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Kultureller Austausch

Exotische Kultur? Soviel Asien steckt in unserem Alltag

China, Japan, Thailand und andere asiatische Länder beeindrucken uns immer wieder durch ihre exotische Kultur. Die Staaten am anderen Ende der Welt sind dabei jedoch in vielfältiger Weise bereits fester Bestandteil auch bei uns. Vom leckeren Essen, medizinischen Traditionen, technischen Errungenschaften oder sportlichen Disziplinen – überall finden sich Spuren der fernen Lebensart in unserem Alltag.


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 (Foto: Stripped Pixel - stock.adobe.com)

Im Gegensatz zu unserer europäischen Kultur überraschen uns asiatische Länder immer wieder mit erstaunlichen Ansichten oder völlig verschiedenen Betrachtungsweisen und exotischen Bräuchen. Erst durch die zunehmende Mobilität der Menschen und die Errungenschaften der modernen globalisierten Welt findet ein wachsender Austausch zwischen unseren doch recht unterschiedlichen Kulturen statt. Einige Dinge sind jedoch schon seit längerem hierzulande bekannt und haben sich durchaus bereits bei uns etabliert.

Asiatische Kulturen in Europa

Alexander der Große war vielleicht der erste „Europäer“, der bei seinen umfangreichen Feldzügen asiatische Regionen bereiste und sein damaliges Weltreich auch in diese Richtung ausdehnte. Dies war wohlgemerkt bereits rund 330 Jahre vor Christus. Die europäische Kultur steckte damals in vielen Teilen noch in den Kinderschuhen.

Dabei gelten einige Regionen wie das historische Mesopotamien, Iran oder auch China als Wiegen der Zivilisation. Dort sind nicht nur die großen Weltreligionen entstanden, auch bezüglich der Entwicklung von Sprachen, Schrift, gesellschaftlicher Ordnung oder der Wissenschaften gilt Asien als Vorreiter und hat früh verschiedene Hochkulturen hervorgebracht.

Vor allem angetrieben durch den kontinentübergreifenden Handel ab dem 16. Jahrhundert durch die Portugiesen und die wachsende Bedeutung der neuen Ostindien-Kompanien Englands und der Niederlande ab dem 17. Jahrhundert wurden vielfältige Einflüsse der asiatischen Kulturen nach und nach durch die verschiedenen Produkte auch nach Europa getragen.

Auswirkungen der Globalisierung
Heute sind gerade asiatische Produkte kaum noch aus unserer Welt wegzudenken. Durch die wachsende Mobilität und Vernetzung und Austausch über das Internet ist der Handel mit Erzeugnissen aus China, Japan, Korea oder anderen asiatischen Ländern zum Alltag geworden. Niedrige Löhne, sinkende Transportkosten und spezialisierte Produktionsmethoden – all diese Auswirkungen der Globalisierung haben dazu geführt, dass viele Güter, die wir inzwischen in unseren Ladenregalen finden von dort kommen.

Das Internet sorgt als universeller Kommunikationskanal zusätzlich dazu, Ländergrenzen zu überwinden und macht Informationen über die fremde Kultur nur durch einen Mausklick erreichbar. Urlaubsreisen in die exotischen Regionen waren noch vor hundert Jahren beschwerlich und nur wenigen Menschen möglich. Heute ist eine Asienreise auch mit kleinem Geldbeutel erschwinglich und per Flugzeug sind die asiatischen Metropolen nur noch wenige Stunden entfernt.

Vielfältige wirtschaftliche Beziehungen
Die europäischen und asiatischen Staaten unterhalten umfangreiche wirtschaftliche Beziehungen. Der weltweite Handel wäre ohne diese komplexen Verstrickungen kaum noch denkbar. Im Jade‑Weser‑Port in Wilhelmshaven kann jeder einmal hautnah selbst erleben, wie die riesigen Containerschiffe aus Asien entladen werden. Westliche Industrienationen sind auf die Zulieferung billiger Produkte aus Asien angewiesen und diese wiederum konnten durch die internationalen Geschäfte ihre Wirtschaft entscheidend entwickeln.

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 (Foto: chungking - stock.adobe.com)

Vor allem China vollzieht derzeit einen Wandel von der Werkbank Europas hin zu hochtechnolgogisierter Produktion. Durch die zunehmende Digitalisierung bei der industriellen Fertigung von Gütern strukturieren sich dort viele Prozesse neu.

Wie stark die Märkte miteinander verknüpft sind, zeigen etwa auch die zahlreichen internationalen Beziehungen einzelner Städte und Regionen. In Niedersachsen gibt es mehrere Städtepartnerschaften und Kooperationen mit Orten und Provinzen in China. In diesem Rahmen gibt es unter anderem auch einen regen Austausch verschiedener Hochschulen. Darüber hinaus engagiert sich Niedersachsen in der Präfektur Tokushima in Japan.

Die Faszination des Exotischen
Die Menschen haben Neues und Andersartiges schon immer mit einer Mischung aus Neugier und Sensationslust, teilweise aber auch mit Befangenheit oder Unsicherheit betrachtet. Fremdartiges übt stets eine ganz bestimmte Faszination auf uns aus. Wir holen uns exotische, farbenfrohe Pflanzen in unsere Zimmer und freuen uns über kunterbuntes Obst in verrückten Formen. Viele Dinge, die uns von zuhause bekannt sind, sehen daneben dann einfach langweilig aus.

Dennoch ist das Besondere heute oftmals bereits zur Normalität geworden. Viele Eindrücke und Errungenschaften aus anderen Kulturen sind hier soweit etabliert, dass sie uns gar nicht mehr als „fremder“ Einfluss auffallen.

Japanische Spuren in Deutschland

Japan hat sich anders als China viel früher dem Westen geöffnet. Gerade mit Deutschland bestehen bereits seit über 150 Jahren enge Beziehungen. Allein hierzulande gibt es rund 50 deutsch-japanische Gesellschaften und in beiden Ländern wurden Kulturinstitute gegründet, die sich mit der jeweils anderen Lebensart auseinandersetzen.

Mehr als 30.000 Japaner leben dauerhaft in Deutschland. Knapp ein Fünftel von ihnen in Düsseldorf – dort hat sich die derzeit einzige deutsche „Japantown“ gebildet, die zu den größten in Europa zählt. Nirgendwo sonst finden sich hierzulande so viele japanische Eindrücke auf engstem Raum.

Auch der wissenschaftliche Austausch kommt nicht zu kurz und wird durch Kooperationen von Hochschulen und Stipendiumsorganisationen vorangetrieben. Zudem pflegen heute über 50 deutsche Städte eine Partnerschaft mit japanischen Gemeinden.

Japanische Gartenkultur
Was vielen als erstes zu Japan einfällt, ist die einzigartige Gartenkultur, welche auf besondere Weise die japanische Philosophie widerspiegelt. Neben den eigenwilligen Zen-Gärten ist vielleicht auch noch das Kirschblütenfest bekannt, das in Japan ein wichtiges kulturelles Ereignis darstellt.

Ein japanischer Garten ist immer ein Gesamtkunstwerk mit hohem Symbolcharakter, das nach verschieden Kriterien bis ins Detail durchdacht ist. Die grünen Landschaften sollen den Geist zur Interpretation anregen und bieten beim Spaziergang immer wieder neue Blickachsen und feinsinnig arrangierte Bilder.

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 (Foto: Grecaud Paul - stock.adobe.com)

Die verwendeten Materialien symbolisieren die verschiedenen Elemente und auch die eingesetzten Pflanzen haben jeweils ganz eigene Bedeutungen. Im Laufe der Entwicklung der japanischen Kultur hat auch die Gartengestaltung immer wieder neue Schwerpunkte bekommen und unterschiedliche Stile etabliert. Eine besondere Bedeutung haben dabei die traditionellen Teehäuser, die in vielen Gärten zu sehen sind. Auch die Kultivierung von Bonsais wird heute mit Japan in Verbindung gebracht, obwohl sie ursprünglich aus China stammt.

Auch in unserer Gegend gibt es verschiedene Gartenanlagen zu bestaunen, welche die Vielfalt und Exotik der japanischen Gartenkunst zeigen:

  • Japangarten Steinfeld: Schaugarten eines Spezialisten für japanisches Gartendesign mit Wasser- Zen-, Moosgarten und Teehaus
  • Forstbotanischer Garten Göttingen: Sammlung von Bäumen und Sträuchern aus Japan, China, Korea und Kleinasien
  • Historische Rosengärten Hemmingen: Japanischer Themengarten
  • Weltvogelpark Walsrode: Japanischer Themengarten
  • Park der Gärten Bad Zwischenahn: Japanischer Themengarten und Koi-Zen Garten

Exportschlager Sushi
Spätestens seit dem tragikomischen Spielfilm „Sushi in Suhl“ von 2012 wissen wir, dass in beiden Teilen Deutschlands schon seit langem ein Interesse an der japanischen Küche besteht. Reis ist dabei zentrales Grundnahrungsmittel. Die Besonderheit liegt vor allem darin, dass Speisen so zubereitet werden, dass der Eigengeschmack der verschiedenen Zutaten möglichst erhalten bleibt. Gewürze werden nur dosiert und wohlüberlegt eingesetzt.

Die japanische Küche gilt zudem als besonders gesund – die japanische Bevölkerung erfreut sich auch im hohen Alter noch überdurchschnittlich guter Gesundheit. Unter allen Spezialitäten hat Sushi hierzulande schnell eine große Fangemeinde bekommen und die meisten japanischen Restaurants oder Imbisslokale hierzulande beschränken sich überwiegend darauf.

Die besonderen Zubereitungsformen und Eigenarten, die sich im Ansatz sehr von der europäischen Küche unterscheiden, stellen jedoch für viele Köche eine spannende Inspirationsquelle dar. Die sogenannte Fusionküche, welche die Eigenheiten verschiedener kulinarischer Welten bestmöglich miteinander vereint, übernimmt dabei immer wieder Einflüsse aus Japan.

Statt grünem Tee und Sake servieren viele Restaurants heute auch europäischen Wein zum Sushi – eine besonders gelungene Verbindung der beiden kulinarischen Welten. Je nachdem um welche Art des Sushis es sich handelt und welche Aromen im Vordergrund stehen, bringen Rot- oder Weißwein den exotischen Geschmack noch besser zur Geltung.

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 (Foto: Maksim Shebeko - stock.adobe.com)

Mangakultur
Ein weiteres Exportkulturgut ist die grelle Comickultur Japans, die in Deutschland seit den 90er Jahren immer mehr Anhänger gefunden hat. Die Serie Dragon Ball zählt hierbei zu den ersten richtigen Kassenschlagern und gilt bis heute als eine der erfolgreichsten Mangareihen.

Hinzu kamen Animeserien, die angelehnt an die eigenwillige Ästhetik der Mangas auch im deutschen Fernsehen bald einen festen Sendeplatz bekamen. Sailor Moon ist hier wohl die Bekannteste, die stark zur Verbreitung und Akzeptanz dieser Kunstform in anderen Teilen der Welt beigetragen hat.

Der Stil zeichnet sich vor allem durch eine übertrieben große Darstellung der Augen aus, über die Emotionen ausgedrückt werden können. Voluminöse Frisuren in bunten Farben helfen dabei, die einzelnen Figuren schnell zu unterscheiden. Im Laufe der Jahre haben sich zahlreiche verschiedene Genres entwickelt, die sich vor allem an unterschiedliche Zielgruppen richten.

Japanischer Kampfsport
Einen großen Stellenwert spielen hierzulande auch die japanischen Kampfsportarten. Judo, Karate oder Jiu Jitsu sind dabei hierzulande wohl am weitesten verbreitet. Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden angetrieben durch einzelne Pioniere die ersten Schulen in Deutschland. 1906 eröffnete Erich Rahn eine Jiu-Jitsu Schule in Berlin, wo später auch Judo gelehrt wurde.

Karate kam erst rund 50 Jahre später über den Umweg Frankreich dazu. Hier gründete der deutsche Judoka Jürgen Seydel in Bad Homburg den ersten Verein.

Charakteristisch für asiatische Kampfsportarten ist die besondere Verbindung der körperlichen mit der geistigen Übung. In vielen Disziplinen spielt Meditation eine große Rolle. Dieser Ansatz ist im Vergleich mit europäischen Sportarten völlig neu. Disziplin, zahlreiche Rituale, die starke Techniklastigkeit und die Verknüpfung mit eigenen Verhaltensweisen – all dies macht die uralten Disziplinen auch bei uns für viele so faszinierend. In beinahe jeder größeren Gemeinde gibt es inzwischen die Möglichkeit, japanischen Kampfsport im Verein zu erlernen.

Chinesische Spuren in Deutschland

Es wird höchste Zeit, uns dem eigentlichen asiatischen Schwergewicht zu widmen. Zumindest was die Größe betrifft, kann hier kein anderes Land aus dem Osten mithalten, jedenfalls wenn Russland außen vor bleibt.

Nachdem die DDR die Volksrepublik China anerkannte, war es dem Westen aufgrund politischer Leitlinien unmöglich, ebenfalls diplomatische Beziehungen anzuregen. Dennoch wurden zum kulturellen Austausch Institutionen gegründet und nach der Aufnahme der Volksrepublik China in die Vereinten Nationen wurden in den 70er Jahren verstärkt wirtschaftliche Beziehungen geknüpft.

Chinesische Esskultur
Essen spielt in der chinesischen Kultur eine zentrale Rolle. Zahlreiche Redewendungen und Floskeln lehnen sich an Begriffe aus der Esskultur an. Doch so riesig das chinesische Reich ist, so vielfältig zeigt sich auch die traditionelle Küche des Landes.

Davon ist in Deutschland trotz über 10.000 chinesischer Restaurants und Imbisse nur wenig zu schmecken. Tatsächlich haben die hier als typisch verkauften Gerichte oft nur wenig mit der originalen chinesischen Küche zu tun. Oft scheint es, als hätte es für die Speisekarten sämtlicher Lokale hierzulande eine einzige Vorlage gegeben. Die immer gleichen Gerichte sind fein säuberlich durchnummeriert, so entstehen auch beim Bestellen keine Missverständnisse. Im Grunde sind es jedoch stark an den europäischen Geschmack angepasste Mahlzeiten, die mit exotischen Gewürzen den passenden chinesischen Touch bekommen.

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 (Foto: boophuket - stock.adobe.com)

Schade eigentlich, denn die chinesische Esskultur hat unglaublich viel zu bieten. Typische süßsaure Gerichte kommen beispielsweise aus Shanghai, in Sezuan wird hingegen eher scharf gegessen. Im Norden des Landes sind Nudelgerichte besonders beliebt, im Süden ist Reis weiter verbreitet.

Charakteristisch ist zudem, dass traditionell immer eine ganze reihe verschiedener Speisen auf den Tisch kommen, von denen sich jeder einzelne bedienen kann. Die ersten chinesischen Restaurants hierzulande eröffneten übrigens bereits in den 20er Jahren in Hamburg und Berlin ihre Türen.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Ein besonderes Merkmal der chinesischen Kultur sind die Errungenschaften der traditionellen Heilkunde, die sich bereits vor über 2.000 Jahren im asiatischen Raum entwickelt hat. Zahlreiche Verfahren haben sich dabei etabliert und sind nicht nur in China bis heute weit verbreitet.

Insgesamt beruht die TCM auf fünf unterschiedlichen Säulen:

  • Arzneimitteltherapie: Einsatz bestimmter Heilkräuter
  • Akupunktur: Therapie durch Reizeinwirkung mit Hilfe von Nadelstichen
  • Massagetherapie: Tuina oder Shiatsu als manuelle Technik
  • Bewegungstherapie: Qi Gong und Tai-Chi Chuan zur Regulierung der Körperenergieströme
  • Ernährungslehre: Anpassung des Speisplans zur Unterstützung des Heilprozesses

Immer noch wird die Wirksamkeit verschiedener Heilansätze angezweifelt und die TCM zählt hier zur Alternativ- oder Komplementärmedizin. Ein großangelegtes Forschungsprojekt namens Herbalom erforscht nach und nach die Wirkungsweise der einzelnen Heilkräuter. Hierbei kommt es immer wieder zu überraschenden Entdeckungen. Inzwischen sind einzelne Heilmethoden auch von deutschen Krankenkassen anerkannt, so etwa die Akkupunktur oder Qi Gong und bestimmte alternative Arzneimittel.

Chinesische Erfindungen und Errungenschaften
Neben diesen kulturellen Exporten aus dem Reich der Mitte sind in unserer Kultur allerdings ein paar Errungenschaften schon viel länger bekannt. Seide, Papier oder Porzellan zählen zu den „Erfindungen“, die in China ihren Ursprung hatten. Asien zeigte sich hier in vielfältiger Hinsicht technisch weiter entwickelt als Europa.

Die ersten Papierfunde stammen etwa aus dem 14. Jahrhundert vor Christus und chinesisches Hartporzellan wurde um rund 600 nach Christus entwickelt. Die Seide hingegen war bereits fast 3.000 Jahre vor Christus bekannt und wurde später zu einem wichtigen Handelsgut, nach dem sogar die berühmte Seidenstraße benannt ist.

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 (Foto: waranyu - stock.adobe.com)

Chinesische Weisheiten
Weisheiten und Zitate gibt es in jeder Kultur, allerdings wird der Umgang damit recht unterschiedlich gehandhabt. In Deutschland sind Redensarten und verschiedene bildhafte Ausdrücke vor allem in der Umgangssprache verwurzelt. Zitate berühmter Persönlichkeiten werden gezielt aber sparsam zur Pointierung einer Aussage eingesetzt.

In China hingegen sind Sprichwörter und Weisheiten bekannter Personen viel stärker verbreitet und deren Gebrauch zeugt von Bildung und einer großen Wertschätzung der jeweiligen Urheber. Die Bildhaftigkeit der chinesischen Sprache begünstigt zudem den Einsatz verschiedener Ausprägungen der Spruchweisheiten und Redensarten.

Einige von ihnen haben ihren Weg bis in unseren Sprachraum gefunden und so ist beispielsweise vielen Europäern heute der chinesische Philosoph und Lehrmeister Konfuzius ein Begriff geworden. Seine Aphorismen zu den verschiedensten Lebenssituationen haben auch in unserem Kulturraum ihre Gültigkeit.

Spuren anderer asiatischer Länder

Neben Japan und China haben auch noch weitere asiatische Länder kulturelle Spuren bei uns hinterlassen. Die Beispiele, die wir dazu ausgesucht haben, stammen dabei nicht zwangsläufig nur aus einem Land, sondern sind vielmehr Gesellschaftsübergreifend entstanden.

Buddhismus
Der Buddhismus zählt heute zur viertgrößten Weltreligion und hat nach Schätzungen zwischen 230 und 500 Millionen Anhänger. Die meisten davon finden sich in China (etwa 100 Millionen) und in Japan (etwa 90 Millionen), obwohl die Ursprünge eigentlich in Indien liegen.

Nachdem sich deutsche Philosophen wie Arthur Schopenhauer näher mit der besonderen Lehre auseinandergesetzt hatten, bekam der Buddhismus auch bei uns nach und nach mehr Aufmerksamkeit. Inzwischen gibt es hier über 130.000 Anhänger. Dennoch ist er in Deutschland immer noch nicht als offizielle Religion anerkannt.

Ein Grund dafür könnte die Tatsache sein, dass sich zahlreiche unterschiedliche Strömungen etabliert haben, mit zum Teil sehr unterschiedlichen Schwerpunkten und Systemen. Viele, die sich hier mit Meditation und Achtsamkeit beschäftigen, stoßen auf diese Weise zwangsläufig auf den Buddhismus, dessen Lehren dabei wichtige Anhaltspunkte liefern können. So haben sie bestimmte buddhistische Praktiken in ihr Leben übernommen, ohne allerdings tiefer in die Religion dahinter einzutauchen.

Yoga
Die Ursprünge des Yoga liegen ebenfalls in Indien und reichen bis ins dritte Jahrtausend vor Christus zurück. Die Bewegungsphilosophie ist im 19. Jahrhundert mit einzelnen Lehrern aus Indien, die in die westliche Welt gereist sind auch nach Europa gekommen. Im Austausch mit unserer Kultur sind wiederum neue Ausprägungen entstanden – so wie wir das moderne Yoga von heute kennen.

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 (Foto: fizkes - stock.adobe.com)

Im Zuge der umfangreichen Gesundheitswelle, die bei uns seit einigen Jahren aufgekommen ist, hat auch Yoga nochmals an Popularität gewonnen. Heute zählt es zu einer der beliebtesten Freizeit‑„Sportarten“. Eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung geht von rund drei Millionen Deutschen aus, die regelmäßig Yoga praktizieren. Bei den neuen Formen steht allerdings oft die der körperliche Aspekt bei den Übungen im Vordergrund, der meditativen Komponente wird bei uns häufig weniger Bedeutung beigemessen.

Ayurveda
Bleiben wir in Indien, parallel zur traditionellen chinesischen Medizin hat sich dort über Jahrtausende hinweg eine Heilkunst entwickelt, die hierzulande ebenfalls zur Alternativmedizin zählt. Die Behandlungsmethoden konzentrieren sich auf eine Anpassung der Ernährung mit speziellen Zutaten und Gewürzen, die den Organismus wieder in Einklang bringen sollen. Darüber hinaus gehören auch Massagepraktiken und verschiedene Reinigungsprogramme gehören zur ayurvedischen Lehre dazu.

In Europa sind einige der ayurvedischen Ansätze bekannt und verbreitet, finden hier allerdings eher Anwendung im Rahmen einer Wellness-Behandlung. Zahlreiche Einrichtungen bieten Kuren zu dieser uralten Heilmethode an. Meist ist dabei eine intensive Reinigung des Körpers das Ziel. Passend zum jeweiligen Ernährungstyp und der individuellen Konstitution werden dazu persönliche Speisepläne zusammengestellt.

Fazit

Viele Einflüsse aus der asiatischen Welt haben sich in unserer Gesellschaft etabliert. In einigen Fällen sind die charakteristischen Merkmale an unsere Gewohnheiten angepasst worden. Dennoch hat die exotische Kultur dabei nichts von ihrer Faszination verloren.