Dornröschen aus Blech

Scheunen- und Garagenfunde: Der große Traum vom Oldtimerjuwel

Für alle, die sich auch nur ein wenig für alte Autos, Motorräder und Traktoren interessieren, ist es ähnliche spannend wie es der Fund der ostfriesischen Häuptlingsburg für die Archäologen ist: Ein seit Urzeiten vor sich hinschlummerndes Fahrzeug, das wiederentdeckt wird.


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Foto: Fotolia / Oleg Shelomentsev (Foto: Oleg Shelomentsev - stock.adobe.)

Doch gibt es die überhaupt noch? Wenn ja wo – und existieren überhaupt Möglichkeiten, ein solches Juwel wieder auf die Straße zu bringen?

1. Ein wenig Fund-Kunde

Echte Auto-Fans, die Namen wie Austin-Healey, Donkervoort oder DeTomaso aus dem Ärmel schütteln können, wie ein Nerd jene der wichtigsten Handyhersteller, werden bei diesem ersten Punkt nur zustimmend nicken. Doch es soll ja auch automobile Laien geben, die mit den außergewöhnlichen Begriffen nichts anfangen können. Sie sollen hier aufgeklärt werden.

Was ist überhaupt ein Scheunen- oder Garagenfund?
Ganz einfach: Ein Auto, Motorrad, Traktor oder sonstiges motorisiertes Fahrzeug, das über Jahrzehnte hinweg irgendwo abgestellt und von seinen Besitzern oder deren Nachfahren buchstäblich vergessen wurde.

Ein Fahrzeug "vergessen"?
Nun mag es für Normalverbraucher-Autobesitzer mit Leasingvertrag schwierig zu sein, sich vorzustellen, wie man ein Fahrzeug vergessen kann. Doch das geht und zwar aus vielfältigen Gründen:

  • Das Fahrzeug wurde aus finanziellen Gründen abgestellt und die Besitzer zogen einfach weg – dies kommt zum Beispiel in den USA häufig vor.
  • Das Auto sollte geschützt werden, vielleicht vor politischen Wirren, kriegerischen Ereignissen, musste wegen Flucht zurückgelassen werden, blieb aber unentdeckt.
  • Der Besitzer stellte es trotz technischer Mängel aus Nostalgie (beispielsweise erstes Auto) beiseite, verstarb aber.
  • Der Wagen wurde nach einem Schaden abgestellt, jedoch aus unbekannten Gründen nie wieder reaktiviert.
  • Ein Sammler brachte eine große Zahl an Fahrzeugen zusammen, verriet aber niemandem etwas davon und verstarb ebenfalls.

Im Prinzip machen die gleichen, mannigfaltigen Gründe ein Auto zum besonderen Fund, die auch bei anderen sammlungswürdigen Dingen dafür sorgen, dass sie lange Jahre unentdeckt bleiben – auch wenn das natürlich bei einer Briefmarkensammlung ob der Größe etwas leichter ist als bei einem Auto.

Warum der Mythos?
Generell tritt bei allen Funden eine gemeinsame Tatsache zutage: Die Autos (ferner natürlich andere Vehikel) sind, selbst wenn es sich um massengefertigte Stücke handelt, durch die lange Lagerungszeit aus dem Straßenbild verschwunden. Doch der Mythos reicht noch viel tiefer. Ein solches Auto ist eine echte Zeitmaschine, die viel mehr über ihre Epoche verrät, als ein gleichwertiges, aber neuzeitlich restauriertes Stück. Apropos Restaurierung: Auch das ist ein Faktor. Denn Originalität, selbst wenn sie noch so sehr von Alterungsschäden gekennzeichnet ist, wird in der Oldtimerszene höher erachtet als selbst die aufwendigste Restauration.

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Jeder Scheunenfund ist auch eine gute Portion Nostalgie. Selbst das unscheinbarste Moped wird da noch zur Zeitkapsel aus vergangenen Epochen.  (Foto: ernstboese - stock.adobe.com)

Ein letzter Punkt ist der „Bernsteinzimmer-Faktor“. Denn natürlich kann ein Fund auch ein Fahrzeug sein, von dem nur wenige Stücke gefertigt wurden und das vielleicht extrem wertvoll ist. Eines der imposantesten Beispiele war die Wiederentdeckung eines Auto-Union Typ-D Bergrennwagens aus der Vorkriegszeit. Er war in den Kriegswirren verschollen und tauchte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in Riga wieder auf – ein unbezahlbar kostbarer Fund. Oftmals stehen solche Fahrzeuge auch in Verbindung mit prominenten Vorbesitzern, was sie noch wertvoller macht. Doch naturgemäß sind diese Entdeckungen auch die seltensten. Sehr viel häufiger handelt es sich einfach um Autos, die möglicherweise der Großvater früher fuhr, dann irgendwann abstellte, später verstarb und die nun von seinen Erben entdeckt werden. Vielleicht keine Hunderttausende wert, aber für Enthusiasten in jedem Fall ein rares Gut.

Die bedeutsamsten Funde der vergangenen Jahre
Die Entdeckung des oben genannten Auto-Union war ein Paukenschlag der Szene. Doch freilich nicht der einzige.

  • 2014 fand ein TV-Team der Sendung „Der Trödeltrupp“ zwei 911er Porsche aus einer vergessenen Sammlung, von denen einer noch als „901“ produziert worden war – eine immens kurzlebige Serie, die Porsche aus Urheberrechtsgründen einstellen musste, bevor deshalb zwangsweise die 911er-Serie aus der Taufe gehoben wurde.
  • 2016 wurde in Großbritannien ein Jaguar-E-Type (ohnehin schon kostbar) wiederentdeckt, der dem Designer des Beatles-Logos gehört hatte.
  • 2016 wurden in Frankreich gleich 60 extrem seltene und kostbare Oldtimer an einem einzigen Ort aufgefunden, wo sie ein Sammler gehortet hatte. Darunter einer von nur drei gebauten Maserati A6G Gran Sport. Schätzwert der gesamten, nichtrestaurierten Sammlung: gut und gerne hundert Millionen Euro, eher noch mehr.
  • 2017 wurde in Süditalien ein ebenfalls seltener BMW M1-Rennwagen aus den frühen 80ern entdeckt, der keine 10.000km auf dem Tacho hatte.

2013 gab es zudem einen Fund, der wohl wirklich als lehrbuchmäßig zu bezeichnen ist. Ein amerikanisches Ehepaar kaufte sich als kleine Altersvorsorge einen Bauernhof in Portugal, der seit dem Tod der erbenlosen Besitzer 15 Jahre zuvor nicht mehr angetastet worden war. In der dazugehörigen Scheune fanden die Eheleute mehrere dutzend Oldtimer – von Alfa Romeo bis Porsche.

Welche Chancen gibt es denn heute noch? Und wo?
Es gehört zu den Oldtimer-Stammtischparolen, dass es heute kaum noch lohnenswerte Funde gäbe. Die Liste der Fahrzeuge im vorherigen Punkt straft diese Aussage Lügen. Denn prinzipiell werden die Chancen nicht geringer, sie wandeln sich nur. In den 1960ern wäre es keine große Sensation gewesen, eine BMW Isetta aus den 50ern zu finden, heute allerdings sehr wohl.

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Manchmal sind Funde auch nur die Hinterlassenschaft eines früheren „wilden Verschrottens“. Dies wird vor allem in Nordamerika oft praktiziert.  (Foto: jon manjeot - stock.adobe.com)

Natürlich sind die Zeiten, in denen man auf Autos hoffen konnte, die vor oder kurz nach dem Ersten Weltkrieg gebaut wurden, vorbei – was es davon zu finden gab, wurde mutmaßlich gefunden. Dafür existieren aber heute wiederum ganz andere Schätze. Dabei sollte man nicht vergessen, dass 1988 schon 30 Jahre zurückliegt. Selbst ein älterer Mercedes Benz aus diesem Jahrzehnt taugt als exquisiter Fund, wenn er in irgendeiner Garage die Epochen überdauerte.

Das ist hier auch das Entscheidende: Solche Funde kann es überall geben. Prädestiniert sind oftmals ländliche Gebäude, die seit längerem unbewohnt sind – davon gibt es vor allem in den Weiten der USA und Kanadas eine Menge. Gleichsam können es aber auch innerstädtische Betongaragen mitten in Deutschland sein. Auf den Punkt gebracht: Hinter jedem, seit langer Zeit nicht mehr geöffneten Immobilientor kann rein theoretisch ein Fund schlummern.

2. Die lange Liste an Hürden

Im Film sieht immer alles einfach aus: Da findet der Held einen schrottreifen Rennwagen, restauriert ihn zwei Tage lang und bringt ihn auf die Straße – ohne dass jemand Einwände hätte. In der echten Welt und besonders wenn es um Fahrzeuge geht, gibt es jedoch einen wahren Hürdenlauf zwischen Amtsschimmel, Nachlassverwalter und Werkstatt.

Ein Auto kann sich "kaputt stehen"
Die erste Hürde ist dabei zunächst technischer Natur. Selbst wenn man ein Fahrzeug in einen optimal klimatisierten, wüstentrockenen und hermetisch abgeriegelten Bunker stellte, wäre eine Alterung unvermeidlich. Da aber die meisten Funde weit weniger sorgsam untergebracht wurden, gibt es viele Knackpunkte:

  • Schläuche und andere Gummiteile härten aus, werden porös
  • An allen Metallteilen nagt der Rost
  • Im Innenraumstoff machen sich Tiere, Pflanzen und/oder Pilze breit
  • Sonne setzt Kunststoffen und Polstermaterialien zu, macht sie brüchig und bleich
  • Bewegliche Teile in Motoren und Getrieben können festrosten
  • Bremsanlagen verrotten von innen heraus, weil Bremsflüssigkeit hygroskopisch ist (= zieht Wasser an)
  • Fahrwerksteile leiden unter den Standzeilen und dem Gewicht hunderter Kilos, die darauf lasten
  • Glasteile werden trüb oder gar rissig

Es hängt viel von den Lagerungsbedingungen ab

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Je schlechter die Lagerungsbedingungen waren, desto länger wird immer die Liste an dadurch entstandenen Schäden. Eine Universalregel. (Foto: Kory - stock.adobe.com)

Dabei kommt es vor allem auf die Lagerungsbedingungen an. Natürlich könnte man, das zeigen dedizierte Automuseen, durch Abwesenheit von Tageslicht, kontrollierte Luftfeuchtigkeit und Temperaturen sowie schonendes Aufbocken des Wagens den Zahn der Zeit auf ein Minimum reduzieren. In den allermeisten Fällen wurden die Funde jedoch einfach nur bestenfalls überdacht abgestellt.

Im schlimmsten Fall jedoch schützt nicht mal ein Scheunendach die Fahrzeuge vor der Gewalt der Naturen. Und wie das sich auswirkt, bricht seit Jahren unzähligen Autofans das Herz – im „Autoskulpturenpark Neandertal“, wo automobile Kostbarkeiten mit voller Absicht dem natürlichen Zerfall zum Wohl der Kunst preisgegeben werden.

Ungeklärte Besitzverhältnisse
Wer ein Haus kauft, kauft auch alles mit, was sich darin befindet, oder? Jein, denn das gilt nur, falls ein darauf stehender Fund eben auch dem Hausbesitzer gehörte. Viele Scheunenfunde werden im Nachgang zu einem echten Advokaten-Schaustück, weil es irgendwelche entfernten Verwandten oder sonstige Interessenten gibt, die Ansprüche anmelden – typischerweise dann, wenn der Fund mit einem hohen Verkaufswert taxiert wird.

Schwierigkeiten mit Amt und TÜV
Was bei der Anmeldung eines normalen Wagens schon zeit- und nervenraubend sein kann, wird dann, wenn man einen seit Jahrzehnten stillliegenden Wagen zurück auf die Straße bringen möchte, ungleich komplizierter. Selbst wenn alle Papiere vorhanden sind und sogar eine Abmeldebescheinigung existiert, sind die Schritte der Fahrzeug-Reaktivierung mannigfaltig und setzen voraus, dass der Wagen eine TÜV-Vollabnahme bekommt, eine Art stark verschärfte (und verteuerte) Hauptuntersuchung. Das gilt für alle Fahrzeuge, die länger als sieben Jahre aus dem Verkehr gezogen sind. Bei einer Wiederzulassung sind dann noch weitere Unterlagen notwendig, wie etwa eine Versicherungsbestätigung und gegebenenfalls eine Abmeldebescheinigung. Statt einer Zulassungsbescheinigung kann unter Umständen auch die sogenannte EG-Übereinstimmungsbescheinigung vorgelegt werden.

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Wem gehört das Altertümchen überhaupt? Schon die Beantwortung dieser Frage ist oft eine unüberwindbare Hürde. (Foto: Perry - stock.adobe.com)

Viel häufiger wird es jedoch so aussehen, dass in der Scheune einfach nur das Auto zu finden ist. Keine Zulassungsbescheinigung, kein Brief, keine alten TÜV-Unterlagen. Dann muss man erst mal nachweisen, dass man der „Verfügungsberechtigte“ des Fahrzeugs ist. Etwa durch Kaufverträge. Anschließend ist es notwendig einen neuen Brief zu beantragen. Als nächsten Schritt muss man ein Angebot im Verkehrsblatt (das Amtsblatt des Bundes-Verkehrsministeriums) eintragen, damit sich eventuelle andere Besitzrechtsträger melden können. Meldet sich niemand, wird man häufig noch eine eidesstattliche Versicherung abgeben müssen. Summa summarum eine mehrmonatige Angelegenheit – falls alles gut läuft.

Wehe der Ersatzteilsituation
Nicht selten ist ein Scheunenfund ein geschenktes Auto. Die Ernüchterung macht sich aber spätestens beim Zusammentragen der Kosten für eine etwaige Restaurierung breit.

Freilich gibt es Unterschiede. Steht in der Garage Omas alter Opel Ascona von 1978, werden meist Teile zu normalen Preisen aufzutreiben sein. Aber was, wenn der Fund einen plötzlich zum Besitzer eines Auburn 8-98 Sedan macht? Oder man plötzlich Eigner eines Alfa Romeo 8C 2900 ist? Dann wird es so aussehen, dass es kaum Ersatzteile mehr gibt und jedes Schräubchen neu hergestellt werden muss. Und je seltener und/oder älter bzw. kostbarer ein Wagen ist, desto aufwendiger wird es werden, ihn wieder technisch-straßentauglich zu machen.

3. Autofund in der Praxis: Was ist zu tun?

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Nicht jedem staubbedeckten, rostzerfressenen Fund sieht man die "inneren Werte" an. Laien sollten daher grundsätzlich einen Oldtimer-Sachverständigen hinzuziehen. (Foto: thomaseder - stock.adobe.com)

Scheunenfunde sind ein Freudenfest, auf dem die Band auch einige sehr Moll-lastige Akkorde spielt, das wurde bereits bewiesen. Doch mal angenommen, Sie kaufen morgen einen alten Bauernhof irgendwo zwischen Göttingen und Cuxhaven und entdecken in der Scheune unter Zentnern von Gerümpel ein Gebilde aus Blech, Gummi und Glas. Was ist dann zu tun?

Ohne Profi geht es wirklich nicht
Natürlich liegt es nahe, den Wagen aus seinem bisherigen Zuhause zu befreien. Gleich zuvor jedoch ein ehernes Anliegen: Bitte Finger weg. Nichts wegräumen, nichts säubern und am besten gar nichts tun, außer herauszubekommen, um was für eine Marke es sich handelt. Immer, jedoch besonders dann, wenn sich springende Pferde oder ähnliches auf dem Logo zeigen, wird es anschließend sofort Zeit, sich auf die Seite des Verbandes der unabhängigen Kfz-Sachverständigen zu begeben und dort in seinem Gebiet jemanden zu finden, der sich mit Oldtimern auskennt.

Der Rest sind Erklärungen am Telefon und ein Ortsbesuch. Das ist deshalb so wichtig, weil nur ein Profi überhaupt abschätzen kann, um welches Modell es sich handelt und auch, was man nun tun sollte.

Wer es findet, darf es behalten?
Mit dem Sachverständigen darf nun im Auto nach Papieren oder sonstigen Unterlagen gefahndet werden. Insbesondere wenn sich weder dort, noch in der neuerworbenen Immobilie etwas findet, sollte der Vorbesitzer bzw. Notar oder Makler verständigt werden. Sonst kann es passieren, dass ein jahrelanger Rechtsstreit folgt. Im Zweifelsfall ist der Anwalt ein guter Ansprechpartner.

Ein Fest für den Auktionator
Bei besonders wertvollen Wagen wäre es nun eine Option, ihn so wie er ist, in die Hände eines spezialisierten Auktionshauses zu geben. Wie erwähnt gilt „Original sticht Zustand“. Aus diesem Grundprinzip erklärt sich auch, warum beispielsweise einer der unfallbeschädigten Talbots aus dem oben genannten Fund in Frankreich bei einem Verkauf trotzdem noch 1,45 Millionen Euro erbrachte.

Allerdings funktioniert das wirklich nur bei automobilen Kostbarkeiten – dazu können zwar auch massengefertigte VW-Bulli zählen. Aber ein rostiger Ford Capri wird eher keine sechsstelligen Summen erzielen.

Geldsegen durch Teileverkauf
Oldtimerrestauration ist immer ein Rechenspiel. Seine Formel lautet Arbeitslohn plus Ersatzteilekosten plus Zulassungs-Prozedur gleich X. Wenn X eine sehr hohe Summe ist (auch hier hilft der Sachverständige weiter) kann es sich insbesondere bei arg mitgenommenen oder weniger seltenen Autos lohnen, sie durch einen Fachbetrieb zerlegen zu lassen, um die Einzelteile zu verkaufen.

Ein Scheunenfund, der wirklich nicht mehr sinnvoll zu retten und auch kein echtes Kulturgut ist, kann vielleicht vielen anderen Autos helfen, auf der automobilen Welt zu bleiben. Das gilt vor allem für Innenraum- und Blechteile, deren Ersatzteilbestände grundsätzlich als erstes austrocknen.

Groschengrab Restauration

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Mit genügend Geld lässt sich selbst der größte Schrotthaufen restaurieren. Manchmal ist jedoch ein Teileverkauf die deutlich wirtschaftlichere Lösung. (Foto: Oleg - stock.adobe.com)

Natürlich könnte man auch den normalen Weg der Restauration eingehen. Dabei sei aber eine deutliche Warnung ausgesprochen: Sofern man (noch) kein Experte ist, der viele Aufgaben selbst übernehmen kann, endet das oft in einem jahrelangen Projekt, in das man abertausende Euros steckt und doch nie fertig wird – auf die gleiche Weise wurden erst viele Autos zum Scheunenfund, weil jemandem das Geld oder die Lust ausging. Die digitalen Autoportale sind voller Angebote mit Hinweisen auf einen Verkauf „wegen Projektaufgabe“.

Behutsames Konservieren – Beibehaltung des Status quo
Erst in jüngster Zeit kam auch noch eine weitere Variante auf, die von vielen Enthusiasten mit deutlichem Wohlwollen betrachtet wird: das Konservieren. Dabei werden alle Metallteile mit Speziallacken behandelt, Motor und Getriebe mit speziellem Öl regelrecht geflutet und damit der Zahn der Zeit, selbst wenn man den Wagen nicht an einem optimalen Ort unterbringen kann, zumindest stark verlangsamt. Denn selbst wenn ein solches Dornröschen auf diese Weise noch für ein weiteres Jahrzehnt oder länger schlafengelegt wird, wenigstens ändert sich dann am allgemeinen Zustand nichts mehr. Bis vielleicht ein anderer Prinz sich zum Wachküssen hinreißen lässt.

Fazit

Ein Auto zu entdecken, dass seit unzähligen Jahren unberührt war, ist für viele Altauto-Fans das größtmöglich vorstellbare Glück. Doch die Zahl der Schätze wandelt sich täglich. Die große Hochzeit ist zwar nicht vorbei, aber der Traum vom Fund-Auto mit einem Baujahr vor 1945 ist beinahe ausgeträumt. Dafür aber werden die Fahrzeuge, die wirklich noch unentdeckt schlummern, selbst in wirklich beklagenswertem Zustand immer wertvoller.