Verkehr

Schneefall nach Ostern: Keine Ausnahme für Winterreifenpflicht

Wer bei Schnee und Eis auf glatter Straße einen Unfall baut und keine Winterreifen aufgezogen hat, hat schlechte Karten bei der Versicherung. Völlig egal zu welcher Jahreszeit.


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 (Foto: picture alliance / dpa)

In Deutschland spricht man von "situativer Winterreifenpflicht". Das heißt, die Reifen müssen dem Straßenbedingungen angepasst sein. Und wenn Ende April halt doch noch mal Schnee fällt, steht man dumm da, wenn man schon wieder seine Sommerreifen aufgezogen hat. "Das ist tatsächlich so", sagt auch Verkehrs-Kai von Antenne Niedersachsen. "Von O bis O - also Oktober bis Ostern - das ist bloß eine Faustregel." An die halten sich zwar die meisten, aber...

Nur im Schadensfall wird's ernst

"Situativ" bedeutet allerdings auch, dass es keine generelle Winterreifenpflicht gibt. Gibt es einen milden Januar, habt ihr kein Problem, wenn ihr mit Sommerreifen unterwegs sein. Auch bei eine Polizeikontrolle hättet ihr das nichts zu befürchten. Aber, sobald es glatt ist, führt an Winter- oder Ganzjahresreifen theoretisch kein Weg vorbei, wenn ihr euren Versicherungsschutz nicht riskieren wollt.

Und in der Realität?

"Sehr witzig", werden sich viele von euch jetzt denken. "Ich ziehe doch nicht wegen drei Tagen Aprilwetter wieder meine Winterreifen auf!" Klar, das ist wohl ein bisschen realitätsfern. Vor Gericht, wenn's hart auf hart kommt, am Ende aber ein eher schwaches Argument. Möglicherweise kann euer Anwalt im juristischen Hin- und Her noch einen Vergleich erzielen. Aber wollt ihr es darauf ankommen lassen. Am Ende gilt der Rat: Wenn ihr könnt, lasst das Auto bei schwierigen Straßenverhältnissen einfach stehen.

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 (Foto: picture alliance / dpa)

Wissenswertes zur Winterreifenpflicht

  • Gesetz
    Die Winterreifenpflicht ist gesetzlich mit Paragraf 2 der Straßenverkehrsordnung geregelt.
  • Anfoderungen an Winterreifen
    Aktuell sind Reifen mit der "M+S"-Kennzeichnung vorgeschrieben. Ab 1.10.2024 müssen die Reifen das "Alpine-Symbol" (Berg und Schneeflocke) haben, was die meisten Winterreifen schon jetzt erfüllen.
  • Strafen bei Verstößen
    Wer auf glatter Straße mit Sommerreifen fährt, riskiert bei Behinderung des Verkehrs 80 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg. Für eine Gefährdung des Verkehrs gibt es 100 Euro Bußgeld und einen Punkt. Und bei einem Unfall drohen 120 Euro Bußgeld und einen Punkt.
  • Versicherungsschutz
    Nur die Kfz-Haftpflichtversicherung kann den Fahrer in Mithaftung nehmen, wenn sich ein Unfall aufgrund falscher Bereifung ereignet hat. Die normale Haftpflicht-Versicherung bleibt bestehen - Unfallopfer erhalten Entschädigung von der Versicherung.
  • Profiltiefe
    Gesetzlich vorgeschrieben, ist eine Profiltiefe von 1,6 Millimetern. Der ADAC empfiehlt jedoch schon ab einer Profiltiefe von 4 Millimetern und wenigern, die Reifen auszutauschen.