Teurer Spaß

Hoverboards sind voll im Trend - aber nicht versichert

Bei vielen Kindern dürfte ein Hoverboard ganz oben auf der Wunschliste stehen. Die kleinen Elektroroller sind total im Trend. Was viele aber nicht wissen: wenn eure Kinder einen Unfall damit bauen, zahlt keine Versicherung.


Hoverboard---stacestock--AdobeStock.jpg
Kinder unterwegs auf Hoverboards (Foto: stacestock / AdobeStock)

Rechtlich gesehen, ist die Nutzung von Hoverboards nicht einfach. Da die Boards motorbetrieben sind und schneller als 6 km/h fahren können, gelten sie in Deutschland als Kraftfahrzeug. Als solche brauchen sie für den Betrieb im öffentlichen Raum eine entsprechende Zulassung. Allerdings fehlen ihnen dafür entscheidende Voraussetzungen – wie etwa Bremsen und Beleuchtung.

Wir haben mit DEKRA Unfallforscher Markus Egelhaaf gesprochen, der uns die Situation rund um die Hoverboards und deren Versicherung mal erläutert.

Warum sind Hoverboards nicht versichert?

"Die Hoverboards dürfen damit nur im Privatgelände gefahren werden. Versicherungstechnisch ist dann natürlich das Problem: Es sind Kraftfahrzeuge, die sind in der Privathaftpflicht in aller Regel ausgenommen. Wenn es jetzt zu einem Schaden kommt, im schlimmsten Fall mit Personeneschaden, ist man nicht versichert. Das muss dann alles aus der eigenen Tasche des Halters bezahlt werden. Und strafrechtlich hat das natürlich auch eine ganz andere Relevanz: wenn ich mit einem Fahrzeug, das nicht für den Straßenverkehr zugelassen ist, auf öffentlichen Straßen unterwegs bin."

Was ist das Gefährliche an Hoverboards?

"Die Hoverboards haben durchaus Gefahren, die für die Fahrer daraus resultieren, dass sie relativ schnell sind. Sie fahren bis zu 20 Kilometer pro Stunde, und das dann noch bei jeder Verkehrssituation und bei jedem Straßenbelag zu kontrollieren ist sehr schwierig. Es reicht ein kleinerer Stein auf der Straße oder ein größeres Schlagloch, dann fällt man mit dieser Geschwindigkeit recht unsanft auf die Nase."

Worauf sollte ich beim Kauf achten?

"Wir haben uns bei den Vorbereitungen zu unserem Crashtest sehr intensiv mit diesen Boards beschäftigt. Dabei haben wir viele Indizien gesammelt, dass diese von der Qualität her zum Teil sehr mangelhaft sind, und zwar unabhängig vom Preis. Also hier kann man nicht sagen: teuer gleich gut. Extrem kritisch ist die Brandgefahr der verbauten Lithium-Ionen-Akkus. In den USA wurden, aus Gründen der Brandgefahr, bereits mehrere hunderttausend dieser Boards zurückgerufen. Der Akku entzündet sich zum Teil beim Laden selbst, und wenn man bedenkt, wo diese Geräte primär geladen werden, nämlich im Kinderzimmer, dann kann man sich ausrechnen, was da für eine Riesengefahr daraus resultiert."

Die DEKRA Unfallexperten raten übrigens, das Board nur in einer sicheren Umgebung auf privatem Gelände zu nutzen und nicht im Straßenverkehr.

Was genau sind eigentlich Hoverboards?

Bei einem Blick auf das Bild oben, erkennt ihr die Gefährte sicher gleich. Im Prinzip funktionieren sie wie Segways. Sie verfügen über kleine Elektromotoren und werden über eine Gewichtsverlagerung in den Füßen gesteuert. Allerdings haben die Boards nicht über eine Art Lenkstange. Daher braucht es einige Übung, sie zu steuern.