Benzinpreise

CDU-Politiker ruft per Kettenbrief zum Tank-Boykott auf

Hohe Spritpreise sorgen mal wieder wieder für Unmut und Ärger bei den Autofahrern. Der CDU-Politiker Marco Fischer aus dem thüringischen Sömmerda ruft nun in den sozialen Medien in einem Kettenbrief zum Tank-Boykott am 26. November auf.


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 (Foto: Sandor Jackal - stock.adobe.com)

Im Netz kursiert derzeit sein Kettenbrief, der zum Tank-Boykott am Montag (26. November) aufruft. Statt am Montag zu tanken, sollen Autofahrer, die keinen Sprit mehr haben, bereits am Sonntag tanken. Hinter dem Post steckt mutmaßlich Marco Fischer, CDU-Kommunalpolitiker im thüringischen Sömmerda. In dem Post heißt es wortwörtlich:


"Große Protestaktion gegen die steigenden Benzin und Dieselpreise Montag 26 November keine Tankstellen anfahren, wer tanken muss sollte das Sonntags am 25. November noch machen. Sende diese Protestaktion an alle deine Kontakte weiter, um ein Zeichen gegen die hohen Benzin und Dieselpreise zu agieren."


Gegenüber Antenne Niedersachsen äußerte Fischer im Interview, Ziel des Posts sei es gewesen, ein Thema zu finden, mit welchem Menschen sich im Kontext von zunehmender Politikverdrossenheit politisch mobilisieren lassen - unabhängig davon, ob es nun sinnvoll in der Umsetzung sei oder nicht.

Damit müssen sich potentielle Tank-Verweigerer nun die Frage stellen, ob sie (unfreiwillig) Teilnehmer eines sozialen Experimentes sind oder ob sie sich als Anhänger einer echter Protest-Bewegung verstehen.

Was bringt ein solcher Tank-Boykott?

Tatsächlich liegt Deutschland im europaweiten Vergleich der Benzinpreise sehr weit vorne. Das zeigt eine aktuelle Studie des ADAC. Während der Liter Super in Deutschland im Schnitt 1,60 Euro kostet, ist der Liter Super in Polen 42 Cent günstiger mit 1,18 Euro pro Liter. Teurer als in Deutschland wird in Dänemark (1,62 Euro/l), Italien (1,65 Euro/l) und in den Niederlanden (1,68 Euro/l) getankt.

Das Boykott-Experiment, zu dem Marco Fischer aufruft, wird aber wahrscheinlich wenig bringen. Schließlich werden die Autofahrer lediglich dazu aufgerufen, das Tanken nur auf einen anderen Tag zu verschieben. Der Boykott würde hauptsächlich die Tankstellenbesitzer und -pächter treffen, die nichts für die hohen Benzinpreise können.

Einen Zusammenhang mit dem dem Boykott-Aufruf in Frankreich gibt es jedenfalls nicht. Während in Frankreich vergangenes Wochenende etliche Bürger aufgrund der von der französischen Regierung geplanten Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel protestiert haben, gibt es in Deutschland andere Gründe für die hohen Benzinpreise. Bei uns sind die Wetterbedingungen der letzten Monate für die höheren Preise verantwortlich. Wegen der niedrigen Wasserstände des Rheins können die Schiffe, die das Benzin transportieren, nicht voll beladen werden. Teilweise können die Schiffe sogar nur die Hälfte der Ladung tranportieren. Alternativ wird das Benzin über die Straßen und Schienen transportiert, was die Transportkosten zusätzlich erhöht.

Um beim Tanken dauerhaft Geld zu sparen, hilft eine spritsparende Fahrweise und das Auto häufiger stehen zu lassen und auf Alternativen wie öffentliche Verkehrsmittel, Fahrräder oder Fahrgemeinschaften umzusteigen.