REISEN UND GENIESSEN

Urlaub für den Gaumen: Die besten Ziele für Feinschmecker

Kulinarische Reisen liegen im Trend. Sei es ein kurzer Städtetrip oder ein ausgedehnter Streifzug durch ferne Länder: Überall auf der Welt gibt es spezielle regionale Köstlichkeiten zu entdecken. Wir haben zusammengetragen, welche Destinationen für die Leckermäulchen unter euch besonders interessant sind.


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Themenreisen werden von immer mehr Reiseunternehmen angeboten, um der gestiegenen Nachfrage nach dem ganz besonderen Urlaubserlebnis gerecht zu werden. Dabei ist es naheliegend, sich fremde Kulturen und die Eigenarten anderer Länder auf kulinarische Weise zu erschließen. Wer schon die ein oder andere Feinschmecker-Reise unternommen hat ist möglicherweise auf der Suche nach einem ganz besonderen Tipp. Aber auch Neulinge unter den Geschmacksjägern im Urlaub werden hier Inspirationen für den nächsten Trip finden.

Allgemeine Tipps

Kulinarische Reisen sind so vielfältig wie die möglichen Destinationen. Neugierde und Offenheit sollten jeden Feinschmecker auf seinem Weg begleiten. Wer sich auf neue und fremdartige Speisen und Geschmäcker einlässt, kann seinen Horizont erweitern und findet nicht selten einen ganz anderen Zugang zu den anderen Kulturen. Es ist sinnvoll, sich im Vorfeld bereits über das Reiseziel zu informieren und sich Besonderheiten oder spezielle Highlights zu notieren. Wer den kulinarischen Trip selbst organisiert, kann den Verlauf der Tour um die leckeren Attraktionen herum planen.

Die Slowfood Bewegung

Seit geraumer Zeit beschäftigt sich die Initiative der Slowfood Bewegung mit der Zuwendung zu kulinarischen Genüssen und deren entsprechendem Zelebrieren, aber auch dem Erhalt der biokulturellen Vielfalt. Die Organisation hat inzwischen Anhänger in der ganzen Welt. Das genussvolle und bewusste Essen wurde von ihnen zur Maxime erhoben – als Gegenbewegung zum global immer einheitlicher werdenden Fastfood.

Auch die Verwendung regionaler Zutaten und nachhaltig produzierter Lebensmittel spielt dabei eine große Rolle. In zahlreichen Regionen der Welt haben sich Zweigstellen der Bewegung gebildet, welche die lokalen Besonderheiten und die heimische Esskultur unterstützen. Von einigen werden dazu auch besondere Reiseführer publiziert, in denen Restaurants und Gaststätten aufgeführt sind, die sich an den Gedanken der Slowfood Bewegung orientieren.

Gourmet-Touren

Wer bereits weiß, wo es hingehen soll, hat wiederum einen großen Gestaltungsspielraum, wie die Reise genau aussehen könnte. Je nachdem wieviel Zeit und Budget zur Verfügung steht, bieten sich die unterschiedlichsten Möglichkeiten:

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Foto: Fotolia - Lukasz Janyst
  • Städte-, Regionen- oder Länderreisen: Für die meisten Regionen der Welt gibt es besondere Reiseangebote, welche die Entdeckung der jeweiligen Spezialitäten ausdrücklich beinhaltet. Der Besuch von verschiedenen Restaurants, besonderen Märkten oder auch Manufakturen, in denen verschiedene landestypische Produkte hergestellt werden, gehören meist dazu oder können auf Wunsch dazu gebucht werden.
  • Weinreise: Hier steht das Kennenlernen des Weinangebots einer bestimmten Region im Mittelpunkt. Weinverköstigungen, Besichtigungen von Kelteranlagen oder die Vermittlung von „Weinwissen“ stehen dabei oft auf der Tagesordnung. Vor allem im Herbst sind solche Reisen auch in Deutschland sehr interessant. Manchmal wird die Verköstigung mit einer Wanderung durch die Weinberge verbunden.
  • Gourmetkreuzfahrt: Gibt es auf einer Kreuzfahrt ohnehin eine umfangreiche Auswahl an Möglichkeiten den Gaumen zu verwöhnen, steht hier die Kulinarik noch mehr im Mittelpunkt. Meist ist ein Sternekoch mit an Bord, der die Gäste auf höchstem Niveau verwöhnt. In der Regel können zusätzlich verschiedene Themenseminare besucht oder auf den Landgängen weitere kulinarische Welten kennengelernt werden.
  • Sternereise: Für alle Anhänger der Gaumenfreuden höchsten Ranges bietet sich ein Trip auf den Spuren des Guide Michelin an. Je nach Land oder Region werden in dem Restaurantführer mit dem typischen roten Einband ausgezeichnete Gastronomien vorgestellt. Der Besuch eines oder gar mehrerer der exquisiten Häuser lässt sich gut mit einer Reise verbinden. Allerdings sollte gut vorgeplant werden. Eine Tischreservierung ist Pflicht und meist sind die Sternerestaurants bereits lange Zeit im Voraus ausgebucht.
  • Auf eigene Faust: Auch bei einer selbst geplanten Reise lässt sich der Schwerpunkt auf die kulinarischen Genüsse legen. Wer keine Berührungsängste hat und über etwas Organisationstalent verfügt, findet überall besondere Spezialitäten. Verschiedene thematische Reiseführer können dabei helfen. Wer mit offenen Augen durch die Urlaubsregion streunt, findet den besonderen Markt oder die verschiedenen Spezialitäten etwa in einer exotischen Garküche auf der Straße.

Fremde Länder kulinarisch erschließen

Ungeachtet der kulturellen Vielfalt, die ja nun eigentlich einer der Hauptgründe sein sollte, um zu verreisen, bestehen mittlerweile gewisse weltweit gültige Standards bezüglich des kulinarischen Angebots in der Reisedestination. Das gilt sowohl für die Hotels als auch für die Reisenden. Dabei lassen sich doch gerade beim Essen am besten und schönsten die Unterschiede zwischen den Nationen aufzeigen, tatsächlich schon bei der ersten Mahlzeit des Tages in Form der verschiedenen internationalen Frühstückskulturen. Der ersten Mahlzeit am Tag wird in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Bedeutung zugemessen und auch was dabei auf dem Tisch landet, variiert sehr stark.

Ob süß oder herzhaft, landestypisch oder „continental“ – meist steht dafür im Hotel ohnehin ein Buffet zur Verfügung, was gewisse Auswahlmöglichkeiten bietet. Nur in sehr abgelegenen und touristisch wenig erschlossenen Gebieten wird ausschließlich das regional übliche Frühstück serviert.

Aber auch hier lautet das Credo: Mut zu etwas Neuem! Auch wenn eine warme Suppe oder auch Sushi am frühen Morgen zunächst gewöhnungsbedürftig wirkt, lohnt es sich manchmal, seine vertrauten Rituale über Bord zu werfen und ganz in die fremde Kultur einzutauchen.

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Foto: Fotolia - pixelliebe

Bei einem Trip in sehr exotische Gegenden sollten stets die besonderen Hinweise bezüglich der Hygiene und Sauberkeit beachtet werden. Auch wer über einen stabilen Magen und gute Abwehrkräfte verfügt, ist gegen verschiedene Verunreinigungen und Krankheitserreger nicht immun. In einigen Ländern sollte auf Wasser aus der Leitung oder auch rohe Lebensmittel verzichtet werden. Wer sich über die Empfehlungen zum jeweiligen Reiseland informiert und die Sicherheitshinweise berücksichtigt, kann jedoch in der Regel ohne Gefahr auch exotische Speisen entdecken und genießen.

Deutschland

Unsere Heimat hat eine Vielzahl regionaler Besonderheiten zu bieten. Rund 5.000 Biersorten, 1.500 Wurstsorten, 300 Brotsorten und 13 Weinanbaugebiete zeugen von der Vielfalt der deutschen Küche. Je nach Bundesland oder Region spielen unterschiedliche Zutaten eine wichtige Rolle bei den lokalen Rezepten. Sind in Norddeutschland etwa Kartoffeln nicht vom täglichen Speiseplan wegzudenken, sind es im Süden eher Klöße, die zu den verschiedenen Gerichten einfach dazugehören.

Um übrigens eine Küche von ausgezeichneter Qualität auszuprobieren, muss nicht weit gereist werden. Auch in Niedersachsen wurden zahlreiche Restaurants mit den begehrten Michelin-Sternen gekürt.

Regional – phänomenal!

Bereits bei kurzen Ausflügen über das Wochenende in andere Städte der Republik bietet es sich an, die lokalen Spezialitäten kennenzulernen. Auch hierzu sind inzwischen die verschiedensten Angebote zu finden. Sei es eine kulinarische Weinreise durch die Anbaugebiete entlang von Mosel und Rhein oder der Urlaub an Ost- oder Nordseeküste, wo die unterschiedlichen Meeresfrüchte ganz frisch genossen werden können: Für Abwechslung auf dem Tisch genügt auch ein Abstecher innerhalb unserer Landesgrenzen.

Viele Gastronomen setzen inzwischen verstärkt auf Produkte aus der Region und sehen die jahreszeitlich eingeschränkte Verfügbarkeit verschiedener Lebensmittel dabei nicht als Nachteil, sondern als Herausforderung. Vermehrt wird wieder mit alten Methoden des Haltbarmachens experimentiert, und somit die traditionellen Rezepte auf moderne Art und Weise neu interpretiert.

Auch die Qualität spielt dabei eine große Rolle. Fleisch, Milchprodukte oder Gemüse aus der Region stehen kurzfristig zur Verfügung und haben keine langen Transportwege hinter sich. Oftmals stammen die Zutaten aus biologischem Anbau und die Produzenten sind den Gastwirten und Köchen persönlich bekannt. Am Ende macht dies auch geschmacklich einen großen Unterschied auf dem Teller.

Highlights aus der Heimat

Egal in welcher Ecke Deutschlands – die regionalen Spezialitäten sind entdeckenswert und manchmal auch sehr eigenwillig. Da es kaum möglich ist, beim großen Angebot eine Auswahl zu treffen, haben wir ein paar Tipps zusammengetragen, wie es gelingt, für den nächsten Heimaturlaub das passende kulinarische Highlight zu entdecken:

  • Food Festivals nutzen: In vielen Städten finden vor allem in den Sommermonaten Food Festivals statt. Je nach Thema werden hier Spezialitäten und Produkte aus der Region präsentiert, aber auch exotischere Speisen und Getränke angeboten. Eine gute Gelegenheit, die lokalen Besonderheiten in geballter Form und einem spannenden Ambiente kennenzulernen.
  • Erntesaison beachten: Zur Erntezeit – egal ob regionales Obst, Kartoffeln, Spargel oder Wein – werden oftmals gesonderte Reiseprogramme angeboten oder es finden lokal spezielle Veranstaltungen dazu statt. Dabei werden die kulinarischen Genüsse oft mit anderen typischen Traditionen verbunden und in einem entsprechend festlichen Rahmen präsentiert.
  • Kochkurse buchen: Wer in besonderem Maße in die andersartige kulinarische Welt eintauchen möchte, kann auch einen Kochkurs belegen. Hier werden die lokalen Produkte und ihre Möglichkeiten vorgestellt und es ist möglich, die Spezialitäten beim eigenhändigen Zubereiten ganz anders kennenzulernen.

So schmeckt der Norden

Bei vielen steht Skandinavien nicht gerade an erster Stelle, wenn es um kulinarische Genüsse geht. Dabei ist die nordische Küche sehr abwechslungsreich und bietet einige Highlights.

Von Elchwurst und Mandelkartoffeln

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Abseits der Sternlokale in den Großstädten ist weitestgehend deftige Hausmannskost verbreitet. Gerichte mit Fisch, Meeresfrüchten oder Elchfleisch kommen auf den Tisch. Auch wenn die klimatischen Bedingungen den Anbau von frischem Obst und Gemüse schwierig machen, bedeutet dies jedoch nicht, dass der Speiseplan einseitig ausfällt. Die Natur hat auch in diesen Breiten einiges zu bieten. Verschiedene Beeren, aber auch Kartoffeln ergänzen den Speiseplan.

Die besonderen mandelförmigen Kartoffeln (Puikula) haben sich an das raue Klima angepasst und wachsen bis in die kühlen Gebiete des finnischen Lapplands. Unter Feinschmeckern ist das Aroma der recht kleinen Knollen sehr beliebt.

Obwohl auch Rinder und Schweine gezüchtet werden, werden in den skandinavischen Ländern vor allem Rentiere und Elche gehalten. Ihr Fleisch dient als Zutat für vielfältige Gerichte und Wurstwaren. Vor allem geschmort kommt der Wildgeschmack des langfaserigen Fleisches gut zur Geltung. Aber auch Schinken und Salami wird daraus hergestellt. In Schweden wird als Vorspeise beispielsweise eine Scheibe Rentierschinken mit Löjröm-Kaviar und Meerrettich gereicht und somit das Beste aus Meer und Wald miteinander vereint.

Köstlichkeiten aus dem kalten Meer

Typische Fischsorten sind in ganz Skandinavien Lachs, Kabeljau, Dorsch und Hering. Eine besondere Spezialität sind die Beine der Königskrabbe. Haltbar gemacht werden die Köstlichkeiten aus dem Meer in Form von Dörr- oder Stockfisch. Über mehrere Monate hinweg werden die frisch gefangenen Fische dazu zum Trocknen an der salzhaltigen Meeresluft aufgehängt und entwickelt dabei ein ganz besonderes Aroma.

Nordische Spezialitäten

Neben den Hauptgerichten sind es oft Kleinigkeiten, die für eine bestimmte Region charakteristisch sind. Auch außerhalb von Restaurants oder Hotels lassen sich die Köstlichkeiten auf Märkten oder an Straßenständen entdecken. Folgende lokale Spezialitäten haben wir für euch aufgespürt:

  • Smørrebrød in Dänemark: Das „Butterbrot“ ist dort allgegenwärtig und in zahlreichen Varianten erhältlich. Traditionell wird das dünne Knäckebrot mit einem umso dickeren Belag serviert. Neben Rührei kommt dabei auch geräucherter Aal oder warme Leberpastete zum Einsatz.
  • Käse aus Norwegen: Brunost (Braunkäse) heißt eine norwegische Spezialität aus Kuh-, Ziegen oder Schafsmilch. Der sehr feste Käse mit süßlich-karamellartiger Note wird mit einem extra dafür erfundenen Hobel in feine Scheiben geschnitten und zu Brot gegessen.
  • Beeren zum Nachtisch: Die herberen Preiselbeeren oder die süßen Moltebeeren sind eine der wenigen Früchte, die in dem rauen Klima wachsen. Letztere schmecken nach einer Mischung aus Honig und Erdbeeren und werden zu den verschiedensten Süßspeisen verarbeitet.
  • Brennnesseln in Schweden: Im Frühjahr wird aus frisch geernteten Blättern eine Suppe zubereitet (Nässelsoppa). Sie gilt als Delikatesse. Als Beilagen werden dazu gekochte Eier und ein Klecks saurer Sahne gereicht.
  • Longdrinks in Finnland: Lonkero heißt das finnische Nationalgetränk. Die Mischung aus Gin und Grapefruitlimonade wurde ursprünglich als Marketinggag zu den Olympischen Sommerspielen 1952 kreiert. Von verschiedenen Herstellern wird das Getränk bis heute fertig gemischt angeboten.

Mediterrane Highlights im Süden

Bereits in Europa wird es in südlicheren Gefilden teilweise sehr exotisch. Zur traditionellen mediterranen Küche zählen eher die nördlich des Mittelmeers gelegenen Staaten. Hier sind uns vor allem italienische, französische, oder auch griechische Gerichte bekannt. Aber auch die angrenzenden Länder im Norden Afrikas halten mit ihren ganz eigenen Geschmacksnuancen viele Überraschungen bereit.

Die Sonne auf dem Teller

Wer an die Mittelmeerküche denkt, hat sicherlich viel Gemüse, Olivenöl,

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Knoblauch, Fisch und Meeresfrüchte sowie die sonnenverwöhnten Gewürze im Kopf. Viele traditionelle Speisen sind uns aus den entsprechenden Restaurants auch hierzulande bekannt. Dennoch schmecken die Gerichte unter der Sonne des Südens natürlich viel besser.

Die Vielfalt kommt vor allem durch das reichhaltige Angebot, das die Natur im klimatisch begünstigten Mittelmeerraum bietet. Die mediterrane Küche gilt dabei zudem als sehr gesund. Essen, vor allem in der Gemeinschaft spielt dort häufig eine viel größere Rolle als bei uns. Die ausgeprägte Tapaskultur in Spanien, griechische Meze oder der italienische Aperitivo zeugen davon. So lässt sich die landestypische Kultur ganz gemütlich beim Schlemmen kennenlernen.

Auch hier ist es fast unmöglich, besondere Highlights herauszustreichen, denn die verschiedenen Länderküchen sind einfach zu vielfältig. Praktisch ist, dass auch im Frühjahr oder Herbst gereist werden kann, wenn es nicht mehr allzu heiß ist. Auch dann lassen sich die lokalen Spezialitäten noch gut in einem Restaurant unter freiem Himmel genießen. Trotz allem haben wir noch zwei kleine Geheimtipps zusammengefasst:

  • Triest: Die italienische Stadt nahe der slowenischen Grenze und unweit Kroatiens und Österreichs verbindet die verschiedenen Einflüsse der unterschiedlichen Länder in seiner Küche. Die Wiener Kaffeehauskultur verbindet sich mit dem Wissen der italienischen Barrista und durch die Weltoffenheit als wichtige Hafenstadt sind auch Speisen aus anderen Regionen heimisch geworden.
  • Istanbul: Wer denkt, dass die türkische Küche nur Döner Kebab und Lahmacun zu bieten hat sollte in die Hauptstadt am Bosporus reisen. Spätestens dort wird es Zeit sein Urteil über die landestypische Küche zu revidieren.

Exotischer Genuss in Afrika

Recht wenigen ist bislang die Nordafrikanische Küche bekannt. Dabei sind Speisen wie Couscous oder Falafel inzwischen auch in unseren Supermärkten zu finden. Von der übrigen mediterranen Küche unterscheidet sie sich vor allem in verschiedenen Zubereitungsarten, aber auch in den verwendeten Gewürzen. Kreuzkümmel, Zimt, Safran oder Minze verleihen den Gerichten die gewisse Exotik.

Einen guten Einstieg in die Nordafrikanische Küche findet sich bei einem Trip durch Marokko. Auf den traditionellen Märkten können hautnah und in ganz besonderem Ambiente die verschiedensten Zutaten kennengelernt, aber auch direkt probiert werden. Typisch sind zudem Schmorgerichte mit Gemüse und Lammfleisch, die in einer Tajine – einem besonderen gebrannten Lehmtopf – zubereitet werden.

Exotische Ziele im Osten

Asien hat mit seinen vielen verschiedenen Reisezielen ebenfalls eine unglaubliche Vielfalt an neuen Geschmäckern und außergewöhnlichen Zutaten zu bieten.

Essen als Religion

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Die Bedächtigkeit beim Essen und die Sorgfalt beim Zubereiten der Speisen in vielen Ländern Asiens kommt sicherlich auch von der Tatsache, dass verschiedene Religionen dort ein besonderes Verhältnis mit Lebensmitteln voraussetzen. Im Buddhismus etwa ist es wichtig, anderen Lebewesen kein Leid zuzufügen. In einigen Regionen war lange Zeit das Töten von Tieren verboten, wodurch sich eine Vielzahl an vegetarischen Gerichten entwickelt hat.

Mit oder ohne Fleisch durch Asien

Nicht überall war jedoch wegen der klimatischen Bedingungen eine ausschließlich fleischlose Ernährung möglich. Das Verbot galt zudem zum Teil nur für Vierbeiner. Geflügel oder auch Fische und Meeresfrüchte hatten dann trotz allem einen Platz auf der Speisekarte. Gerade für Vegetarier ist wohl in keiner anderen Region der Welt das Angebot an verschiedenen Spezialitäten so groß wie in Asien.

Neben den exotischen Zutaten und ungewöhnlichen Zubereitungsarten kommt am Ende – egal ob mit Stäbchen, Besteck oder den bloßen Händen – jeder auf seine Kosten.

Gourmet-Highlights im Osten

Wer Sushi mag, sollte unbedingt einmal nach Japan reisen. Denn die landestypische Küche hat noch so viel mehr zu bieten. Der allgegenwärtige Reis wird von zahlreichen Beilagen wie Gemüse, Fleisch oder Fisch begleitet. Die hohe Lebenserwartung der Japaner ist nicht zuletzt auf ihre gesunde Ernährungsweise zurückzuführen.

Die Speisen sind Kalorienarm, nährstoff- und abwechslungsreich, unter anderem durch die besondere Zubereitung. Da wenig mit starken Gewürzen gearbeitet wird, ist oftmals der Eigengeschmack der einzelnen Zutaten charakteristisch für ein bestimmtes Gericht.

Die uralte Kaiserstadt Kyoto wurde jüngst zum aufstrebenden Reiseziel ernannt und bietet neben den kulturellen und architektonischen Highlights auch kulinarisch einen umfassenden Einblick in die japanische Küche. In kaum einer anderen Stadt in Japan lassen sich abseits des Metropolenrummels so viele Eindrücke miteinander verbinden wie dort.

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Foto: Fotolia chachanit

Ebenso spannend wie exotisch präsentiert sich die Nepalesische Küche. Hierzulande allenfalls aus Restaurants in Großstädten bekannt, ist auch in diesem Land das Essen ein sehr wichtiger Bestandteil der Kultur. Verschiedene Ethnien und die unterschiedlichen geografischen Verhältnisse haben auch hier eine große Vielfalt an Gerichten hervorgebracht.

Sind im Alltag vor allem Reis und Linsengerichte verbreitet, unterscheiden sich die lokalen Spezialitäten dabei dann durch die zusätzlichen Beilagen. Da das Land touristisch immer noch weniger erschlossen ist als viele andere Urlaubsregionen, liegt der Schlüssel zum Kennenlernen und Eintauchen der faszinierenden Kultur am einfachsten beim Essen.

Kulinarisch in den Westen

Wer beim Reisen an den Westen denkt, hat meist Amerika vor Augen. Obwohl sich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten weitläufig nicht gerade besonders durch kulinarische Genüsse hervortut, gibt es dort besondere Spezialitäten, die es zu entdecken gilt.

Köstlich bunte Vielfalt

Im Land der Einwanderer und Pioniere gibt es nicht die „eine charakteristische Küche“. Vielmehr haben sich die einzelnen Einflüsse der verschiedenen Ethnien ganz eigenständig weiterentwickelt. Wer nach Amerika reist hat oftmals eine riesengroße Auswahl an den verschiedensten Länderküchen der Erde.

Auch abseits von Hotdogs und Burgern sind immer wieder kulinarische Highlights zu finden und der Vorteil ist, dass in größeren Metropolen oftmals Restaurants der unterschiedlichsten Kulturen auf engem Raum bei einander liegen.

Weltküche aus dem weiten Westen

Je weiter es auf dem Nordamerikanischen Kontinent nach Süden geht, umso größer ist der Einfluss der Mexikanischen und Kreolischen Küche zu spüren. Ein Tipp ist hier die sogenannte Cajun-Küche im Bundesstaat Louisiana. Nachfahren französischer Siedler haben dort auf Basis lokal verfügbarer Zutaten leckere und sehr charakteristisch gewürzte Spezialitäten entwickelt.

Als kulturelle Hochburg der kreolischen Kultur sollte unbedingt ein Abstecher nach New Orleans gemacht werden. In der vibrierenden Stadt wird neben der Musik auch den kulinarischen Genüssen gefrönt. Typische Zutaten sind Flusskrebse, Garnelen, Süßkartoffeln, Reis, Bohnen und viel Gemüse. Aber auch deftige Würste landen oft in Eintöpfen, die nicht selten sehr pikant mit Chili oder Cayennepfeffer gewürzt sind.

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Wer noch ein Stück weiter nach Süden wandert, landet in Mexiko mit seinen bunten Gerichten, die sowohl spanische, als auch karibische und präkolumbische Einflüsse der Ureinwohner aufweist. Verschiedene Zutaten, die inzwischen auch bei uns zum Speiseplan gehören, stammen ursprünglich aus dieser Region. Avocados, Tomaten, Chili, Mais, aber auch Vanille und Kakao wurden bereits von den Azteken kultiviert. Auf den Spuren der Mayas kann auch dem kulinarischen Erbe der uralten Kultur nachgespürt werden.

Das würzige Getränk, was von ihnen aus Kakao hergestellt wurde, spielte eine wichtige Rolle bei rituellen Handlungen in ihren Kultstätten. Auch Alkohol aus Agaven (Tequila) wurde zu dieser Zeit bereits hergestellt. Werden zuerst im Landesinneren die Überbleibsel der Mayakultur besucht, können anschließend an den wunderschönen Stränden die exotischen Früchte in einem leckeren Drink genossen werden. Dazu dann vielleicht ein frisch gerösteter Maiskolben?