Intel-Updates

Update: Sicherheitslücke bei Computerchips: Diese 5 Fakten solltet ihr kennen

Milliarden Computer sowie Smartphones sind von einer neuen Sicherheitslücke betroffen. Ein Verfahren zur schnelleren Berechnung ist ein Schlupfloch für Hacker um an wichtige Daten zu kommen.


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Intel- und AMD-Chips (Foto: picture alliance / Karolin Kräme)

Update 23.01.: Intel warnt mittlerweile vor seinen eigenen Updates, diese würden den PC verlangsamen und könnten zahlreiche Neustarts herbeiführen. Man habe den Fehler aber schon gefunden und arbeite an einer Lösung. Mehr Infos direkt von Intel hier.

Konkret geht es um den Chip, der für die Berechnung von Programmen zuständig ist und somit das "Herzstück" eines jeden Gerätes ist.

Fakt 1: Fast alle sind betroffen

Im Grunde ist fast jeder Besitzer eines Computers sowie Smartphones betroffen, denn es sind vor allem Intel-Chips seit dem Jahr 1995, die ein spezielles Verfahren für eine schnellere Berechnung nutzen. Dabei werden eventuell später benötigte Daten schon vorab abgerufen, dies kann aber ausgenutzt werden um an Passwörter und private Daten des Nutzers zu kommen. Auch der Hersteller AMD ist teilweise betroffen, ebenso wie der für Handys produzierende Chip-Designer ARM.

Fakt 2: Chiphersteller kennen die Sicherheitslücke schon lange

Die Panik über das Problem ist eigentlich verwunderlich, denn die Hersteller der Chips wussten bereits seit Juni über die Lücke Bescheid und arbeiten seitdem an einer Lösung. Der Patch, der das Hardware-Problem mit einem Software-Update beheben soll, sollte ursprünglich in der kommenden Woche herauskommen. Jetzt ziehen einige - zum Beispiel Microsoft - das Update vor.

Fakt 3: Wird mein Rechner nun langsamer oder nicht?

Was klar ist: Wenn der Patch kommt und die schnellere Methode geblockt wird, wird die Leistung eingeschränkt. Was unklar ist: Wie stark wird der Leistungsabfall sein? Experten sprechen von 5-30% je nach Modell und Produktionsjahr, Hersteller wie Intel dementieren dies und sprechen von einem Verlust von maximal 2%. Welcher der beiden Werte nun stimmt, kommt darauf an wie sehr die Patches wirklich in die Leistung eingreifen und vor allem wie viele von diesen noch nachfolgen um die Lücke vollständig zu schließen. Mal sehen...

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 (Foto: picture alliance / Monika Skolim)

Fakt 4: Wurde bereits ein Computer gehackt?

Aktuell kann man die Frage nicht eindeutig beantworten. Bislang wurde noch nirgendwo über einen Angriff berichtet, Sicherheitsforscher können ebenfalls nichts genaues feststellen, Intel dementiert gar eine Attacke. Die Schwierigkeit liegt darin einen solchen Angriff nachzuweisen: Sollte es einen gegeben haben, so kann man diesen nicht wie bei sonstigen Hackversuchen in den Log-Dateien im Betriebssystem auffinden.

Fakt 5: Updates bieten erforderlichen Schutz

Unser Tipp: Ihr solltet die nächsten Updates Microsoft, Google und Co. auf jeden Fall installieren, sowohl auf dem PC als auch auf dem Handy. Sie verbessern in jedem Fall die Sicherheit. Allerdings könnte es sein, dass die Geräte nicht mehr ganz so flüssig laufen wie vor dem Update.

Für noch mehr technische Details zur Prozessorenleistung und Hackingmethoden gibt es auf heise.de mehr dazu.