Märchenhaftes Niedersachsen

Auf den Spuren von Sagen und Legenden

In Niedersachsen tummeln sich viele sagenhafte Gestalten. Da gibt es gefährliche Räuber, einen Zwergenkönig und natürlich den weltbekannten Rattenfänger von Hameln. Begebt euch auf die Spuren der Sagen und Legenden. Wir haben fünf märchenhafte Vorschläge für euch.

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(Foto: dpa) (Foto: picture alliance / dpa)

Vom Rattenfänger einfangen lassen

In Hameln könnt ihr jeden Sonntag um 12 Uhr die Sage vom Rattenfänger von Hameln live und kostenlos erleben. Rund 80 Hamelner Bürger und Kinder zeigen euch auf der Hochzeitshaus-Terrasse, wie der Rattenfänger zum Kinderfänger wird. Das Spektakel dauert etwa eine halbe Stunde und ist ein wahrer Touristenmagnet. In diesem Jahr feiert das Stück übrigens sein 60stes Jubiläum.

Hameln ist so etwas wie Niedersachsens Märchen-Metropole, auch weil im Weserbergland weitere Sagengestalten zu Hause sind. Bodenwerder gilt als Heimatort des Lügenbarons Münchhausen und auf den Stufen der Burgruine Polle soll Aschenputtel damals ihren Schuh verloren haben…

Durch eine echte Räuberhöhle kriechen

Östlich von Hameln geht das Weserbergland ins Leinebergland über. Die sieben Berge des Leineberglands waren wahrscheinlich Schauplatz der Geschichte um Schneewittchen "...hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen". Vor rund 500 Jahren soll nun bei Alfeld der Räuber Lippold sein Unwesen getrieben haben. Der Sage nach entführte er die Tochter des Bürgermeisters und hielt sie jahrelang in seiner Höhle gefangen.

Die Lippoldshöhle besteht aus mehreren Kammern, die ihr selber erkunden könnt. So führt z. B. ein dunkler Kriechgang durch den Felsen vom "Gefängnis" in die "Küche". Darum: unbedingt eine Taschenlampe mitnehmen! Die Höhle liegt an einem flachen Bach, und nicht weit entfernt klemmt der sogenannte Lügenstein in einer Felsspalte. Steht man darunter und lügt, so rutscht de Stein angeblich tiefer...

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(Foto: Jesteburg Touristik und Lüneburger Heide)

Im Harz nördlich von Bad Grund ragt der Hübichenstein in die Höhe, ein knapp 50 Meter hoher Kalkfelsen mit einem Doppelgipfel. Darunter, in einer Höhle, soll der Zwergenkönig Hübich gelebt haben. Ein jähzorniger, grundsätzlich aber freundlicher Geselle, der den Armen mit silbernen Tannenzapfen geholfen haben soll...

Den kleineren Fels könnt ihr in etwa fünf Minuten besteigen. Wer mag, kann in der nahegelegenen Iberger Tropfsteinhöhle tiefer in das Reich des Zwergenkönigs vordringen. Außerdem gibt es in Bad Grund noch ein Märchental mit handgearbeiteten Sagen- und Märchengestalten.

Auf den Ruinen eines versunkenen Dorfes Wattwandern

Eigentlich keine Sage, sondern eine historische Tatsache. Weihnachten 1717 versank das Dorf Itzendorf mitsamt seiner Bewohner während einer großen Sturmflut. Der damalige Deich musste aufgegeben und weiter südlich neu errichtet werden. Heute erinnert nur noch die Itzendorf-Plate, eine große Sandbank zwischen Norddeich und Juist, an die Katastrophe vor gut 300 Jahren…

Ihr könnt euch von Norddeich einer Wattführung zu den Muschelbänken und der Itzendorf-Plate anschließen. Das dauert rund 1,5 Stunden und ist auch für Familien mit kleinen Kindern geeignet. Im Erlebnispark Norddeich liegt übrigens auch das Märchenschiff vor Anker, ein Zelt, in dem i.d.R. Do und So um 16 Uhr Märchen erzählt werden, wenn es genügend Vorbestellungen gibt.

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(Foto: Jesteburg Touristik und Lüneburger Heide)

Der Ursprung vieler Sagen und Geschichten liegt im Dunkeln der Geschichte begraben. Nicht so das Märchen vom Trickser, der einen Zauberstab zerbrach und so einen Streit zwischen Elfen, Kobolden und Zwergen auslöste. Das Märchen hat seinen Ursprung in einem Klassenzimmer der Realschule Neu-Wulmstorf. Dort hatte sich seinerzeit die Klasse 6a die Geschichte ausgedacht und aufgeschrieben, und im Kleckerwald bei Jesteburg in der Nordheide könnt ihr sie hautnah erleben…

Der Märchenwanderweg ist 3,2 km lang und hält 15 Mitmach- und Kletterstationen bereit. Am besten lässt sich der Märchenwanderweg erleben, wenn ihr das Buch vom Trickser dabei habt und an den Stationen das passende Kapitel vorlest. Das Buch gibt es in den Buchhandlungen der Region und bei der Jesteburg Touristik.