Achtung Abzocke

Betrüger erpressen Nutzer mit angeblichem Pornokonsum

Neue Masche: Betrüger verschicken Erpressermails und drohen mit der Veröffentlichung von Bildern, die den Besuch auf Pornoseiten zeigen. Der Clou - sie besitzen sogar echte Passwörter.


Tastatur.jpg
 (Foto: picture alliance / dpa)

Die neue Masche

Bei der neusten Masche geben die Betrüger vor, sie hätten den Computer des Opfers gehackt und den Betroffenen beim surfen auf Erotik-Seiten im Internet gefilmt. Zahle das Opfer nicht innerhalb eines Tages einen vierstelligen Betrag in Form von Bitcoins an den Erpresser, veröffentliche dieser die Bilder und Videos im Internet und auf jeglichen Social-Media Accounts.

Das Opfer habe sich laut des Erpressers beim Surfen auf den Pornoseiten eine Schadsoftware "eingefangen", über die Passwörter und Co. ausgelesen worden seien. Angeblich verberge sich in der Mail ein Tracking-Pixel, das den Betrüger darüber informiere, wenn die Mail geöffnet werde. Laut der Mail habe der Erpresser Zugriff auf einen sogenannten Split-Screen erbeutet - neben dem Bild aus der Webcam habe er auch Zugriff auf den Bildschirminhalt während des Besuchs auf der Pornoseite.

Die Mail ist bisher in verschiedenen Versionen veröffentlicht worden - sprachlich unterscheiden sich manche ein wenig, inhaltlich sind sie jedoch alle gleich. Wir haben euch eine der am häufigsten versandten Versionen als PDF zum Download eingefügt.

Die Passwörter

Die Mail wirkt täuschend echt, denn der Erpresser erwähnt echte, vom Empfänger genutzte Passwörter. Diese stammen vermutlich von Hackerangriffen auf nicht ganz so sicheren Seiten wie zum Beispiel Onlineshops oder Diskussionsforen.

Ob der Besuch auf den Pornoseiten nun der Wahrheit entspricht oder nicht - viele Leute fallen aus Angst vor der Veröffentlichung der Daten auf den Betrüger rein und überweisen das Geld. Besonders die Tatsache, dass der Erpresser Zugriff auf ein oder mehrere Passwörter hat, schüchtert die Opfer immens ein.

Was kann ich tun, falls ich betroffen bin?

  • Ihr solltet keinesfalls auf die Forderungen der Erpresser eingehen – habt ihr das Geld überwiesen ist es für immer weg!
  • Falls die genannten Passwörter tatsächlich noch in Benutzung sind, dann solltet ihr diese schleunigst ändern.
  • Auch der Ratgeber Internetkriminalität der Polizei Niedersachsen hat allerhand Tipps im Falle eines Hackerangriffs.

Es gibt sogar die Möglichkeit die eigene E-Mail-Adresse überprüfen zu lassen um so nachvollziehen zu können, ob man gehackt wurde.

Ein Beispiel dafür ist der Sicherheitstest des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): https://www.sicherheitstest.bsi.de/