Wildunfällen 2016/2017 auf Platz zwei im bundesweiten Durchschnitt, was die Zahl der Wildunfälle angeht. Das ergibt die Wildunfallstatistik des Deutschen Jagdverbands (DJV).

Gerade nach der Zeitumstellung Ende Oktober erhöht sich die Wildunfallgefahr nochmals. Wild und Mensch treffen während des Berufsverkehrs in der Dämmerung noch häufiger zusammen, da es sich bei der Dämmerung auch um die sehr aktive Phase des Wilds handelt.

Plötzlich ist das Wild da - und dann?

Besondere Vorsicht ist an Straßen geboten, die durch Wälder führen oder entlang von Waldrändern verlaufen. Nehmt die Warnschilder "Achtung Wildwechsel" ernst. Zusätzlich sind Unfallschwerpunkte oft durch blaue Reflektoren zusätzlich gekennzeichent.

Durch die heißen Sommertage tragen die Eicheln besonders viele Früchte. Diese locken viele Wildtiere auf oder in die Nähe von Fahrbahnen. Passt deshalb eure Fahrweise entsprechend an, verringert eure Geschwindigkeit und haltet ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.

Wenn Wild an der Straße auftaucht, blendet euer Fernlicht ab und hupt. Riskante Ausweichmanöver solltet ihr auf jeden Fall vermeiden, denn der Zusammenprall mit einem anderen Auto oder einem Baum birgt in der Regel größeren Schaden als der Zusammenprall mit dem Wildtier.

Verhaltenstipps nach einem Wildunfall

  1. Sichert die Unfallstelle ab.
  2. Benachrichtigt die Polizei.
  3. Berührt das verletzte oder getötete Tier wenn möglich nicht. Für das bergen des Tieres ist der Förster oder Jagdpächter verantwortlich.
  4. Macht Fotos vom Unfallort, vom Tier und von eurem Fahrzeug. Das hilft im Nachhinein für eine schnelle Schadensbearbeitung.
  5. Lasst euch eine Wildunfallbescheinigung von Polizei, Förster oder Jagdpächter ausstellen.
  6. Ruft euren Versicherer an, bevor die Unfallspuren beseitigt sind oder euer Fahrzeug repariert, verschrottet oder verkauft wird.

Wer zahlt nach einem Wildunfall?

Die Teilkaskoversicherung bezahlt an eurem Fahrzeug die Schäden, die durch einen Unfall mit Haarwild wie Rehen und Wildschweinen verursacht werden. Die Vollkaskoversicherung zahlt ebenfalls die Schäden. Zusätzlich haben Wildunfälle keinen Einfluss auf euren persönlichen Schadenfreiheitsrabatt. Ihr werdet in eurer Versicherung also nicht hochgestuft.

Kann bei einem Wildunfall Fahrerflucht begangen werden?

In Niedersachsen gilt keine Meldepflicht nach einem Wildunfall. Wenn ihr also nach einem Wildunfall ohne Meldung weiterfahrt, begeht ihr zwar keine Fahrerflucht, verstoßt aber gegen das Tierschutzgesetz und euch können hohe Geldstrafen drohen.