Verbraucherschutz

Eure Rechte beim Gutscheinkauf

Wielange ist ein Gutschein gültig? Kann er in bar ausgezahlt werden? Was passiert, wenn der Gutschein abgelaufen ist? Auf all diese Fragen geben wir euch eine Antwort.

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Gutscheine zu verschenken ist bequem - für den Käufer und den Beschenkten. Das Problem: sie verschwinden einen Tag später in der Schublade und geraten in Vergessenheit. Aber selbst wenn Gutscheine abgelaufen sind, verfallen sie nicht zwingend.

Worauf muss ich beim Gutscheinkauf achten?

Auf dem Gutschein muss vermerkt sein, wer ihn ausgestellt hat und welches Produkt oder welche Leistung er beinhaltet. Wenn es eine Einlösefrist gibt, dann steht diese ebenfalls darauf.

Wielange ist ein Gutschein ohne Frist gültig?

Grundsätzlich ist ein Gutschein drei Jahre gültig. Die Frist für die Verjährung beginnt aber erst ab dem Ende des Jahres, in dem er gekauft wird.

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Was, wenn die auf dem Gutschein vermerkte Frist kürzer ist als die gesetzliche?

Eine kürzere Fristsetzung als drei Jahre ist zulässig, aber nicht kürzer als ein Jahr. Meistens findet man diese Regelung bei Dienstleistungs-Gutscheinen. Hier könnt ihr den Gutschein nach Ablauf eines Jahres nicht mehr einlösen, aber euch bis zum Ende der gesetzlichen drei Jahre den Wert des Gutscheins auszahlen lassen.

Gutschein abgelaufen - was jetzt?

Wenn die Gültigkeitsdauer überschritten wurde, ist der Gutschein für die meisten Verkäufer nur noch Altpapier. Aber das bedeutet nicht, dass ihr keinen Anspruch mehr auf Bargeld habt - den habt ihr!

In diesem Fall ist es nämlich so, dass der Aussteller Geld beim Kauf des Gutscheins eingenommen hat, aber ihr nichts gekauft habt. Somit ist er dazu verpflichtet, euch das Geld auszuzahlen. Allerdings darf der Verkäufer einen Teil des Geldes behalten. Ihm steht der Betrag zu, den er bei rechtzeitiger Einlösung als Gewinn gemacht hätte (ca. 20-25%).

Kann ich mir Gutscheine vor Ablauf der Gültigkeitsdauer bar auszahlen lassen?

Nein, ein Gutschein kann nur gegen Ware oder eine Dienstleistung eingelöst werden. Je nachdem, was auf dem Gutschein vermerkt ist.

Ausnahme: Es gibt Gutscheine, die beziehen sich lediglich auf ein spezielles Produkt. Wenn das Produkt im Zeitraum der Gültigkeit nicht mehr erhältlich ist, könnt ihr euch das Geld bar auszahlen lassen.

Wer ist zur Einlösung des Gutscheins berechtigt?

Jeder, der den Gutschein vorlegt, kann ihn einlösen - es handelt sich um ein sogenanntes Inhaberpapier. Selbst wenn der Berechtigte namentlich genannt ist, kann jeder andere den Gutschein einlösen.

Was passiert, wenn der Verkäufer Insolvenz angemeldet hat?

Der Gutschein darf nicht mehr eingelöst werden - er ist praktisch wertlos.

Das ist natürlich ärgerlich. Allerdings ist die Hoffnung noch nicht ganz verloren: Wer einen Gutschein hat, wird zum Gläubiger der Firma. Das bedeutet, man hat eine Forderung gegenüber der Firma. Alle Forderungen kommen in einen "Topf" und der Inhalt wird nach Abschluss des Insolvenzverfahrens gleichmäßig an alle Gläubiger verteilt.