Wichtigste Änderungen

Das ändert sich für euch in 2017

Mit dem neuen Jahr gibt es auch zahlreiche Änderungen oder Gesetze, die in Kraft treten. Wir haben für euch die wichtigsten schon mal zusammengestellt.


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 (Foto: stockpics - Fotolia)

Zusätzlicher Feiertag

Leider nur eine einmalige Anpassung. Aber in 2017 bekommen wir einen Feiertag geschenkt. Der Grund: das 500. Jubiläum des Reformationstages. Daher ist der 31. Oktober 2017 einmalig ein bundesweiter Feiertag.

Neue Regeln zur Rettungsgasse

Ab Schrittgeschwindigkeit müssen Autofahrer eine Rettungsgasse bilden. Diese ist jetzt immer rechts von der Spur ganz links zu bilden. Bei 4-spurigen Straßen musste sie vorher in der Mitte gebildet werden.

Höheres Bußgeld, weniger Punkte

2014 gab es schon eine große Reform, ab Januar kommt jetzt der nächste Schritt. Parkdelikte kosten 5 Euro mehr. Im Laufe des Jahres soll auch die Mediennutzung im Auto angepasst werden. Dann sollen nicht nur Handys, sondern auch Tablets verboten werden und auch die Bußgelder sollen kräftig (mehr als 50%) angehoben werden.

Viele Änderungen für Radfahrer

Zuvor war es immer etwas schwammig, welche Ampel für Radfahrer gilt. Jetzt ist es festgeschrieben: Radfahrer nutzen (wenn keine Radampel vorhanden ist) die Ampel für Autos. Auch wenn sie nicht auf der Fahrbahn fahren, sondern einen Radweg nutzen. Entgegengesetzt in Einbahnstraßen fahren, dürfen Radfahrer ebenfalls nicht mehr, wenn es nicht extra ausgewiesen ist. In den meisten Fällen werden sie wie Autofahrer behandelt.

Anders ist es, wenn Eltern ihre Kinder auf dem Rad begleiten. Die Kinder dürfen maximal bis zum 10. Lebensjahr auf dem Gehweg fahren. Eltern dürfen sie jetzt begleiten und müssen nicht mehr, wie zuvor, die Straße nutzen.

Mindestlohn steigt

Der gesetzliche Mindestlohn liegt ab Januar 2017 jetzt bei 8,84 Euro statt wie zuvor bei 8,50 Euro.

Be- und Entlastung bei der Altersvorsorge

Bei dem Thema gibt es gleich eine Reihe von Änderungen. Zum Beispiel steigt der Gehaltsanteil, den der Arbeitgeber in die betriebliche Altersvorsorge stecken kann, von 2.976 auf 3.048 Euro. Außerdem sollen Kosten für die Altersvorsorge besser von der Steuer absetzbar sein. Die Renten sollen voraussichtlich um 1,5 bis 2,0 Prozent steigen. Genaues wird im Frühjahr festgelegt. Außerdem steigt der Höchstbetrag zur Rürup-Rente, den man in der Steuer angeben kann (von 22.767 auf 23.362 Euro).

Allgemein sollen die Renten bis zu 2 Prozent steigen und es soll die sogenannte "Flexi-Rente" eingeführt werden. So können Arbeitnehmer flexibler in die Rente einsteigen. Beinhaltet Teilzeitarbeit oder Zuverdienst und soll einen Anreiz bieten, länger zu arbeiten.

Wer ab 2017 in Rente geht, muss 74 statt 72 Prozent davon versteuern. Ob überhaupt versteuert werden muss, hängt jedoch von vielen anderen Faktoren ab (wie z.B. Betriebsrente oder andere Einkünfte).

Bei Lebensversicherungen sinkt übrigens der Garantiezins von 1,25 auf 0,9 Prozent - also der Zins, den die Banken ihren Kunden maximal anbieten können. Für bestehende Verträge gelten weiter die vereinbarten Garantiezinsen. Außerdem steigen die Steuern bei der Auszahlung von Kapitallebens- oder Rentenversicherungen (wenn der Begünstigte älter als 60 ist und die Versicherung seit mindestens 12 Jahren besteht).

Bald mehr 30er-Zonen?

Für Gemeinden soll es zukünftig einfacher werden, 30er-Zonen einzurichten. Das war vor allem an Hauptverkehrsstraßen problematisch. Die Richtlinien werden jetzt gelockert.

Alte Kaminöfen müssen weg

Wenn ihr noch einen alten Kaminofen mit einem Typenschild vor dem 1. Januar 1985 habt, müsst ihr diesen in 2017 austauschen oder umrüsten. Ab 2018 dürfen diese ohne Nachweis, dass sie technisch auf dem aktuellen Stand sind, nicht mehr genutzt werden.

Neue Regelungen für Unterhalt

Bei den Unterhaltskosten gibt es in 2017 gleich drei Änderungen. Wenn es keine Unterhaltszahlungen für Alleinerziehende vom anderen Elternteil gibt, springt der Staat mit einem sogenannten "Unterhaltsvorschuss" ein. Das Familienministerium plant, dass zukünftig bis zum 18. Lebensjahr und nicht wie bisher bis zum 12. zu zahlen. Außerdem soll die Begrenzung der Bezugsdauer von sechs Jahren abgeschafft werden. Da gibt es aber noch Klärungsbedarf, was die Finanzierung angeht und findet irgendwann im Laufe des Jahres statt.

Zum 1. Januar schon steigt aber der Mindest-Unterhaltssatz, evtl. auch erst später, dafür aber rückwirkend. Aufgeteilt in Alterskategorien von 0-5 Jahre (von 328 auf 342 Euro), 6-11 Jahre (von 376 auf 393 Euro) und 12-17 Jahre (von 440 auf 460 Euro). Nach Abzug des Kindergeldes wären es dann noch 150, 201 und 268 Euro.

Außerdem sollen Unterhaltskosten für den zahlenden Elternteil besser von der Steuer abzusetzen sein. Man kann sie als außergewöhnliche Belastungen geltend machen und zu 2017 maximal 8820 Euro geltend machen, das sind 168 Euro mehr als 2016.

(Etwas) Mehr Kindergeld

Monatlich soll das Kindergeld um 2 Euro erhöht werden.

Energie-Effizienzlabel werden angepasst

In vielen Bereichen sollen die Geräte entweder stromsparender oder die Auszeichnung transparenter werden. Jedoch sind die Ausweisungen von Fernsehern, Staubsaugern oder Heizungen weiter nicht einheitlich, so dass ihr am besten vorher einmal im Internet schauen oder im Fachmarkt fragen solltet, in welchem Bereich sich die Skala bewegt. Teilweise startet sie bei G, manchmal bei D - und endet bei A oder A+++.

Hartz IV-Betrag steigt

Ab dem 1. Januar gibt es für alleinstehende 409 statt 404 Euro. Bei Kindern zwischen 7 und 14 Jahren steigt die Grundsicherung von 270 auf 291 Euro. Für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren sind es 311 statt 306 Euro.

Mehr Zeit für die Steuererklärung

Bisher war der späteste Abgabetermin am 31. Mai, ab 2017 ist es der 31. Juli. Wer die Frist verpasst, muss "Verspätungsgebühren" zahlen. Und zwar 0,25 Prozent der Steuer, aber mindestens 25 Euro pro Monat. (Und maximal 25.000 Euro - aber das trifft wohl auf die wenigsten von uns zu.)

Staubsauger dürfen nur noch weniger Watt haben

Viel hilft viel ist bei Staubsaugern bald nicht mehr angesagt. Zum neuen Jahr dürfen sie statt vorher maximal 1.600 Watt nur noch 900 Watt haben. Aber auf eure Geräte im Haushalt hat das keine Auswirkungen, nur auf neue.

Motorräder müssen neue Standards erfüllen

Schon seit Anfang 2016 gilt die Euro-4-Abgas-Norm. Aber nur für Motorräder, die neu auf den Markt gekommen sind. Jetzt gilt das für alle Neuzulassungen. Einige beliebte Modelle werden daher von den Händlern vom Markt genommen werden müssen. Kurz zusammengefasst geht es darum, dass neue Motorräder weniger Schadstoffe ausspucken (1.140 statt bisher 2000 mg/km) und leiser sind. Zur Pflicht wird bei Motorräder über 125 Kubikzentimeter Hubraum auch ein ABS. Wenn ihr euer Motorrad schon zugelassen habt, betreffen euch die Änderungen nicht.

Der neue ICE kommt

Die Bahn will die neuste Generation des ICE in Umlauf bringen. Zu Beginn des Jahres sind noch Testfahrten geplant. Erst deutlich später, wird das neue Flaggschiff in den Regelbetrieb überführt. Der neue ICE 4 kommt dann mit Stellplätzen für Fahrräder und verbessertem W-Lan.