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Bello und Co. als Liebes-Wingman – geht das wirklich?

Mit dem süßen Hundewelpen in Braunschweig auf Flirt-Pirsch gehen? Etwa die Hauskatze als Begleiter beim verliebten Kurzurlaub rund um Lüneburg mitnehmen? Oder vielleicht sogar den Beagle als Ringträger beim Hochzeitsantrag am Nordseestrand?


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(Foto: Unsplash (CC0-Lizenz) ©pixabay.com)

In der Kult-Comedyserie „How I met your mother“ verlässt sich der notorische Frauenheld Barney Stinson immer wieder auf Freunde, die er als seine Wingmen (Flügelmänner, Ausdruck aus der Fliegersprache) bezeichnet, um ihm dabei zu helfen, Frauen um den Finger zu wickeln. Und ebenso häufig sieht man im TV auch, dass der Titelheldin, die ihren Hund spazieren führt, die Männer geradezu zu Füßen liegen, weil sich niemand der freundlichen Neugierde des Tiers entziehen kann. Grund genug, einmal beides zu kombinieren und die Frage zu stellen: Wie gut eignen sich Haustiere tatsächlich als Wingmen beim Flirten und sämtlichen weiteren Beziehungsphasen? Und was kann man bei einer solchen Spezies-übergreifenden Triole in Niedersachsen alles unternehmen? Ein dreifacher Faktencheck mit persönlicher Note.

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(Foto: Der_Spontograf (CC0-Lizenz)©pixabay.com)

Theoretisch ist es so einfach: Die meisten Frauen mögen Tiere. Und alle mögen kleine Hunde. Daher sollte doch ein Welpe geradezu magische Auswirkungen haben, auch und besonders wenn Frauen eigentlich nicht in Flirtlaune sind? Zumindest beim Verfasser dieser Zeilen hat das vor fast einen Jahrzehnt tatsächlich funktioniert – wenn auch unbeabsichtigt: Ich war seit einigen Wochen Besitzer einer Promenadenmischung aus Labrador, Neufundländer, Bordercollie und Schäferhund, die auf den Namen Barry hörte und hört. Eines Sommerabends ging ich mit ihm nördlich von Cloppenburg in der Natur spazieren. Mein Ziel: Der Hund sollte lernen, auch ohne Leine neben mir zu gehen. Wer das selbst versuchen will, findet auf dieser Seite eine Anleitung zum Training. Ich hatte damals kein Handbuch, daher funktionierte das natürlich nur in meiner Vorstellung: Barry lief so lange neben mir, bis er im Feld einen Hasen sah und ihm sofort wie der Blitz nachlief. Einige Meter weiter, auf der anderen Feldseite, führte ein Radweg genau auf den Weg zu, auf dem ich den Hund verfolgte. Der rannte in dem immer schmaler werdenden Acker-Dreieck zwischen beiden Wegen hinter dem Hasen her und dachte gar nicht daran, auf meine Kommandos zu hören.

Aus dem Augenwinkel sah ich, dass auf dem anderen Weg ein Radfahrer in meine Richtung unterwegs war. Während ich noch darüber nachdachte, dass bei meinem Glück der Hund dieser Person genau vor seinen Drahtesel laufen würde, passierte es auch: Der Hase schoss aus dem Feld, über den Weg, Barry dicht den Fersen – genau vor den Radfahrer. Ich hörte noch ein „Verdammt“ und dann nur noch ein Krachen, als der Radfahrer ausweichen wollte, die Balance verlor und dann unsanften Kontakt mit dem Asphalt machte. Ich lief hin und sah, dass es sich um eine junge Frau handelte, die sich gerade von ihrem Mountainbike befreite, unter dem sie halb eingeklemmt war. Entschuldigungen murmelnd wollte ich ihr helfen, als mein Hund wieder aus dem Gebüsch kam, in das er nach der Fahrrad-Begegnung gesprungen war. Die Frau hatte einen aufgeschürften Unterarm aber sonst keine Verletzungen davongetragen. Sofort sprang Barry ihr auf den Schoß und wollte ihren Arm lecken. „Ihr Hund?“ fragte sie. Ich bejahte und fügte hinzu, dass er natürlich versichert sei, falls sie irgendwelche Schäden geltend machen wollte. „Ach, ist ja nichts passiert“ sagte sie, während sie Barrys Bauch kraulte „wie könnte ich so einem süßen Kerlchen denn böse sein, der wollte doch nur spielen“ fügte sie mehr zum Hund als zu mir hinzu. Es endete damit, dass ich die Dame samt Fahrrad und Hund ins Auto packte. In Cloppenburg lud ich sie zum Eis ein. Vor allem durch die Tatsache, dass wir dieses Jahr unseren zweiten Hochzeitstag feiern, bin ich der Meinung: Ja, Kamerad Hund ist ein perfekter Eisbrecher, wenn auch in unserem Fall nicht ganz so, wie es in Liebeskomödien dargestellt wird.

Ausgehtipp: Da wir beide immer noch in Cloppenburg wohnen, gehen wir hier auch gerne und viel spazieren. An Wochenenden sind wir auch im Naturpark Wildeshauser Geest unterwegs, wo Hunde problemlos mitgeführt werden können.

Wingman-Theorie 1: Bewiesen

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(Foto: sonja_paetow (CC0-Lizenz) ©pixabay.com)

Auch in den frühen Phasen einer Beziehung können Tiere eine sehr gewichtige Rolle spielen. Im Falle eines guten Freundes war eine Katze sogar der Kitt, der die Beziehung in einer sehr schwierigen Phase zusammenhielt – wenn sie auch vorher erst für viele Probleme gesorgt hatte. Mein Freund Dennis lebte und arbeitete vor einigen Jahren in Emden. Seine Freundin Sandra, mit der er seit einigen Monaten zusammen war, studierte in Bremen. Das Problem dieser frühen Beziehungsphase der beiden war die Distanz: 130 Kilometer zwischen beiden Städten – anderthalb Stunden Fahrt über die A28. Und hier kommt der Kater ins Spiel: Dennis war Besitzer eines getigerten Hauskaters unbestimmbaren Alters namens Friedrich. Und dieser Kater hatte ein echtes Problem: Er litt unter einer ziemlich starken Staubmilben-Allergie. Ich selbst lachte Dennis noch aus, wie denn eine Katze Allergien haben könnte, bis ich auf diesem Portal las, unter was Miezen so alles leiden können – ich war geschockt. Und wenn Friedrich einen Allergieschub bekam – was häufig der Fall war – wurde Dennis zum fürsorglichsten Menschen den man sich nur vorstellen kann. Natürlich passierten solche Anfälle auch an den Wochenenden, an denen seine gesamte Aufmerksamkeit eigentlich Sandra gelten sollte, die extra Freitagsabends die Fahrstrecke auf sich nahm. Kritisch wurde das, als die beiden ihr dreimonatiges Jubiläum in einem Ferienhaus auf Borkum feiern wollten – Friedrich war natürlich mit dabei. Doch das Ferienhaus bekam ihm nicht, sodass Dennis sich das ganze Wochenende fast nur um die Katze kümmern musste.

Zurück in Emden wollte Sandra ihn wutentbrannt vor die Wahl stellen: „Entweder der Kater oder ich“, als Friedrich ein gewaltiges Miau-Konzert anstimmte. Fast so, als wolle er sagen „Bitte streitet euch nicht wegen mir“. Jedes Mal, wenn der Streit an diesem Tag wieder aufloderte, begann auch Friedrich wieder, ohrenbetäubend zu miauen. So lange, bis sich beide Streithähne beruhigt hatten. Dennis ging in der darauffolgende Woche zu einem anderen Tierarzt, der Friedrich gründlich durchcheckte und dabei feststellte, dass der Kater mitnichten eine Staubmilbenallergie hatte, sondern allergisch auf die Futtermarke reagierte, die Dennis ihm vorsetzte – die Marke wurde gewechselt, der Kater war geheilt. In dem Fall stimmt auch diese Theorie: Tiere können tatsächlich gleichzeitig Trennungsgrund und letzte Rettung sein.

Ausgehtipp: Um dem Kater frische Seeluft zu gönnen, fahren Dennis und Sandra seitdem regelmäßig zu Baltrum-Kurzurlauben in ein Ferienhäuschen, in dem auch Katzen erlaubt sind. Davon gibt es laut dieser Seite auch noch eine ganze Menge anderer in ganz Niedersachsen.

Wingman-Theorie 2: Bewiesen

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(Foto: emer ©fotolia.com)

Ein Haustier als Überbringer kostbarer Geschenke wie Verlobungsringe? Auch das ist in Filmen und Büchern ein gerne gewähltes Klischee, dass meist in einem romantischen Kuss endet. Und genau so sollte es auch bei meiner Cousine Tina sein: Sie wohnt in Göttingen, wollte sich mit ihrem Freund Daniel das Ja-Wort geben und wartete seit Monaten darauf, dass er den ersten Schritt tun würde – vergeblich. Also entschloss sich Tina, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Eines Freitagabends packte sie Daniel und die gemeinsame Cockerspaniel-Dame Hillary ins Auto und fuhr mit ihnen nach Ossenberg-Fehrenbusch. Dort, so Tinas Plan, sollte die Hündin nach einem ausgedehnten Spaziergang Daniel seinen Verlobungsring „überreichen“: Dafür hatte Tina Hillary extra ein kleines Täschlein am Halsband befestigt und den Ring darin schon vor der Abfahrt versteckt.

Romantisch händchenhaltend spazierten die beiden durch den Naturpark, die Hündin an der langen Leine links und rechts des Weges schnüffelnd. Als sie an eine besonders schöne Stelle kamen, nahm Tina ihren Mut zusammen: „Daniel, schau mal an Hillarys Halsband, da ist was für dich“. Er rief den Hund herbei, hockte sich hin und betrachtete das Halsband genauer: „Da ist doch gar nichts“ sagte er mit fragendem Gesichtsausdruck. Und Tina, die bislang lächelnd neben ihm gestanden hatte, fiel die Kinnlade hinunter. Nachdem auch sie das Halsband und den Boden ringsherum abgesucht hatte, brach sie in Tränen aus. Sie schilderte Daniel, was sie vorgehabt hatte. Zwar lachte der und bejahte die tränenerstickte Frage „Willst Du denn auch ohne Ring?“ auch. Doch so sehr die beiden noch an diesem Abend noch mit Taschenlampen und auch einen Tag später suchten: Das Täschchen samt Ring blieb im Naturschutzgebiet verschollen. Daher würde ich sagen: Hunde sind zwar sehr treue Tiere, aber als Überbringer von teuren Geschenken eignen sie sich eher weniger.

Ausgehtipp: Der Naturpark Ossenberg-Fehrenbusch eignet sich generell ganz wunderbar zum Spazierengehen und Natur-genießen. Ob mit oder ohne Hund. Wer dabei ein weinrotes Nylon-Täschchen findet, etwa so groß wie eine halbe Zigarettenschachtel, Inhalt: Ein Titan-Verlobungsring ohne Stein, der kann sich bei Antenne Niedersachsen melden.

Wingman-Theorie 3: Abgelehnt

Fazit

Die Eignung von Bello und Co. als Flirt-Wingman in Niedersachsen kann durchaus ein zweischneidiges Schwert sein. Vor allem deshalb, weil kein Tier so reagiert, wie ein Mensch, dem man als Wingman genaue Anweisungen geben kann. Dennoch können Tiere durchaus in sämtlichen Beziehungsbereichen eine positive Erweiterung darstellen – auch wenn sie nicht unbedingt zum Transporter von wertvollen Ringen gemacht werden sollten.