Tipps zum Wattwandern

Gefahren beim Wattwandern - das müsst ihr beachten!

Immer wieder gibt es Nachrichten über Personen, die aus dem Watt gerettet werden müssen, weil sie die Gefahren einer Wattwanderung unterschätzt haben. Hier erfahrt ihr wichtige Infos zum Thema Wattwandern.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Wattwanderungen haben eine lange Tradition. Bereits vor über 2000 Jahren haben sich die Bewohner an den Nord- und Ostseeküsten auf den Wechsel der Gezeiten eingestellt und sich für die Nahrungssuche in den Wattgebieten nach Ebbe und Flut gerichtet. Und auch heute noch sind Wattwanderungen auf Nordseeinseln wie Baltrum oder Norderney beliebt.

Wichtige Tipps für eine Wattwanderung

  1. Wattwanderung nur mit ausgebildetem Wattführer!
    Das ist die sicherste Variante für euch. Gerade wenn ihr euch im Watt überhaupt nicht auskennt, solltet ihr unbedingt nur mit einem erfahrenen Wattwanderer unterwegs sein. Schnell seid ihr im Watt an einer Stelle angekommen, an der keine Orientierungspunkte mehr zu sehen sind. Hier sind die Otskenntnisse eines Wattwanderers überlebenswichtig!
  2. Die Notrufnummer
    Solltet ihr im Watt Hilfe benötigen, ruft unbedingt die Notrufnummer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) an: 0421 536 870. Die Notrufnummer ist überall an der deutschen Nord- und Ostseeküste gültig. Speichert sie euch also unbedingt in euer Handy ein, bevor ihr euch auf den Weg macht!
  3. Erkundigt euch nach den Hoch- und Niedrigwasserzeiten!
    Diese Informationen sind das A und O für eure Wattwanderung. Die entsprechenden Angaben findet ihr im Internet auf der Seite des Bundesamts für Schifffahrt und Hydrographie, in Tidekalendern oder in euren Urlaubsorten vor Ort. Achtet bei euren Wanderungen darauf, dass ihr auch immer die Gezeitenangaben überprüft, die für euren Ort der Wattwanderung relevant sind.
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     (Foto: picture alliance/dpa)
    Unterschätzt niemals das Wasser!

    Im Wattenmeer ist kein Tag wie der andere. Durch verschiedene Umstände, wie z.B. Tiefdruckgebiete, ist es möglich, dass das Wasser wesentlich höher aufläuft als es die Tage zuvor der Fall war. Hier sind Wasserunterschiede von bis zu 1,50 Meter möglich.
  5. Beachtet die aktuelle Wettervorhersage!
    Vor allem in Küstenregionen kann es schnell zu Wetterveränderungen kommen. Das Überprüfen der Wettervorhersage ist für Wattwanderungen ein absolutes Muss.
  6. Niemals bei Flut ins Watt gehen!
    Die beste Zeit für eine Wattwanderung ist ca. 2 Stunden vor Niedrigwasser. Plant die Dauer und Länge eurer Wanderung so, dass ihr auf jeden Fall vor der eintretenden Flut zurück seid. Nehmt eine Uhr, einen Kompass oder ein GPS-Gerät und ein Handy auf eure Wanderung mit. Verstaut euer Handy am besten in einem wasserdichten Gefäß wie einem Plastibecher.
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     (Foto: Henry Czauderna - stock.adobe.com)
    Tragt gut sichtbare Kleidung!

    Auffällige Kleidung kann euer Leben retten! Dank der leuchtenden Farben können euch die Rettungskräfte in einem Notfall schnell finden.
  8. Geht niemals bei Sturm, Seenebel oder Dunkelheit ins Watt!
    Ihr begebt euch bei solchen Aktionen in Lebensgefahr! Bereits innerhalb von 20 Minuten kann aufkommender Seenebel dafür sorgen, dass eure Sicht bis auf wenige Meter eingeschränkt ist. Ihr verliert die Orientierung und auch für Rettungskräfte ist es so gut wie unmöglich euch im Nebel zu finden, da eure Position im Watt nicht geortet werden kann.

Achtung!

Auch wenn ihr diese Tipps beachtet, garantieren sie euch keine absolute Sicherheit, wenn ihr euch alleine ins Watt begebt. Geht deshalb immer nur gemeinsam mit einem erfahrenen Wattführer auf eine Wattwanderung und niemals alleine! Vor allem dann nicht, wenn ihr ortsunkundig seid!