Viele Krankschreibungen aufgrund von Alkohol

Tausende Arbeitnehmer in Niedersachsen und Bremen haben einen riskanten Alkoholkonsum. Betroffene fehlen doppelt so häufig auf der Arbeit. Das ergibt der DAK-Gesundheitsreport 2019. Zum ersten Mal hat der Gesundheitsreport auch das Thema Computerspielsucht in der Arbeitswelt untersucht.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Der Großteil der Krankmeldungen bei Suchtproblemen ist in Niedersachsen und Bremen auf Alkohol zurückzuführen. Laut DAK-Gesundheitsreport 2019 fehlen die Betroffenen doppelt so häufig, kommen häufiger zu spät zur Arbeit oder gehen früher oder sind auf der Arbeit unkonzentriert. Neben dem Alkohol- und Zigarettenkonsum wurde in dem Gesundheitsreport erstmalig die Computerspielsucht in der Arbeitswelt untersucht. In Niedersachsen und Bremen gelten laut Report rund 226.000 Beschäftigte als riskante Spieler.

Die Ergebnisse im Überblick

Alkohol: Mehr als 425.000 Arbeitnehmer in Niedersachsen haben einen riskanten Alkoholkonsum. Das ist jeder neunte Beschäftige. In Bremen hat jeder zehnte Arbeitnehmer einen riskanten Alkoholkonsum. Bei Männern beginnt dieser riskante Alkoholkonsum bei mehr als zwei 0,3 Liter-Gläsern Bier täglich, bei Frauen schon bei einem 0,3 Liter-Glas Bier täglich. Laut dem Gesundheitsreport der DAK sind 81 Prozent der Krankmeldungen bei Suchtproblemen in Niedersachsen auf Alkohol zurückzuführen.

Computerspielsucht: In Niedersachsen spielen fast 51 Prozent der Beschäftigten Computerspiele. 5,2 Prozent dieser Spieler gelten als riskante Gamer, das sind 196.000 Beschäftigte. In Bremen gelten knapp 30.000 Beschäftigte als riskante Spieler. Laut der Krankenkasse DAK spielt sogar jeder Vierte von ihnen während seiner Arbeitszeit. Vor allem junge Beschäftigte zwischen 18 und 29 Jahren (11,6 Prozent) seien laut DAK-Report riskante Computerspieler. Von den Erwerbstätigen mit einer Computerspielsucht war jeder Dritte auf der Arbeit abgelenkt oder unkonzentriert.

Rauchen: Das Rauchen von Zigaretten ist laut dem Report die in Niedersachsen und Bremen verbreitetste Sucht. 12,7 Prozent der Erwerbstätigen sind in Niedersachsen zigarettenabhängig; 3,6 Prozent rauchen E-Zigarette. In Bremen rauchen 17,8 Prozent der Arbeitnehmer Zigaretten, rund 1,1 Prozent rauchen E-Zigarette. Dabei greifen die Raucher von E-Zigaretten parallel auch auf Zigaretten zurück. "Dampfen mit Nikotin oder Tabak führt in die Abhängigkeit, genau wie herkömmliche Zigaretten", warnt Dirk Vennekold, Leiter der DAK-Landesvertretung.