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Unbekanntes Mittelmeer: Die schönsten Inseln und Ecken abseits des Mainstream-Tourismus

Das Mittelmeer? Kennt man da nicht schon alles von Mallorca bis Zypern? Mit Sicherheit nicht, denn im Mare Mediterraneum gibt es tausende Inseln aller Größen. Und auf vielen davon ist Tourismus zwar möglich, aber Massentourismus bestenfalls unbekannt. Zudem gibt es auch auf den größeren, bekannten Inseln noch viele Flecken, die nicht im Ballermann-Stil zugebaut sind. Die vielleicht schönsten davon listet unser Ratgeber zusammen mit den wichtigsten Fakten und einigen Tipps.


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Mittelmeer-Facts

Das unbekannte Inselparadies

Die meisten Deutschen haben schon mal ihre Füße in die blauen Wasser des Mittelmeers gesteckt. Doch die wenigsten ahnen, dass sich auf den gut 2,5 Millionen Quadratkilometern Wasserfläche ein wahres Inselparadies versteckt. Die größte davon kennt man, es ist Sizilien – und auch diese Insel kommt in diesem Artikel vor, denn um unbekannt zu sein, muss eine Insel nicht nur klein sein. Es reichen auch die weniger touristischen Ecken. Daneben verbergen sich im Mittelmeer aber tatsächlich unglaubliche 4.300 Inseln, von der westlichsten, Ibiza, zur östlichsten und südlichsten, Zypern.

Übrigens: Die größte Anzahl Inseln machen zwei Nationen unter sich aus, Kroatien mit seinen diversen Touristenmagneten und Griechenland mit seinem antiken Erbe.

Viel aber klein: Die griechischen Inseln

Rein auf dem Papier sieht die Zahl pompös aus: 3.054 Inseln befinden sich auf Griechenlands Staatsgebiet. Schaut man sich jedoch ein Ergebnis der 2011er Volkszählung des Landes an, sieht das Bild schon anders aus, denn "nur" 110 davon sind bewohnt. Weitere sieben sind Privatinseln und vier beansprucht das griechische Militär ganz für sich alleine.

Zudem verwirrt die Definition „Insel“ auch oft, denn entgegen der landläufigen Ansicht sind damit auch kleine Flecken gemeint, die wenig mehr als Felsen im Mittelmeer sind.

Klima

Eines haben aber die meisten Mittelmeerinseln gemein: Klimatisch sind sie für den Urlaub optimal. Denn auch wenn sich das lokale Klima je nach Region etwas unterscheidet, gilt doch die Faustformel „heiße, trockene Somme, milde, feuchte Winter“. Frostig wird es auf den Mittelmeerinseln praktisch nie. Und vor allem diese Tatsache macht so manche der nun folgenden Ziele noch interessanter, wenn sie im Winter gänzlich ausgestorben sind und man fast mit sich und dem Eiland alleine ist.

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Hintergrund: Fotolia / Peter Hermes Furian

1 - Ikaria (Griechenland)

Allgemeine Informationen

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Ikaria ist das Traumziel, das man bereits, wenn man erleben will, wie Griechenland wirklich ist. Entspannt, weltoffen und genießerisch.

Ikaria gehört zu den östlicheren griechischen Inseln und liegt in der nördlichen Ägäis. Gerade einmal gut 8.000 Einwohner haben hier 255 Quadratkilometer Inselfläche nur für sich. Durchzogen wird die längliche Insel von der Atheras-Gebirskette, die ihr einen sehr schroffen Charakter mit tiefen Tälern verleiht. Der Name Ikaria kommt nicht von ungefähr, denn wenn man der griechischen Mythologie glauben mag, war das kleine Eiland der Flecken, auf den Göttersohn Ikarus stürzte, nachdem er mit seinen Flügel zu hoch gestiegen war und sie von der Sonne geschmolzen wurden. Der Legende nach liegt er auch hier begraben

Geheimtipp-Faktoren

Unter den Griechen gelten die Bewohner Ikarias schon seit jeher als Querköpfe und/oder Freigeister, die es mit Regeln generell nicht unbedingt so genau nehmen. Das sorgt nicht nur für leicht anarchistische Ladenöffnungszeiten, sondern auch dafür, dass sich hier niemals ein Boom-Tourismus wie auf anderen Inseln der Region etablierte. Teilweise liegt das aber auch daran, dass Ikaria keinen internationalen Flughafen hat. Wer hierhin möchte, muss von Deutschland nach Athen, Thessaloniki oder Samos fliegen und von dort eine Regionalmaschine besteigen – zu viel Aufwand für die meisten Pauschaltouristen, weshalb man auf Ikaria typische Bettenburgen vergebens sucht.

Must-Sees

Ikaria sieht auch deshalb wenige Touristen, weil es keine wirklichen Must-Sees hat. Hier finden sich keine großen historischen Orte, keine besonderen Naturdenkmäler. Dafür ist aber die ganze Insel ein einziger Traum für Naturfans, denn die Abwesenheit des Massentourismus hat hier sehr viel Ursprünglichkeit übrig gelassen. Nur einmal im Jahr findet das Icarus-Festival statt, das für einige Wochen Künstler und Fans auf die Insel spült. Danach herrscht wieder Ruhe – und eine zum Wandern bestens geeignete Landschaft.

2 - Malta - Gozo

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Bauernhöfe, kleine Dörchen und eine tiefenentspannte Einwohnerschar. Das ist Gozo, der kleine Bruder von Malta.

Dass Malta ein eigenständiger Staat und sogar Mitglied der EU ist, gehört zum Allgemeinwissen. Was jedoch nur wenige wissen, ist die Tatsache, dass die kleine Republik südlich von Sizilien ein eigenes Inselreich mit drei bewohnten (Malta, Gozo, Comino) und mehreren unbewohnten Inseln ist. Während auf der Hauptinsel der Tourismus boomt, sieht es auf Gozo sehr viel ruhiger aus. Die nördlichste maltesische Insel hat nur 67km² Fläche und ihre rund 30.000 Einwohner leben fast ausschließlich von der Landwirtschaft.

Geheimtipp-Faktoren

Nicht dass es auf Gozo keinen Tourismus gäbe, den gibt es tatsächlich. Aber die mit Abstand meisten ausländischen Touristen sehen die Insel nur als einen Tagestrip an, den man per Fähre beim Hauptinsel-Urlaub mitnimmt. Somit wurde Gozo zur Urlaubsinsel der Malteser. Wer hier nächtigen will, muss dies in Pensionen tun und bekommt so automatisch Einheimischen-Anbindung samt einem Crashkurs in Kultur, denn die Gozitaner sind ein sehr offenes Völkchen. Auch Gozo erreicht man nur per Schiff. Die Fähren gehen aber selbst in der Nacht im Halbstundentakt – übrigens auch ein Grund für die vielen Tagestouristen. Wer mit dem Flieger anreist, muss das aber nach Malta tun.

Must-Sees

Bis zum Frühjahr 2017 hatte Gozo einen echten Touristenmagneten: Das Azure Window, ein Felsentor an der Küste. Leider zerbrach ein Sturm es. Trotzdem verbleiben noch weitere Must-Sees, genauer gesagt der Fungus Rock, dem einzigen Ort, an dem der seltene Malteserschwamm wächst. Und sowieso sollten alle Tauchfans die Insel im Hinterkopf behalten, denn Gozo ist umsäumt mit Unterwasserhöhlen, Wracks und einer beeindruckenden Unterwasserfauna. Hinzu kommt, dass das Wasser hier unglaublich klar ist.

3 - Gökçeada (Türkei)

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Verlassen liegen viele Orte auf Gökçeada dar, wenngleich immer mehr Ehemalige sich ihre Häuser zur Sommerresidenz sanieren.

Gökçeada war in der Vergangenheit ein echter Zankapfel: Eigentlich zu Griechenland gehörig, wurde es 1923 im Dardanellen-Vertrag zum türkischen Staatsgebiet. Die 286 Quadratkilometer große Insel wurde nach einem gegenseitigen Bevölkerungsaustausch zum Autonomiegebiet und vereinsamte etwas, weil viele Türken keine große Lust verspürten, auf dem Eiland anzusiedeln – vornehmlich aus strategischen Gründen, denn man befürchtete, dass die Lage von Gökçeada direkt vor den Dardanellen es in einem künftigen Krieg zum Schlachtfeld machen würde. Der bei Vertragsunterzeichnung erst kurz zurückliegende Erste Weltkrieg hatte genau das nämlich bewiesen.

Geheimtipp-Faktoren

Der Krieg blieb glücklicherweise aus, sorgte aber eben dafür, dass auf Gökçeada niemals eine Tourismusindustrie entstand. Zudem ist die ganze Insel mit verlassenen Häusern bedeckt, was ihr zusammen mit der sehr ursprünglichen Landschaft ein unglaublich romantisches Geisterstadt-Flair verleiht. Es ist auch diesem Fakt zu verdanken, dass die Insel auch noch unerhört schöne und saubere Badestrände hat, die nur für wenige Sommermonate von den wenigen, meist inländischen Touristen aufgesucht werden. Diese erreichen das Eiland entweder per Fähre von Çanakkale oder Gelibolu. Ähnlich müssen auch deutsche Touristen verfahren - oder von Istanbul mit dem Flugzeug auf dem Regional-Airport von Gökçeada landen.

Must-Sees

Wer auf Lost-Places steht, benötigt auf Gökçeada nur gute Wanderstiefel und eine Kamera, denn die verlassenen Örtchen bieten mehr als genug Foto-Futter. Daneben sollte man sich die Bergdörfer Tepeköy und Zeytinli nicht entgehen lassen. Tipp für Rückenleidende: Bei Aydincik gibt es einen Salzsee, der Salzbäder ermöglicht.

4 - Sardinien (Italien)

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Hinter den Strandpromenaden beginnt Sardiniens raue, aber nicht minder schöne Seite. Die sanft gewellten Landschaften sind ein Trekking-Paradies.

Im Vergleich zu den bisherigen Inseln ist Sardinien mit 24.000 Quadratkilometern vergleichsweise gigantisch – und auch touristisch gut erschlossen, denn hier gibt es sowohl die großen Touristenorte mit Hotels, als auch Campingplätze und Ferienwohnungen. Aber, und das bringt Sardinien in diese Liste: der Tourismus beschränkt sich in der Hauptsache auf den Küstenstreifen der Insel und nicht aufs Landesinnere. Und obschon Sardinien eine Vielzahl schöner Facetten – nämlich Strände, Gebirge und auch ausgeprägte Weidelandschaften - hat, gehört selbst in den Touristenhochburgen das Wort „Partyinsel“ nicht ins Vokabular. Sardinien ist überall vergleichsweise ruhig.

Geheimtipp-Faktoren

Besonders ruhig und ursprünglich ist es natürlich, wenn man die Küstenstreifen verlässt und sich ins Landesinnere begibt – am besten auch in der Nebensaison, die von Oktober bis Mai andauert. Diese beiden Faktoren sorgen in ihrer Kombination nämlich dafür, dass man mit den Einheimischen unter sich ist. Bleibt man dann noch von allem weg, was den typischen Touristen-Charakter hat, entdeckt man ein ganz anderes Sardinien, das noch sehr traditionell ist. Bezeichnend ist auch der „eigene Kopf“ der Einwohner, die zwar rechtlich zu Italien gehören, aber sich sehr lokalpatriotisch als eigenständig ansehen.

Must-Sees

Zwar schreiten auch auf Sardinien die Touristenzentren immer weiter von den Stränden weg, aber es bleiben eben auch noch einige unbekannte Ecken, in die sich seltenst Touristen verirren. Darunter etwa der Supramonte di Urzulei, praktisch ein riesiges, menschenleeres Trekking-Areal – das man im Juli und August als ungewohnter Mitteleuropäer wegen der großen Hitze jedoch meiden sollte. Im Örtchen Urzulei selbst sind die Einheimischen sowieso das ganze Jahr unter sich, aber Fremden gegenüber offen. Und auf dem Monte Genis sollte man gewesen sein, denn hier tummeln sich noch Wildtiere wie Adler oder der sardische Hirsch und zeigen sich auch ungeniert den ihnen wenig vertrauten Menschen.

5 - Brac (Kroatien)

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Milna, am südwestlichen Ende von Brac, hat den einzigen Yachthafen der ganzen Insel und viele ruhige Strände in direkter Nähe.

Brac ist zwar auch nur knapp 400km² groß und wird nur von 14.000 Einwohnern besiedelt, gleichzeitig ist die größte Insel Dalmatiens aber die Tourismus-Stütze der ganzen Region. Und wie passt das mit Geheimtipps zusammen? Ganz einfach: Die meisten Touristen kommen in die Hauptstadt Bol am südlichen Ende der Insel und drängen sich rund um das Goldene Horn, einen zugegeben wunderschönen, aber eben vielbevölkerten Strandabschnitt. Je weiter man sich jedoch nach Norden bewegt, desto einsamer wird die Landschaft, bis man am Nordstrand steht, wo nur noch sehr wenig Tourismus stattfindet.

Geheimtipp-Faktoren

Und genau dort suche man nach Pensionen. Die finden sich zwar nicht in den großen Reisekatalogen, aber es gibt sie. Sie sind im Vergleich mit anderen Ländern wirklich sehr günstig, meist auf zeitgenössischem Niveau und herrlich wenig massentouristisch. Und am nördlichen Ende von Brac sind die Strände ebenso schön, das Meer ebenso blau wie rund um Bol – bloß eben ohne die Heerscharen an Touristen.

Must-Sees

Brac ist eines der wichtigsten Kalksteinzentren Europas und überall findet man Steinbrüche sowie Steinmetze, die hier teilweise noch ziemlich ursprünglich ihrer Tätigkeit nachgehen. Daneben sollte man sich die Bauernhöfe nicht entgehen lassen. Praktisch jeder von ihnen verkauft Brot, Käse und Bracs „Nationalheiligtum“, die Olive. Außerdem sollte man sich die frühchristlichen Kirchen unbedingt zu Gemüte führen, die bis in die Mitte des ersten Jahrtausends unserer Zeitrechnung zurückreichen. Allerdings muss man die etwas suchen, denn ausgeschildert sind sie selten und zudem praktisch immer in der Landschaft etwas versteckt.

6 - Djerba (Tunesien)

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Trotz der hervorragenden Infrastruktur und vielen Sehenswürdigkeiten mangelt es Djerba nur aus Imagegründen an Touristen.

500km² groß, ein für Nordafrika sehr mildes Klima, jede Menge Geschichte, deren architektonische Überbleibsel gut sichtbar sind und eine touristisch erstklassige Infrastruktur – und trotzdem hat die tunesische Insel Djerba, übrigens die größte Nordafrikas, ein Imageproblem. Seit einem Terroranschlag 2002, bei dem auch deutsche Touristen umkamen, bleiben die Urlauber weg. Dabei gibt es eigentlich keinen Grund, die Sicherheitsvorkehrungen sind heute immens, denn Touristen sind für die Region der mit Abstand größte Wirtschaftsmotor.

Geheimtipp-Faktoren

Verglichen mit dem Gewicht seiner touristischen Fakten ist Djerba also relativ menschenleer und bleibt es wohl trotz aller Versuche der Hoteliers und Touristikverbände. Schon das macht es zu einem Geheimtipp, denn man bekommt hier die vielfältigen Eigenschaften Nordafrikas wie kristallklares Meer, hochkarätige Unterbringung und jede Menge historische Architektur zum Spottpreis. Daneben sind die meisten Hotels heute renoviert und die Veranstalter bieten so manche Spezialprogramme an – alles, weil man gerne wieder so viele Touristen anlocken möchte wie vor 2002.

Must-Sees

Kennen Sie Mos Eisley? Sci-Fi-Fans spitzen dabei die Ohren, denn dieser fiktive Ort aus Star Wars wurde auf Djerba errichtet und der Science-Fiction-Tourismus dort mit geführten Touren als lukrative Einnahmequelle erschlossen.

Wer mehr auf „echte“ Kultur steht, sollte die alten Moscheen Djerbas und die La Ghriba Synagoge besuchen. Und für Römer-Fans ist Menix Pflicht, wo sich noch Spuren eines der südlichsten Außenposten des römischen Weltreichs bestaunen lassen.

7 - Formentera (Spanien)

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Mallorca, klar. Ibiza, sowieso. Vielleicht auch noch Menorca, aber an Formentera denkt kaum jemand, wenn das Thema auf die Balearen zu sprechen kommt. Und das ist auch der Vorteil: Denn was Meer, Landschaft und Klima anbelangt, kann die zweitkleinste der fünf bewohnten Baleareninseln mit allem aufwarten, was auch ihre großen Schwestern bieten – jedoch auch mit einem um mehrere Potenzen geringeren Touristenaufkommen. Bislang gilt sie nur als Aussteigermagnet und eines der letzten einsamen Paradiese im westlichen Mittelmeer – wenigstens zum größten Teil.

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Fast könnte man glauben, dass die Spanier Formentera absichtlich vor der Touristenwelt verbergen, um die Einsamkeit für sich alleine zu haben.

Geheimtipp-Faktoren

Wer keine Touristenmassen um sich herum möchte, der muss auf Formentera nur eine Regel beachten: Fernbleiben von Es Pujols und der sich nördlich anschließenden Landzunge mit ihren Stränden. Diese gesamte Region ist nämlich ein Magnet für einheimische Besucher aus Ibiza, die dort ihren Mittelmeerurlaub verbringen sowie Badeurlauber, die es aus anderen Ländern hierher verschlagen hat. Hier trifft man tatsächlich auf Bettenburgen, dicht an dicht belegte Sandstrände, Shops, Bars und Diskotheken. Doch nur wenige Kilometer hinter der Stadtgrenze endet all dies ziemlich abrupt und eine ur-balearische Landschaft beginnt, die nur von wenigen sanften Höhen unterbrochen wird – ein echter Geheimtipp auch für alle Radfahrer und Wanderer, denn Formentera ist nur 19 Kilometer lang.

Must-Sees

Wer eine unglaubliche Landschaft in ihrer ganzen Pracht sehen will, sollte deshalb sowieso Formentera durchqueren – und auf das am südöstlichen Ende der Insel gelegene Kap Formenteras zusteuern. Dort findet sich nämlich nicht nur der uralte Leuchtturm Far de la Mola, sondern rundherum auch mehrere Höhlen, in denen in den 60ern und 70ern zeitweise sogar Hippies siedelten. So etwa die Sa Cava Foradada. Viele Sandstrände gibt es zwar nicht, dafür aber zahllose Buchten, in denen man von aller Welt abgeschieden alleine schwimmen und schnorcheln kann.

8 - Sizilien (Italien)

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Nur wenige von Siziliens Kulturdenkmälern bekommen eine ausreichende (finanzielle) Aufmerksamkeit. Vieles verfällt dort leider.

300 Sonnentage pro Jahr, eine Vegetation, die als die Variantenreichste des Mittelmeers gilt und jede Menge antike Überbleibsel machen die 25.000km² große Insel am Südzipfel der italienischen Stiefelspitze schon de facto zum Leckerbissen. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich auf der Insel der Tourismus längst nicht in so starkem Maße entwickelt hat, wie in Italien selbst oder auf anderen Mittelmeerinseln.

Geheimtipp-Faktoren

Man kann nach Sizilien reisen und jede Menge Fehler begehen, etwa, indem man sich an die typischen Touristenstädte wie etwa Palermo oder Catania hält. Hier stimmen leider oft viele Klischees von hoher Kriminalität, Touristen-Nepp etc. Wer seine Ruhe haben möchte, bleibt einfach von all dem weg, was ihm in den typischen Reiseführern empfohlen wird, darunter auch der so bestaunte Ätna. Dann aber bietet etwa der nördliche Teil Siziliens ein wahres Naturparadies mit abgelegenen Dörfchen und einer malerischen Landschaft. Als kurzer Merksatz: Sizilien ist überall dort ein Geheimtipp, wo es nicht ums Meer und Strand geht.

Must-Sees

Bronte im Herzen der Insel muss man gesehen haben. Denn das Städtchen ist quasi die Welt-Pistazienhauptstadt. Man kann sich hier einen ganzen Tag vollschlemmen ohne im Entferntesten alles probiert zu haben. Wer nicht auf Küsten-Feeling verzichten will, sollte in der Nebensaison in den westlichen Teil der Insel fahren. Hier machen auch im Sommer fast nur Italiener Urlaub, außerhalb der Monate sind dort jedoch die Einheimischen unter sich und Piazza-Idylle bestimmt das Geschehen in Marsala, Trapani und Co.

9 - Euböa (Griechenland)

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Auch wenn in Euböas Norden viel Industrie siedelt, gibt es doch auch hier einige Schmuckstücke, etwa Loutra Edipsou, ein beliebtes Heilbad.

Man kennt Rhodos, Kreta, Lesbos, Korfu – diese Namen sind den meisten deutschen Touristen ein Begriff. Aber bei Euböa werden es schon weniger, dabei ist die Insel nicht weniger als die zweitgrößte des ganzen Landes und mit 3.600km² knapp halb so groß wie Kreta. Sie liegt am westlichen Rand der Ägäis dicht am griechischen Festland. So dicht, dass sich hier die mit 40 Metern schmalste Meerenge der Welt befindet und die ganze Insel durch zwei Brücken mit dem Festland verbunden ist.

Geheimtipp-Faktoren

Euböa hat zwei oder besser drei Seiten: im nördlichen Teil, besonders rund um Limni und Mantoudi, findet sich viel Industrie, es werden Asbest, Nickel und Eisen abgebaut. Dann gibt es die Küstenregionen der gesamten Insel. Sie sind zwar touristisch erschlossen, aber sehr viel weniger, als man es von den anderen Inseln der Region kennt. Dann gibt es noch den Südzipfel Euböas. Hier ist die Landschaft mediterran, hügelig und man ist abseits der Strände mit der Natur und den wenigen Einheimischen alleine.

Must-Sees

Der versteinerte Wald von Kerasia ist ein absolutes Highlight, nicht nur, weil er in Europa einer der letzten seiner Art ist. In dem Naturdenkmal finden sich unzählige Fundstellen von Bäumen aus grauer Vorzeit, die buchstäblich versteinert sind. Ganz im Süden der Insel sollte man sich Styra nicht entgehen lassen. Schon der Ort an sich ist ein kleiner Schatz, denn er ist wahrhaft ur-griechisch. Um ihn herum türmen sich jedoch auch noch die bis zu 1.400 Meter hohen „Balkone der Ägäis“ auf – Berge, die wie Terrassen einen unglaublichen Blick auf das Meer ermöglichen. Hier sind allerdings feste Wanderstiefel Pflicht, denn es gibt keine komfortablen Touristenwege oder Ähnliches.

10 - Pag (Kroatien)

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Pags Tourismuszentren gehen nur kurz hinter der Ortsgrenze in sehr ruhiges Hinterland über, das auch viele einsame Strände umfasst.

Pag liegt etwas weiter nördlich die Adriaküste hinauf als Brac, ist mit 280km² nur knapp 2/3 so groß und beherbergt auch nur gut 8.000 Einwohner. Doch auch Pag hat seine touristischen Ecken, die daraus resultieren, dass die Strände hier malerisch sind und der Urlaub vergleichsweise günstig – zum Glück muss man sagen, denn bis in die frühen 2000er darbte die Tourismusbranche der Insel immer noch unter den Spuren der Jugoslawienkriege. Heute indes warten auch abseits der Touristenmetropolen wie Novalja einige sehr schöne Ecken.

Geheimtipp-Faktoren

Was Pag zum Geheimtipp macht, ist die Tatsache, dass die Insel eher eine herbe Schönheit ist. In den Touristenzentren findet sich viel junges Partyvolk, außerhalb davon ist es aber malerisch ruhig. Sanfte Hügel, Buchten, in denen Meersalz gewonnen wird sowie riesige Olivenhaine verströmen ein wunderbares mediterranes Flair. Aber: Viel Schatten findet man mangels sonstiger Vegetation auf der Insel vergebens. Kleine Tavernen verwöhnen einen mit Schlemmereien, darunter der weltberühmte Pager Käse, der durch die in dieser Gegend reichlich wachsenden Kräuter sein Aroma bekommt.

Must-Sees

Eine wahrlich atemberaubende Naturkulisse gibt es im Naturpark Paklenica. Eine schroffe Felslandschaft voller Wasserfälle und Klettermöglichkeiten – und ganz nebenbei auch noch Filmkulisse für diverse Winnetou-Verfilmungen. Wer ruhiges Badewasser möchte, sollte sich an den nördlichen Teil der Insel halten, hier ist das Meer wesentlich glatter, während an der Südspitze meist gegen Mittag ein steifer Wind aufkommt, der einem den Sand ins Gesicht weht.


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