Wohnen, Alltag und Freizeit

Grüner Daumen in allen Lebenslagen

Nachhaltigkeit – ein Thema, das im Trend liegt und mittlerweile in verschiedene Lebensbereiche eingezogen ist. Den Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit erfüllen die Bekleidungs- oder die Ernährungsindustrie bereits mit nachhaltig produzierten Konsumgütern.


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(Foto: © kav777 – fotalia.com (#78701303))

Für diese Produkte geben Verbraucher auch gerne einmal etwas mehr Geld aus, denn über ihren Gebrauchswert hinaus präsentieren diese zusätzlich die eigene innere Einstellung zum Thema Umweltschutz. Doch wie kann bereits durch kleine Veränderungen der täglichen Abläufe nachhaltiger gehandelt werden und die Nachhaltigkeit so Einzug in die eigenen vier Wände und die Freizeitgestaltung halten?

1. Wohnen: Nachhaltige Innenausstattung des Eigenheims

Die Bekleidungsindustrie hat es vorgemacht und für ein Angebot an nachhaltig produzierter Mode gesorgt, die für den Verbraucher durch Siegel kenntlich gemacht wurde. Doch mittlerweile kann nicht nur die eigene Körperbekleidung einen Hauch von Nachhaltigkeit enthalten, sondern auch Möbel und andere Einrichtungsgegenstände. Das Angebot von nachhaltig produzierten Möbeln wird laut einer aktuellen Studie gerne von den Verbrauchern angenommen, denn ungefähr drei Viertel der 1.021 Befragten legen auf diesen Aspekt großen Wert beim Möbelkauf.

a) Schadstofffreie Einrichtung

i.) Merkmale nachhaltiger Möbel – Material und Gütesiegel

Zudem ist für circa 56,5 Prozent der Befragten eine vertrauenswürdige Kennzeichnung der Möbel wichtig. Diesem Wunsch kommen einige Möbelproduzenten bereits nach und nutzen Gütesiegel, die den Käufern nachhaltige Produktionsbedingungen garantieren und damit den Trend der umweltbewussten Lebensweise unterstützen. Die bekanntesten Gütesiegel sind das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council), der Blaue Engel, Naturland oder das PEFC-Siegel (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes). Diese stehen vor allem für die Nachhaltigkeit des verwendeten Materials, also in der Regel für die des Holzes, welches zu den wichtigsten Ressourcen in der Möbelindustrie zählt. So verspricht das FSC-Siegel beispielsweise, welches von den Naturschutzverbänden WWF und NABU Unterstützung erfährt, dass die gekennzeichneten Produkte unter Berücksichtigung der Auflagen, die eine umweltfreundliche und ökonomisch unbedenkliche Bewirtschaftung der Wälder vorgeben, hergestellt werden.

Wer sich für „Öko-Möbel“ entscheidet, kann neben der ökologischen Unbedenklichkeit zudem davon ausgehen, dass die Produkte keine stark schädlichen Schadstoffe an das Raumklima abgeben. Also zum Beispiel die Freisetzung von Schadstoffen wie Lösungsmittel oder Weichmacher begrenzt ist. Überprüft werden die Schadstoffemissionen und die Haltbarkeit einzelner Möbelstücke von deutschen, österreichischen und italienischen Herstellern durch die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel (DGM). Wenn die Produkte den Anforderungen der Prüfkriterien entsprechen, erhalten diese das „Goldene M“, ein Gütesiegel, welches dem Verbraucher Orientierung auf dem Markt der nachhaltigen Möbel bietet. Die Kriterien, an die sich mittlerweile über 115 DGM-Mitglieder – bestehend aus Möbelherstellern und Zulieferern – freiwillig halten, werden regelmäßig erneuert. In diesem Jahr verschärften sich nach dieser Pressemitteilung zum Beispiel die Anforderungen an den Gebrauch von verarbeitetem Leder und an die Inhaltsstoffe bestimmter Bezugsmaterialien. Mittlerweile kommen oft auch so genannte Biotextilien zum Einsatz, welche in Decken oder Kissen verarbeitet sind und aus umweltverträglichen Materialien bestehen, zum Beispiel aus Biobaumwolle oder Bioleinen. Durch den Kauf von Biotextilien wird auch ökonomisch nachhaltig gehandelt, denn dadurch werden die Arbeits- und Lebensbedingungen der Baumwollbauern unterstützt.

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ii.) Kartonmöbel: Recycelbares Inventar

Der Trend hin zum Wohnmobiliar aus Pappe setzt sich immer mehr durch. Die ersten Anstöße für industriell gefertigte Möbelstücke gab im Jahr 1966 der Designer Peter Raacke, denn um diese Zeit ließ Raacke eine aus Pappe bestehende Möbelkollektion fertigen, welche den Namen „Möbel für Besitzlose“ trug. Ein besonderes Highlight seines Designs war der Sessel „Otto“. Heute gibt es bereits Anbieter, die auf die Produktion der Kartonmöbel spezialisiert sind und Sofas, Regale, Wanduhren oder Lampen fertigen. Die Möbelsysteme aus Karton bieten vor allem nachhaltige Vorzüge, denn das Material der Trendstücke besteht aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen und wird aus recyceltem und recycelfähigem Material wie Altpapier sowie Naturbindemitteln hergestellt. Zudem sind die Möbelstücke durchaus strapazierfähig und mit einer speziellen Schutzlasur auch wasserfest – von einer Nutzung im Bad ist jedoch abzusehen – sowie flexibler als Holz. So lassen sich mit der Pappe innovative Designs formen, die oft jedoch etwas kostspieliger sind als das „einfache“ Wandregal aus Pappe, das in Serie produziert wird. So liegen die Preise für die Kartonmöbel, die hauptsächlich online zu finden sind, circa zwischen 20 und 1000 Euro. Der Aufbau gestaltet sich relativ einfach, da die einzelnen Teile oft nur verklebt, gefaltet oder zusammengesteckt werden müssen. Jedoch sind Abnutzungsspuren häufig schneller zu erkennen als bei Massivholzmöbeln. Diese sind meist robuster und eignen sich eher für den alltäglichen Gebrauch. Kartonmöbel sind aber dennoch nachhaltig produzierte Hingucker, die ihren Zweck erfüllen können.

iii.) Umweltbewusste Möbelentsorgung

Bei den Kartonmöbeln gestaltet sich die Entsorgung besonders einfach und vor allem nachhaltig. Denn diese können nach ihrer Abnutzung einfach zerkleinert und in die Altpapiersammlung übergehen, die wiederum recycelbar ist. Noch intakte Holzmöbel, die nur kleine Gebrauchsspuren aufweisen, können zum Beispiel an karitative Einrichtungen oder an ein Gebrauchtwarenkaufhaus abgegeben werden. Viele soziale Einrichtungen kommen die Möbel sogar kostenfrei abholen. Haben die Möbel jedoch ausgedient, sind diese am besten über den örtlichen Sperrmüll zu entsorgen und besonders schadstoffarme Möbel werden so dem Recycling zugeführt.

b) Streichen und Verlegen: Renovieren für eine gesunde Raumumgebung

i.) „Öko“-Wanddesign: Tapeten und Farben

Aber nicht nur das Mobiliar, sondern auch das Wanddesign kann nachhaltig und vor allem gesundheitsverträglich gestaltet werden. Bei der Auswahl der Wandfarbe ist beim Kauf darauf zu achten, dass das Produkt besonders emissionsarm ist und hauptsächlich aus natürlichen Stoffen besteht, so dass deren Reste umweltverträglich zu entsorgen sind. Zu empfehlen sind besonders Farben, die aus natürlichen Mineralien bestehen sowie auf pflanzlicher Basis hergestellt werden, wie zum Beispiel Kalk-, Silikat-, Kaseim- oder Leimfarben. Generell ist auf Wandfarben zu setzen, die nur geringe Mengen an Lösungsmitteln oder Formaldehyd enthalten, denn Letzteres kann in hohen Mengen die Schleimhäute reizen oder sogar die Entstehung einer Krebserkrankung bewirken. Auch bei Tapeten ist auf eine gesundheitsverträgliche Zusammensetzung zu achten. Besonders gut für Umwelt und Gesundheit sind solche, die aus Recyclingmaterialien und zu einem relativ hohen Anteil aus Altpapier bestehen sowie kein Chlor oder Weichmacher enthalten. Papiertapeten, die einschichtig sind und weder einen Aufdruck noch eine Kunststoffbeschichtung aufweisen, sind besonders umweltverträglich, so wie einschichtige Raufasertapeten, die frei von Kunstharzen sind. Farben und Tapeten, die eine gute Ökobilanz besitzen und förderlich für ein gesundes Raumklima sind, sind beispielsweise mit dem Gütesiegel „Der Blaue Engel“ oder „EU Ecolabel“ gekennzeichnet.

ii.) Bodenbeläge: Teppich, Parkett und Co.

Während an der Wand die Raufasertapete für Nachhaltigkeit sorgt, sorgen auch auf dem Fußboden natürliche Materialien für einen umweltfreundlichen Untergrund. Verbraucher haben eine breite Auswahl an Bodenbelägen – Fliesen, Holz, Linoleum, Kautschuk oder Holz –, die eine positive Ökobilanz besitzen. Bei den Belägen, die aus Kunststoffen bestehen, ist jedoch wiederum auf die enthaltenen Mengen an Weichmachern oder Stabilisatoren zu achten sowie beim Linoleumboden darauf, dass dieser aus natürlichen Stoffen und Leinöl besteht. Wer ein oder mehrere Zimmer mit einem Teppich auslegen möchte, sollte auf „Öko-Teppiche“ setzen, die aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Zu den Materialien zählen Wolle, Sisal, Ziegenhaar oder Hanf, welche jedoch frei von chemischer Behandlung sein sollten. Um dies beurteilen zu können, gibt es auch für Teppichböden bestimmte Gütesiegel, dazu gehört das „Gut-Signet“ der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden (GUT). Dieses kennzeichnet Teppiche, die hinsichtlich ihrer Schadstoffe und C02-Emissionen, als umweltverträglich bewertet wurden.

2. Leben: Bewusste Nutzung von Ressourcen

Aber nicht nur die Inneneinrichtung von Haus oder Wohnung, sondern auch das tägliche Leben an sich kann nachhaltig gestaltet werden, vor allem in den Bereichen Ernährung, Strom und Wasser. Es gibt verschiedene Möglichkeiten für einen umweltbewussten Umgang mit den hauseigenen Energiequellen, aber auch die Integration von nachhaltig produzierten Lebensmitteln in den täglichen Ernährungsplan sorgt für einen bewussteren Umgang mit Ressourcen.

a) Nachhaltige Ernährung: Das kommt nicht in die Tüte – oder doch?

i.) Lebensmittel und ihre Kennzeichnung

Lebensmittel sind aus dem Alltag nicht wegzudenken und immer mehr Verbraucher überprüfen diese auf ihre Nachhaltigkeit hin und legen besonderen Wert darauf. Eine Umfrage der Bundesregierung der Deutschen Ernährungsindustrie hat kürzlich ergeben, dass Verbrauchern der verschiedenen Länder bei der Auswahl von Lebensmitteln vor allem Regionalität und Nachhaltigkeit wichtig sind und diese oft auch bereit sind, mehr Geld in Qualitätsprodukte zu investieren. Zu erkennen sind nachhaltige Lebensmittel unter anderem an folgenden Kennzeichnungen: EU-Bio-Siegel, Deutsches Bio-Siegel oder das Naturland-Siegel.

ii.) Vorteile von saisonalen und regionalen Produkten

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(© powell83 – fotalia.com (#92512830))

Die zunehmende Zahl an Verbrauchern, die Wert auf Regionalität der Produkte legen, setzen meist automatisch auf saisonale Lebensmittel. Denn wer sich nach den regionalen Haupterntezeiten richtet, kann zwar oft nicht auf die breite Auswahl an Obst- oder Gemüsesorten setzen, die fast ganzjährig in den Auslagen der Supermärkte zu finden sind, jedoch meist mit günstigen Preisen rechnen und den Freilandbau unterstützen. Der Freilandanbau hilft dabei, den Heizölverbrauch und die CO2-Emissionen gering zu halten, denn pro Jahr werden verschiedene Lebensmittel nach Deutschland importiert und dadurch wird vor allem die Umwelt belastet, da für die Transportwege oder die heimische Lagerung (gekühlte Lagerräume oder Treibhäuser) ein hoher Energieaufwand notwendig ist. Nach Umweltorganisationen entstammen mittlerweile nur noch 37 Prozent der Gemüse- und 20 Prozent der Obstsorten aus hiesigem Anbau. Um eine Übersicht über die in Deutschland angebauten Sorten zu erhalten sowie deren jeweiligen Saison, hat der Verband NABU eine Tabelle für die heimischen Saisons erstellt. Die Entscheidung für saisonale Ware kann auch eine nachhaltige Förderung der eigenen Gesundheit bezwecken, denn erntefrisches Obst oder Gemüse weist in der Regel den höchsten Anteil an Vitaminen auf. Zudem bleiben durch den Kauf regionaler Produkte Arbeitsplätze in der deutschen Landwirtschaft und regionale Kulturlandschaften erhalten.

iii.) Tipps zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung

Im Jahr 2015 hat eine Untersuchung der Umweltorganisation WWF ergeben, dass in Deutschland in etwa pro Sekunde 313 Kilogramm Lebensmittel entsorgt werden, die eigentlich noch genießbar sind. Zudem wurden insgesamt über 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittelverluste von Lebensmittelhändlern, Verbrauchern und der Landwirtschaft erzeugt. Bei der Entgegenwirkung der Lebensmittelverschwendung und dem Schutz der Ackerflächen, der Ressourcen und des Klimas kann der Verbraucher bereits durch nachhaltiges Handeln bei der eigenen Lebensmittelnutzung behilflich sein. Nachfolgend ein paar Tipps, die die Lebensmittelverschwendung vermeiden können:

  • Bevor neue Lebensmittel eingekauft werden, ist zu überlegen, welche vorhandenen Produkte noch aufzubrauchen sind.
  • Kontrolle der Nahrungsvorräte: Auch wenn das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, sind Lebensmittel oft noch genießbar.
  • Am besten nicht mit leerem Magen einkaufen gehen und nur die Dinge kaufen, die vorab auf einem Einkaufszettel notiert wurden (Spontaneinkäufe vermeiden).
  • Verlockende Sonderangebote nur bei wirklichem Bedarf nutzen.
  • Packungen im XXL-Format nur kaufen, wenn Lebensmittel häufig genutzt und somit schnell verbraucht werden.
  • Einzelne Lebensmittel sowie übriggebliebene Portionen einfrieren.

b) Stromwahl und Einsparpotentiale

i.) Öko wirklich Öko? – worauf beim „grünen“ Strom zu achten ist

Auch hinsichtlich des eigenen Stromverbrauchs gibt es Möglichkeiten, die einen bewussteren und nachhaltigeren Umgang mit den Energieressourcen ermöglichen. Ein Hauptbestandteil der Energiewende, den die Bundesregierung angestoßen hat, ist vor allem die Energiegewinnung durch erneuerbare Energien. Um das zu erzielen, wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter anderem das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt, welches insbesondere zur Förderung des Ökostroms erstellt wurde. Auf dem Ökostrommarkt gibt es mittlerweile jedoch einige Zertifikate und Gütesiegel, die der Förderung des Ökostroms durch Transparenz dienen, aber auch irreführend sein können. Denn Ökostromzertifikate werden oft gehandelt und sind im Gegensatz zu Gütesiegeln keine verlässlichen Indizien für die Stromqualität. Welche konkreten Unterschiede zwischen beiden Formen weiterhin existieren und welche Siegel es in Deutschland gibt, zeigt folgender Artikel von Verivox auf. Zu den bekanntesten Gütesiegeln in Deutschland zählen danach: „TÜV“, „OK power“ und „Grüner Strom Label“. Wer die Hinweise beachtet und auf „echten“ Ökostrom setzt, unterstützt die Zukunftsprognosen des Umweltbundesamtes, denn diese beschreiben, dass es möglich sei, die Treibhausgasemissionen durch einen nachhaltigen Stromverbrauch um 80 bis 95 Prozent zu mindern. Ziel ist es, den Strom bis 2050 zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energien zu beziehen.

ii.) Kaufhinweise für energiesparende Haushaltsgeräte

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Um die Energie, die aus nachhaltigen Stromquellen stammt, auch nachhaltig zu nutzen, sollte zum Beispiel beim Kauf technischer Geräte auf deren Energieeffizienz geachtet werden. Denn typische Haushaltsgeräte wie der Kühlschrank oder die Waschmaschine sind häufig Stromfresser. Wer sich nach einer neuen Waschmaschine umsieht, sollte deshalb auf deren Stromverbrauch und in jedem Fall auf den absoluten Jahresverbrauch achten. Diese Angabe ist den von der EU vorgeschriebenen Energieverbrauchskennzeichnungen zu entnehmen. Bei der Effizienzklasse „A+++“ handelt es sich um die beste Klasse, wohingegen der Buchstabe „D“ für eine der schlechtesten Klassen steht. Auch wenn Geräte mit einer guten Energieeffizienz meist teurer in der Anschaffung sind, lohnt es sich, aufgrund ihrer langen Lebensdauer, darin zu investieren. Denn ein günstiges Gerät mit niedriger Effizienz kann bei ähnlicher Lebensdauer dauerhaft höhere Stromkosten verursachen.

iii.) Spartipps zur Bremsung von Stromfressern: Vom Radiowecker bis hin zum Computer

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c) Reduzierter Verbrauch und „Reinhaltung“ von Wasser

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Quelle: © statista.com

i.) Wassernutzung minimieren: Toilettenspülung, Armaturenlösungen und Co.

Neben dem Strom gehört das Wasser zu den Ressourcen, die Menschen im Haushalt mit am meisten benutzen und verbrauchen. Auch diese Ressource kann durch nachhaltiges Haushalten geschont und eingespart werden. Ein hoher Wasserverbrauch entsteht zum Beispiel beim Betätigen der Toilettenspülung oder während dem Duschen. Dies beweist untenstehende Statistik aus dem Jahr 2014, welche den Verbrauch von Trinkwasser nach Verwendungsart (pro Kopf und pro Tag) zeigt. Drosseln lässt sich der hohe Verbrauch mithilfe von Spartasten oder einem „Wasser-Stopp“ am Spülkasten sowie einer Wassersparbrause in der Dusche. Auch die Armaturen am Waschbecken können durch wassersparende Modelle ausgetauscht werden, wie zum Beispiel durch Strahlregler, die dem Wasserstrahl mehr Luft beimischen und somit die herauslaufende Wassermenge reduzieren.

ii.) Nachhaltig Wäsche waschen: Programmwahl und Pflegemittel

Das Wäschewaschen ist ein weiterer Faktor, der im Haushalt schnell einen hohen Wasserverbrauch verursachen kann. Zudem geben Pflegemittel während der Waschvorgänge oft schädliche Chemikalien ab, die umweltschädlich sind und welche von den Abwassersystemen in die Gewässer gelangen. Diese Umweltbelastung kann durch die richtige Dosierung des Waschmittels gering gehalten werden, indem die Dosierungsempfehlungen – für „leicht“ bis „stark“ verschmutze Wäsche – auf den Verpackungen beachtet werden und Verbraucher somit eine Überdosierung vermeiden. Zudem sind Flüssigwaschmittel umweltschädlicher als kompakte Pulverwaschmittel und das Waschen auf 60 Grad sowie die Vorwäsche sind gering zu halten, denn diese verbrauchen meist unnötig Wasser und Energie. Weitere hilfreiche Tipps zum Thema nachhaltiges Waschen, gibt dieses Video vom Umweltbundesamt:

3. Freizeit: Mobilität und Urlaubsplanung

Das Thema Nachhaltigkeit kann auch in den Freizeitbereich Einzug halten, denn dort gibt es bereits verschiedene Möglichkeiten, auf nachhaltige Angebote zurückzugreifen. Um das Autofahren beziehungsweise die Autonutzung nachhaltiger zu gestalten, gibt es mittlerweile zum Beispiel das Car- oder Ridesharing sowie umweltbewusste Fahrzeuge. Auch der Kurzausflug am Wochenende ist in Unterkünfte möglich, die auf eine geringe Belastung des Ökosystems achten.

a) Auto teilen oder gemeinsam fahren

i.) Carsharing und Dynamic Ridesharing: Auto auf Zeit und spontane Mitfahrgelegenheiten

Das Carsharing hat sich mittlerweile zu einem Trend entwickelt, denn in vielen deutschen Städten sind bereits Parkflächen zu finden, auf denen die Autos der Anbieter Platz finden. Dieses System macht es möglich, bei Bedarf auf einen fahrbaren Untersatz zurückzugreifen und ersetzt oft ein eigenes Fahrzeug. Das Sharing-Prinzip soll das Verkehrsaufkommen und somit auch den Ausstoß von CO2-Emissionen reduzieren. Einige Unternehmen bieten sogar besonders energieeffiziente Autos an und sind mit dem Umweltkennzeichen „Der Blaue Engel“ ausgezeichnet. Ähnlich wie beim Carsharing dient das Dynamic Ridesharing auch dazu, die Mobilität nachhaltiger zu gestalten, denn über dieses System kann sich mithilfe des Smartphones spontan eine Mitfahrgelegenheit organisiert werden. Einige Teilnehmer sind bereits im Straßenverkehr unterwegs und sind so direkt zu kontaktieren.

ii.) Autokauf: Nachhaltigkeitskriterien und umweltbewusste Modelle

Wer lieber in seinem eigenen Fahrzeug unterwegs ist, kann auch dabei auf umweltbewusste Alternativen setzen, die Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Den Kraftstoff- und den Stromverbrauch sowie Angaben zum CO2-Ausstoß, können Verbraucher bei den Händlern erfragen. Hinweise geben häufig aber auch Kennzeichnungen, die die jeweiligen Werte und die Energieeffizienz darlegen und den bereits erwähnten Energieeffizienzklassenkennzeichnungen von Haushaltsgeräten ähneln. Die Kennzeichnungen machen den Vergleich der Automodelle sowie der Kraftstoffeffizienz der Reifen einfacher und das Angebot energieeffizienter Fahrzeuge überschaubarer.

b) „Grüner“ Urlaub

i.) Mobilität: Öffentliche Verkehrsmittel und ökologische Erkundung vor Ort

Im Urlaub kann oft auf den eigenen PKW verzichtet werden, da es andere Anreisemöglichkeiten gibt und sich vor Ort Alternativen bieten. Eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist bereits mit einem geringeren Ausstoß von CO2 verbunden als die Fahrt mit dem PKW. Am Urlaubsort angekommen, bieten sich dann weitere Fortbewegungsmöglichkeiten, die nachhaltig sind und zudem die Landschaft oder die Stadt auf eigene Faust erkunden lassen. Einige Urlaubsorte stellen den Touristen Fahrräder, Segways oder auch Kutschen, Pferde und Rickschas zur Verfügung.

ii.) Öko-Unterkünfte und zertifizierte Campingplätze

Weiter setzen die Unterkünfte auf Nachhaltigkeit und besonders Öko-Campingplätze haben sich in den letzten Jahren zunehmend durchgesetzt. Um den Urlaubern Transparenz zu bieten, gibt es das Gütesiegel „Green Key“, welches unter anderem Campingplätze auszeichnet, die ein Umweltmanagement betreiben sowie Abfall, Wasser und Energie einsparen oder sich selber mit Strom versorgen – zum Beispiel über Solaranlagen. Außerdem steht der Verein Ecocamping den Campinganbietern hinsichtlich ihrer nachhaltigen Ausrichtung beratend zur Seite und vergibt Zertifizierungen. Auch Inselresorts handeln zunehmend nachhaltiger, um die Natur, die sie umgibt, zu schützen, setzen sie teilweise bereits auf erneuerbare Energien, recyceln Abfälle, bereiten Regenwasser zu Frischwasser auf oder investieren in lokal verfügbare Lebensmittel.