Frostig

Warum Frauen immer kalte Füße haben und was dagegen hilft

Mit Socken ins Bett und am besten noch eine Decke über die Füße, weil die sonst eiskalt sind - viele Frauen kennen das. Die Witze des Partners darüber nützen da wenig. Denn tatsächlich ist bewiesen: Frauen haben häufiger kalte Füße als Männer.


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 (Foto: picture alliance / Roland Weihra)

Das Gefühl, kalte Füße zu haben, ist unangenehm. Wer das kennt, der ist nicht allein. Denn generell gilt: acht von zehn Frauen haben häufig das Problem, dass ihre Füße eiskalt sind. Männer beklagen sich dagegen eher selten über Eiszapfen an ihren Zehen. Aber warum ist das so?

Das liegt unter anderem daran, dass Frauen häufig weniger Muskeln und Körpermasse haben als Männer. 40 Prozent des Körpergewichts eines Mannes bestehen aus Muskeln, bei einer Frau sind es "nur" 23 Prozent. Dementsprechend kann der Mann mehr Energie verbrauchen und damit mehr Körperwärme produzieren. Frauen geben außerdem mehr Wärme an ihre Umgebung ab: sie haben zwar weniger Körpermasse, im Vergleich dazu aber eine relativ große Körperoberfläche, über die viel Wärme verloren geht. Deshalb rollt ihr euch beispielsweise auch im Bett zusammen wenn euch kalt ist, um eure Körperoberfläche zu verringern und so weniger Körperwärme an die Umgebung abzugeben. Weil Frauen weniger Masse haben, können sie insgesamt auch nur weniger Wärme speichern. Wenn dann noch ein überaktives Nervensystem und ein niedriger Blutdruck dazukommen, friert frau sofort. Vor allem an kalten Tagen ist das besonders spürbar.

"Unwichtige" Körperteile werden schlechter durchblutet

Während Männer genügend Wärme produzieren und damit geschickt haushalten können, also alle Gliedmaßen in etwa gleich wärmen können, konzentrieren Frauen die Wärme ihres Körpers auf ihre Körpermitte. Der Körper versucht so, die lebenswichtigen Organe zu schützen, denn die funktionieren am besten bei 37 Grad Celsius. Auch das Gehirn wird zuerst mit Wärme versorgt. Da diese Wärme nicht einfach zusätzlich produziert werden kann, wird sie den äußersten Gliedmaßen entzogen. Diese stuft der Körper nämlich als eher unwichtig ein. Füße und Hände werden weniger durchblutet, indem die Blutgefäße sich verengen. Dementsprechend frieren Füße und Hände zuerst, gemeinsam mit Ohren und Nase. Wenn es draußen so richtig kalt ist, können Füße schon mal auf 8 Grad Celsius runterkühlen. Prinzipiell ist das nicht weiter schlimm, denn eure Extremitäten sind wechselwarm, sie durchbluten mal mehr und mal weniger stark.

Kalte Füße bekämpfen und vorbeugen

Was aber bleibt ist ein unangenehmes und taubes Gefühl in den Füßen, unter dem eben besonders Frauen leiden.

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 (Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Was gegen kalte Füße hilft? Alles, was die Durblutung wieder ankurbelt. Ihr könnt beispielsweise mit euren Füßen wippen, die Zehen rollen oder Auf-und-ab-hüpfen. Zur Vorbeugung könnt ihr regelmäßig kalt-warme Wechselbäder oder Güsse nehmen, oder mit einer Bürste eure Füße massieren. Auch Saunagänge und Ausdauersport sind empfohlen. Alles was die Füße reizt, bereitet diese für die kalte Jahreszeit vor und schützt sie langfristig bei der Kälte. Wem das nicht ausreicht, der kann sich auch mit hilfreichen Gadgets aufwärmen. Oder aber die eiskalten Füße zwischen den Schenkeln des Partners aufwärmen - diese Methode funktioniert allerdings nur, wenn ihr über lautstarke Beschwerden hinwegsehen könnt!