Oldtimer als Hobby

Oldtimerfahren: So frisst einem das alte Schätzchen nicht die Haare vom Kopf

Einen schicken Oldtimer zu besitzen ist eine große Faszination vieler Autofahrer. Wer erstmalig ein Interesse entwickelt und sich ein wenig informiert, stößt häufig auf überraschend günstige Einstiegspreise, auch unter 10.000 Euro lassen sich die ein oder anderen Schmuckstücke schon bekommen – oft genug wird der Spaß jedoch erst langfristig teuer.


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Denn es liegt in der Natur alter Fahrzeuge, dass dort viele größere und kleinere Kostenpunkte auftreten, die bei modernen Fahrzeugen wegfallen. Mit etwas Pech oder bei Fehlverhalten können die Ausgaben auch schnell explodieren und der Unterhalt des Wagens wird zu einem Alptraum.

Damit euch das nicht passiert, müsst ihr einfach einigen Tipps und Hinweisen folgen, mit denen die größten Fehler vermieden werden können. Dann bleibt der Oldtimer auch das faszinierende Hobby, das über Jahre hinweg Spaß macht.

Grundlegende Hinweise zum Unterhalt

Der Kaufpreis wird häufig als einmaliger Kostenpunkt gesehen, der mit dem Parken des Wagens in der eigenen Garage nur noch Schnee von gestern ist. Aber dennoch sollte man bei der Kaufentscheidung genau hinsehen, anstatt sich von der Schönheit eines einzigartigen Autos blenden zu lassen.

Denn: Laufende Kosten zu sparen fängt schon bei der Kaufentscheidung an. Viele ältere Modelle leiden heutzutage unter einem Ersatzteilemangel. Primär sind seltene Exoten sind davon betroffen, die schon damals dünn gesät waren. Aber auch einstige Kassenschlager haben mittlerweile dieses Problem, wenn das Auslaufen der Baureihe schon sehr lange zurückliegt. Als Folge sind dann Teile für einfache Reparaturen entweder extrem teuer, oder überhaupt nicht verfügbar.

Zumindest für den ersten Oldtimer, der nicht zu teuer sein sollte, empfiehlt es sich also, die Auswahl auf ein Modell zu beschränken, das weit verbreitet ist und dem Oldtimerprofis eine halbwegs taugliche Ersatzteillage attestieren. Dann sind nicht nur Teile üblicherweise einfach und günstig erhältlich – auch eine große, erfahrene Fangemeine zum Austausch kann extrem hilfreich sein.

Wer gute Kontakte zu langjährigen Besitzern des gleichen Modells pflegt kann Fehler und hohe Folgekosten vermeiden. Der Besuch von Oldtimer-Treffs und ähnlichen Veranstaltungen kann dafür eine gute Möglichkeit sein, aber auch Fanforen und Facebook-Gruppen im Internet sind eine gute Anlaufstelle.

Ein zusätzlicher Bonuspunkt bei Fahrzeugen, die in einer größeren Zahl erhältlich sind, ist der Preis. Je größer der Markt für ein Modell ist, desto klarer ist anhand von Vergleichswerten der Wert bestimmbar. Auch für einen eventuellen Wiederverkauf hat das große Vorteile.

Viele Probleme, die später Kosten verursachen würden, von Beginn an vermieden werden, wenn richtig mit dem Oldie umgegangen wird. Mit präventivem Vorgehen spart ihr euch böse Überraschungen, die am Ende teuer werden.

Ein Grundproblem von Oldtimern, das vorbeugend behandelt werden muss, sind zeit- und wetterbedingte Mängel. Ein trockener Garagenplatz wirkt zwar optimal, da die Karosserie dann weit weniger den Naturgewalten ausgesetzt ist – aber der Platz sollte auch dringend gut durchlüftet sein. Eine Überdachung mit befestigtem Boden, so dass keine Feuchtigkeit von unten an das Fahrzeug kommt, ist eine gute Investition.

Wenn Nässe nicht abziehen kann droht Schimmel im Innenraum oder ein schnelles Durchrosten an Stellen, wo sich Kondenswasser sammelt. Entfeuchter wie etwa Salz oder Silica-Gel im Interieur helfen, die Luftfeuchtigkeit unter Kontrolle zu halten.

Mit diesem Stichwort haben wir auch endlich den großen Feind beim Namen genannt. Rost muss dringend mit einem guten Unterbodenschutz bekämpft werden. Wenn der Rost sich bereits verbreitet hat drohen teure und langwierige „Schweißorgien“, bei denen verrostete Stellen vollständig entfernt und ersetzt werden.

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Reparaturen selbst durchführen

Insbesondere was Verschleißteile angeht, aber auch für Restaurationen notwendige optische Akzente wie Chromleisten, herrscht bei Oldtimern stets eine große Nachfrage. Ersatzteile werden einen großen Teil des Budgets für die Instandhaltung ausmachen.

Insbesondere bei Autos mit H-Kennzeichen obliegen bei der Reparatur noch weitere Vorgaben, die die Auswahl der verwendbaren Teile einschränken. Für eine möglichst preiswerte Haltung ist es also empfehlenswert, Ersatzteile gebraucht zu kaufen. Diese gibt es bei Autoverwertungen wie etwa den allseits bekannten Ludolfs, oder bei spezialisierten online-Marktplätzen zu finden.

Es gibt zwar Autohersteller, die es bis heute schaffen, Ersatzteile für ihre Oldtimer-Modelle neu anzubieten, jedoch fallen die Preise dann wesentlich höher aus – besonders Mercedes bietet hier ein großes, aber eben kostspieliges, Repertoire.

Bei anderen Marken ist die Auswahl von Ersatzteilen besonders für Autos älterer Baujahre äußerst eingeschränkt – dann muss ohnehin auf gebrauchte Teile zurückgegriffen werden. So brannte beispielsweise bei Ford im Jahr 1977 ein Ersatzteillager, wobei ein großer Teil des Bestandes zerstört wurde. Bis heute ist dies für Besitzer alter Fords spürbar.

Wenn es dann an Wartung und Reparatur geht, ist der Mechaniker in euch gefragt. Wer so ein klassisches Schätzchen hegt und pflegt sollte so viele Handgriffe wie möglich von Beginn an selbst durchführen – mit etwas Anleitung gelingen auch größere Sachen schnell selbst, da die Technik in Oldtimern wesentlich simpler ist als in modernen Elektronikmonstern. Jede Fahrt in die Werkstatt kostet viel Geld, so dass über die Jahre beträchtliche Summen gespart werden können.

Mit der Zeit lernt man das Fahrzeug so wesentlich besser kennen und kann immer mehr Ausbesserungen selbst erledigen. Dabei wird viel bares Geld gespart. Aber hier liegt auch die große Falle: Besonders am Motor gibt es viele mögliche Fehlerquellen, die bei unsachgemäßer Behandlung weitere Probleme nach sich ziehen und Beschädigungen verursachen können. Dann wird es schnell sehr teuer.

Damit also nicht im Auftrag des Sparens ein falsch angesetzter Handgriff letztendlich mehr Übel als Gutes verursacht, sollten bestimmte Reparaturen nur von Profis durchgeführt werden. Hier helfen Erfahrungswerte von langjährigen Besitzern weiter. Insbesondere beim Vergaser sollte man als Laie nicht unbedingt selbst Hand anlegen. Reinigung und die richtige Einstellung sind nicht ganz einfach und haben großen Einfluss auf Leistung, Abgasverhalten und Verbrauch des Motors – und damit einen weiteren Kostenpunkt.

Doch Vorsicht bei der Wahl der Werkstatt – viele jüngere Mechatroniker sind mit sehr alten Fahrzeugen kaum mehr vertraut. Wenn also schon ein Profi ran soll, dessen Arbeitsstunden nicht günstig sind, dann sollte dieser richtig ausgesucht werden. Lasst euch daher gerne eine Werkstatt von anderen Oldtimer-Fans empfehlen.

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